Wieviel Regel braucht das Kind? Wie Mama ohne Regeln besser erzieht

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Mamas Erziehung  |   
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mein Babys Leidenschaft sind Autos und nicht Puppen

Worum geht es im “Leitfaden für faule Eltern” 

BuchKinder sind kleine Wilde und wir werden alle eine glücklichere Elternschaft haben, wenn wir dies akzeptieren. Der Autor Tom Hodgkinson beschreibt nun passend wie wir am besten mit den Wilden in einer Wohnung leben und zwar ohne dass sie unsere Nerven zum Frühstück verspeisen. Es geht ihm dabei um unabhängige Kinder, Kinder die Verantwortung bekommen und Eltern, die glücklich sind und den Dingen auch mal ihren Lauf lassen. Dabei geht es nicht um einen Laisse-faire Erziehungsstil, sondern nur um mehr Freiheit für unsere Kinder und wie diese Freiheit Kinder erzieht.

Freiheit entfaltet Kreativität, Selbstvertrauen und Unabhängigkeit. Alles Potential, das wir unseren Kindern mit teuren Nachhilfestunden, Kreativitätsspielzeug, Frühförderung und besseren Elternratgebern antrainieren wollen. Dieses Potential aber liegt schon längst in ihnen. Ihr könnt da eurem kleinen Schatz ruhig vertrauen. Damit sie ihr Potential richtig nutzen können, brauchen sie die Freiheit von euch und ihr müsst ihnen helfen, dieses Potential zu entdecken. Aber glückliche Eltern, die zufrieden ihre Tasse Kaffee schlürfen, während die Kinder, das Haus auseinander nehmen, die Blumen köpfen und die Wände anmalen gibt es nicht. Es geht nicht darum, dass eure Kinder ohne Regeln groß werden, sondern wie ihr es schafft, ihnen innerhalb der Regeln die Freiheit zu zeigen. Dies ist der schwerste Job überhaupt und ich zweifle auch immer, wie ich dies schaffen soll. Vor allem zweifle ich, wenn mein Baby wieder einen Tag hat, wo jede Muttiregel als Aufruf zur Revolution gewertet wird.

Was möchte ich nun anders machen?

Im Grunde war ich von Anfang an für mehr Freiheit in der Erziehung. Zwischenzeitlich wurde ich zwar von “Experten” wie Amy Chua zum Grübeln gebracht, einer Frau, die unserer Gesellschaft wieder zu mehr Respekt verhelfen will. Ich fragte mich vor allem nach den Wutanfällen meines Kindes, so zum Beispiel nachdem sie eine halbe Stunde auf dem Boden der Bibliothek ausgestreckt lag und weinte: Sollten wir vielleicht doch strenger mit den Kleinkindern sein, damit sie sich besser an Regeln gewöhnen und in die Gesellschaft einfügen? Dass sie ruhiger sind? Doch ich erkannte gleichzeitig, dass Wutanfälle normal sind und sie auf den starken Freiheitsdrang der Kinder verweisen. Ich erkannte, dass auch ich als Erwachsener natürlich gerne meine Freiheit habe, aber ich weiß, dass wir Freiheit immer mit der Welt arrangieren müssen. Dieses muss mein Kleinkind auch lernen und ich muss ihr dabei zeigen, wie sie am besten mit ihrer Freiheit umgeht. Dies kann ich nur mit Liebe und Verständnis und der Hoffnung, dass sie irgendwann ihr Gehirn wachsen lässt und für die Vernunft eine schöne und bequeme Ecke einrichtet (bei der Dekoration bin ich ihr gerne behilflich).

Ich habe nun vorhin den Leitfaden von Hodgkinson zu Ende lesen könne, währenddessen hat mein Baby zwei Stunden freiwillig in der Badewanne mit Wasser gespielt, sie hat sich nebenbei mit Malseife sauber gemacht und hatte viel Spaß. Ihre Mama hatte auch viel Spaß beim Lesen des Buches (auf dem Klo – ihr wisst ja Ort der Befreiung, wo sich der Geist vom Ungeist scheidet – hahaha).  Danach saß ich dann recht entspannt vor dem Laptop, während mein Kleinkind im Handtuch gehüllt auf dem Tisch saß, ein Toastbrot aß und zufrieden in die Welt blickte. Durch das freie Spiel hatte mein Baby viel Ausgeglichenheit mit in die Küche genommen.

Ich denke es geht in der Kindheit zunächst nicht um Manierlichkeit, nicht um Anstand und um Regeln. Viel eher geht es in der Kindheit, um das Lernen, ums Spielen und Entdecken der eigenen Fähigkeiten. Nun ganz genau weiß ich das natürlich nicht, denn in den letzten Jahrzehnten erst, änderte sich der Erziehungsstil der Eltern dramatisch. Es ist natürlich fraglich, woher wir wissen, wie Erziehung nun so genau funktionieren soll. Aber das damalige Programm erscheint mir mittlerweile absurd.

