Wieder Kind sein im Riesenhaus – Kindersicherheit im Haus

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Über die Gefahren, denen Kinder im Haus begegnen können, schreibt Mama-Schlaflos und sogleich ist klar, warum sie schlaflos sein muss.

Als Mama können wir nicht immer unsere Kinder vollständig beaufsichtigen. Wir wollen mal kurz auf Toilette, wir sind mal unkonzentriert, träumen, kochen etwas. Dabei haben wir stets ein quengliges Kind an unserer Seite. Nun gibt es zwar auch Vertreter, die mal eben mit dem Auto davon fahren und ihre Kinder für eine halbe Stunde allein im Laufstall lassen, aber so etwas kommt für mich nicht in Frage. Um daher die Gesundheit unserer Kinder nicht durch Unaufmerksamkeit zu riskieren, sollten wir sehr vorsichtig und sogar penibel sein. Mir ist durch einen Vorfall mit meiner Tochter bewusst geworden, wie wichtig Sicherheit ist.

Als meine Tochter 16 Monate alt war,  stand ihre Mama eines morgens auf und geisterte noch etwas abwesend ins Bad. Ausnahmsweise mal ohne das Kind, denn das schlief augenscheinlich noch. Denkst du, Mama. Als ich schlaftrunken ins Schlafzimmer zurück schlurfte, klappte mir der Mundwinkel runter und ich gab bestimmt eine super Kopie von: “Der Schrei” ab. Mein aufgewecktes Kind hing an unserem Holzregal und spielte fröhlich gelaunt “kleines Äffchen”. Normalerweise weint sie immer, wenn ich nicht da bin, jetzt aber hat sie forsch ihren Entdeckerdrang ausgelebt. Ganz vorsichtig ging ich auf sie zu und hob sie runter. Ich hatte Angst sie würde mir noch todesmutig zuwinken wollen. Seitdem ist mir klar, dass kleine Kinder unberechenbar sind.

Um die Eltern also auf Gefahren aufmerksam zu machen, gibt es die Erlebnisausstellung Kinder im Haus!? Mama-Schlaflos hat mich hierauf gebracht und ich würde mir mal wirklich gern, diese Ausstellung ansehen. Es handelt sich um ein 15 Quadratmeter großes Haus, wo Erwachsene die Lebenswelt eines 18 Monate alten Kindes erfahren dürfen. Die Erwachsenen sehen auf den Fotos zu der Ausstellung wirklich wieder wie Kinder aus. Schaut mal rein: http://www.kindersicherheit.de/kih_bildergalerie/galerie.html

Hier also mal ein paar Dinge, die ich versuche zu vermeiden:

Tischdecken eignen sich natürlich zum Herunterziehen. Nicht weil unsere Kinder so böswillig sind, sondern weil es ein interessanter Gegenstand ist, der sich da in der Welt offenbart. Ich weiß noch, wie ich als Kind gerne unter Tischdecken verstecken spielte und irgendwann fasziniert mit Puppengeschirr den Tischdecken-Schnell-Wegzieh-Trick ausprobierte. Also Faszinosum Tischdecke vermeiden.

Auf diesen Tischdecken stehen dann übrigens vorzugsweise Heißgetränke. Auch hier verzichte ich lieber und mache mir eher selten etwas Heißes. So selten nun auch nicht, denn Mama ist ja kein Asket, aber wenn ich mir etwas mache, dann stelle ich es immer an die hinterste Ecke vom Tisch.

Ansonsten gibt es einige Stühle bei mir im Haushalt, die relativ wacklig daher kommen. Ein großer Hocker in der Küche, den mein Kleinkind neuerdings gerne erklimmt und sich dann zum offenen Fenster hangeln möchte.

In der Küche verwende ich vor allem die hinteren Herdplatten. Pfannenstiele drehe ich stilsicher nach hinten. Ansonsten steht Mama den halben Tag vor dem Ofen und erklärt ihrer Tochter “Herd Aua, Herd Aua, Herd Aua”.

Reinigungs- und Putzmittel habe ich in den Flurschrank nach ganz oben verbannt, so dass mein Kleinkind da auf keinen Fall rankommt, um am Klebstoff zu schnüffeln oder sich die Nieren wegzupfeifen. Eine Bekannte hat übrigens ihre Kinder mit zwei Jahren Zigaretten essen lassen. Konsequenz: Das eine Kind hat einen Nierenschaden und muss immer noch mit acht Jahren jede Woche zur Dialyse. Die Mutter zeigt übrigens keine Einsicht, da die Kinder mit zwei Jahren ja schließlich schon selbst verantwortlich waren. Allein wegen dieser Ansicht sollte ihr das Jugendamt die Kinder wegnehmen.

Bei den Regalen habe ich noch Nachholbedarf, da diese in der Wand verankert sein sollen. Mein Kleinkind fängt nun an, an einem leichten Holzregal zu klettern. Ich habe darin jetzt nur noch Kleidungsstücke und erkläre ihr auch dreimal am Tag (Regal Aua).

Der Ratschlag: Keine Süßigkeiten oder Spielsachen in den oberen Regalreihen aufzubewahren, ruft mir nun ins Gewissen (ähm, soll ich die etwa meinem Kleinkind zum Fraß vorwerfen?). Wo soll ich nur meine Süßigkeiten verstecken?

Wirklich wichtig ist, Kinder niemals bei offenen Fenster oder Balkon alleine zu lassen. Kleinkinder faszinieren sich für die Geschehnisse draußen und haben sich schnell einen Stuhl geholt (auch wenn sie dies noch nie gemacht haben). Mein Kleinkind steht liebend gerne am Fenster und träumt den Schuldkindern hinterher. Gerade Eltern, die im ersten Stock wohnen, unterschätzen hier die Gefahren, so dass es zu einer Häufung von Kindern kommt, die aus dem ersten, aber nicht aus dem fünften Stock fallen.

Seit dem ich meine Vorbildfunktion wahrnehme, sitze und schlafe ich übrigens auch nicht mehr auf dem Balkongeländer oder der Fensterbank. Ansonsten habe ich den ganzen Tag vor meinem Haushalt Angst. Wie ist das bei euch so, worauf sollten wir noch aufpassen? Oder seht ihr das locker?

Alles Liebe

eure Maja

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  • Sui Cyde

    Ich finde deine Einstellung in Punkto “Kindersicherheit” super! :)

    Bei uns wird es zwar auch zB Schrankriegel geben – aber zB bei den Schränken aus nur dem Grund, da dort unsere ganze Elektronik ist (und das sind Unmengen an Kabeln, Konsolen, Ladegeräten usw), die wir nunmal im Wohnzimmer nutzen und die deswegen auch dort bleiben.
    Den Flachbild-TV werden wir zur Sicherheit mal mit so komischen Bändern an die Wand nageln – nachdem letztens meine Nichte den 1500€-Fernseher ihrer Eltern umgeworfen hat erscheint mir das doch recht sinnig (auch wenn unser TV keine 100€ gekostet hatte da gebraucht).

    Joah und sonst – alles giftige Zeug kommt hoch bzw weggesperrt.

    Bei den Steckdosensicherungen bin ich noch nicht so sicher – ich habe da als Kind gerne mal in unbeobachteten Augenblicken mit nem Bleistift drun rumgeporkelt, meine Mama damals sogar mit Stricknadeln.
    Aber wir haben mal welche bei IKEA gekauft – die muss man erst kompliziert rauslösen, um überhaupt an die Löcher darin zu kommen – also vllt gar nicht so blöde.

    Alles andere lernen sie von selbst, so blöd es auch klingt.
    Ich hab trotz 1000fachem “Bügeleisen ist heiß – macht großes Aua!” mal darangefasst, mich verbrannt und seitdem lass ich die Pfoten davon, genauso bei der Herdplatte ^^

    • Maja Mummer

      Ich glaube dass Kinder nicht durch ausprobieren lernen, sondern schon durch Vernunft, wenn wir immer alles ausprobiert haben müssten, dann würden wir ja nur unter Brandopfern leben ;)

  • Janina Lampe

    Im Moment haben wir am meißten Angst um uns selber, dass uns Juli mal irgendwann aussperrt und wir auf dem Balkon verharren, während er drinnen Kekse isst. ;D

    Nein, natürlich nicht. In unserer Wohnung ist es durch den Umzug noch recht chaotisch. Wir haben wenig Möbel (vor allem keine kindersicheren Schränke, wo wir die bösen Aua-Macher drin verstecken können) und Juli versucht ständig Stecker in Steckdosen zu drücken, reißt aber vorher noch gekonnt die Lampe vom Regal, weil das Kabel zu kurz ist.
    Die Möglichkeiten sind nur drei: Wegräumen, Aufpassen und bei nicht-gefährlichen Dingen ein Auge zu kneifen, wenn mal was kaputt geht.

    Wegen den Süßigkeiten empfehle ich die Küche. Da ist bei uns die Tür entweder zu oder bald ein brandneues Türgitter dran (ja, ich hasse Gitter, aber ich glaube ich mag noch weniger ein Kind, welches mit Katzenfutter rummanscht^^). Nachteil: Regelmäßige Wutanfälle, wenn Mama an der Küche vorbei geht anstatt rein und Kekse holt.

    • Maja Mummer

      Haha zu dem Balkon kommt noch eine Geschichte von mir :)

  • Janina Lampe

    Oh da fällt mir noch das Schlachtfeld Kinderzimmer ein, welches Juli ja nun neuerdings besitzt…Den CD-Player haben wir nun schon verbannt, denn wenn der Regenbogenfisch ausgedudelt hat, steht Junior gerne auf und stellt sich den Wecker, lutscht die CD und was sonst nicht noch alles. Die Heizung wird gerne auf volle Karotte gestellt und wieder einmal sind Steckdosen sehr interessant…so wie alles andere auch. Und langsam gehen mir die Ideen aus…

    Das Kommode umräumen ist da das geringere Übel :D

    • Maja Mummer

      Mit der Heizung habe ich auch schlechte Erfahrungen gemacht meine Tochter hat sich daran immer festgehalten und dann waren die halt auch mal heiß und ich habe nicht richtig aufgepasst.