Als wir alle hier noch Babys waren, wurde das ganze Erziehungsprogramm noch durch strenge Vorschriften geregelt. Zum Beispiel war es früher so, dass Babys exakt alle vier Stunden Essen bekamen. Nicht weil dieses etwa den Babys so gut bekommen wäre, sondern weil Kinder eher Regeln einhalten sollten. Das Buch “Jedes Kind kann Schlafen lernen” ist hierfür wohl bestes Beispiel. Da werden Kinder dressiert, einsam in ihrem Zimmer zu liegen, während sie eigentlich nur bei ihrer Mami sein wollen. Meines Erachtens lernen sie damit, sich allein und verlassen zu fühlen (dies könnt ihr in meinem Artikel zum kontrollierten Schreien lassen genauer nachlesen). Beim Essen wurden dann noch Gründe vorgeschoben, dass dieses besser für die Verdauung sei und am besten war es natürlich, wenn ihr als Mutter eine unregelmäßige Verdauung mit Regeln erreicht habt. Wenn das ganze dann nicht geklappt hat, war auch die Mutti schuld, weil sie hätte die Regeln strenger durchführen müssen. Mutti war also selbst Sklave der Regeln.

Wie war das bei euch? Wie wurdet ihr erzogen und wie unterscheidet ihr euch von euren Eltern? Das ist mal eine Frage, die mich echt interessiert (also schreibt Romane).

Wie gehe ich mit Vorschriften für mein Baby um?

Für meinen Teil möchte ich mein Kind nicht mit lauter Vorschriften unterdrücken, sondern einzigartige Kindheitserinnerungen durch Freiheit schaffen. Ich möchte, dass sich mein Kind an die Dinge erinnert, die wir zusammen kreativ angegangen haben und nicht vordergründig an all die Regeln, die ich versucht habe aufzupflanzen. Das Buch hat mich inspiriert, dieses zu verfolgen und vor allem auf Regeln weitgehend zu verzichten (ganz ohne geht es natürlich nicht, das ist mir klar. Die Frage aber ist, wie wir diese Regeln etablieren).

Das Beispiel von André Stern

Ich bin nun auf Herr André Stern aufmerksam geworden. Der junge Mann musste nie zur Schule gehen und hatte alle Freiheit der Welt. Hat ihn etwas interessiert, was er lernen wollte, so haben seine Eltern ihn darin unterstützt, dies zu lernen. Er kann heute fünf Sprachen sprechen, ist gelernter Gitarrenbaumeister, Journalist, Musiker, Komponist und Informatiker. Nun vielleicht ist dies nur ein Einzelschicksal, aber ich finde es trotzdem sehr interessant, wozu Kinder in der Lage sind, wenn sie die Freiheit bekommen, sich selbstständig weiter zu entwickeln. Wenn ihr mehr erfahren wollt, dann schaut euch mal dieses Video an:

Interesse ist der erste Schritt zum Lernen. Hierbei bedarf es einer prinzipiellen Offenheit gegenüber der eigenen Entwicklung. Wenn dieses Feuer in Menschen entfacht wird, wie bei André Stern, dann bedürfen sie nicht mehr der Regeln, sondern die Regeln geben sie sich selbst. Dies ist ein schwieriger Job und folg ganz nach dem Motto von Antoine de Saint Exupery: “Wenn du ein Schiff bauen willst,so trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Werkzeuge vorzubereiten, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten endlosen Meer.” Das Buch von Hodgkinson gibt euch für diese Aufgabe wertvolle Tipps, die auch mir viel gebracht haben. Das Buch gibt es bestimmt bei in der Bibliothek an der Ecke.

Schreibt mir mal auch andere Bücher, die ihr gelesen habt, die möchte ich auch mal aus der Bibliothek ausleihen, ansonsten shared auf Facebook und twittert mich weiter. Vielen Dank für die Unterstützung auch durch die vielen Kommentare: Ich lese die wirklich gerne, aber es braucht immer mehr Zeit auf alles zu antworten. Ich gebe mir trotzdem Mühe, denn es freut mich wirklich sehr :)

Tisch

mein Baby, unter dem Tisch wird nicht gespielt!!! Komm da raus!!!

 

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  • mellyweber

    Liebe Maja, ich hab deinen Blog die Tage erst entdeckt und finde ihn wundervoll. Du schreibst wirklich toll und über interessante Dinge. Vielen Dank dafür – ich hab mit dem nachlesen noch einiges zu tun :-)
    Viele Grüsse, Melly

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      @ Melly: Freut mich :) Ich investiere auch mittlerweile ganz schön viel Zeit in die Texte :)