  • http://www.facebook.com/people/Anna-Göbel/100002089810979 Anna Göbel

    Hallo Maja, es ist wirklich unglaublich, wie viele Gefahren es tatsächlich gibt. Gerade denkt man, jetzt ist alles super, da gibt es schonwieder die nächste Gefahrenquelle. Die Steckdosen haben bei uns auch Schutz, aber die ganze Wohnung abriegeln fanden wir jetzt auch nicht so schön. Die Ausstellung, die du beschrieben hast, ist wirklich sehr interessant. Die Pfanne steht bei uns auch immer hinten, wir haben gerade erst ein Herdschutzgitter ausprobiert, aber in einer nicht ganz großen Küche ist das einfach blöd, da hat man noch weniger Platz zum bewegen.

    Mit den Zigaretten finde ich furchtbar. Ich bin froh, dass wir sowas erst garnicht hier haben, denn so haben wir diese wirklich gefährliche Sache wenigstens nicht.

    Gruß Anna

    • Maja Mummer

      Herdschutzgitter. Die Sache ist ja dass ich auch in einer WG lebe. Aber die Gefahren sind schon immens, ich glaube dass viele Kinder verständig sind, aber in der Gesamtheit aller Kinder kommt es eben zu Ausrutschern und MIssgeschicken.

  • http://www.babys-und-schlaf.de/news Mamaschlaflos

    Das fatale ist ja, dass man nicht in die Köpfe der Kinder hineinschauen kann ;-)

    Neben den üblichen Gefahrenquellen gibt es halt immer Dinge, die man als Erwachsener sprichwörtlich nicht sieht. Zum Stichwort “Fernseher” fällt mir auch nur ein, dass mein Mann immer etwas traurig ist, dass er sich aus Sicherheitsgründen *hüstel* keinen ultramodernen Flachbildschirm anschaffen darf ;-) Unser altes Röhrengerät ist einfach kindersicherer.

    Ansonsten habe ich noch festgestellt alle Kommoden auch an der Wand zu befestigen. Mein Ältester wäre nämlich fast mal von einer begraben worden.. Er wollte in die oberste Schublade schauen, die Kommode war dabei in etwa so groß wie er. Er hat die Schublade aufgezogen und wollte sich dann an der offenen Schublade hochziehen um hineinschauen zu können, dabei ist die Schublade nach vorne gekippt! Glücklicherweise stand er neben der Kommode, so dass er nur einen riesigen Schrecken bekommen hat – und ich auch. Seit dem ist bei uns alles an der Wand befestigt: Schränke, Regale, Kommoden… So kann man zwar nicht spontan umräumen und verschieben, aber das war mir Warnung genug!

    • Maja Mummer

      Ja diese wackligen Regale… Das Problem habe ich auch, aber ich habe das Gefühl, dass meine Tochter das irgendwie verstanden hat. Aber ich kann mich halt auch täuschen.

  • http://www.facebook.com/people/Jana-Heinsohn/100001131919404 Jana Heinsohn

    Du hast auf der Balkonbrüstung geschlafen???????? :D

    Kindersicherheit ist unglaublich wichtig! Meine Mama war früher Kinderkrankenschwester und hat da schon die ein oder andere Horrorgeschichte erzählt, insbesondere mit Verbrennungen.

    Im Kinderzimmer von Antonia war mir wichtig, alles so zu stellen, das sie überall selbst rankommt und ihr nichts passieren kann. Ich glaube das ist mir ganz gut gelungen. Sie hat viele kleine Regale mit Kisten in Greifhöhe in denen sich ihr Spielzeug befindet, außerdem große Spielkisten, usw. Ihre Bücher habe ich in die beiden unteren Regale gepackt, so das sie dort auch selbständig ran kann. 

    Auch sonst ist meine Wohnung kein Minenfeld für kleine Kinder. Der einzige Horrorraum ist natürlich die Küche. Bei meinem Sohn hat ein ein NEIN, HEIß geholfen. Mein Mädchen hat da eher ihren Sturkopf. Ja, was tun? Von Abriegelungen halt ich nichts. Ich möchte schon das meine Kinder sich überall frei bewegen können. Man muss wohl einfach immer dabei sein. Kinder haben am Herd nichts zu suchen und zur Not muss eben auch mal geschimpft werden. Stößt bei Antonia allerdings auch auf taube Ohren.

    Wenn ich mich so zurück erinner, hatte mein Sohn so gut wie nie kleinere Verletzungen geschweige denn große… Er war selbst sehr ängstlich. Mein Mädchen kenne ich ohne blauen Fleck im Gesicht eigentlich gar nicht.

    Vor ein paar Tagen haben wir noch eine große Gefahrenquelle entdeckt, die Antonia ein riesen Horn auf der Stirn bescherte… Einkaufszentrum – überall Glaswände und ein Kind das im Schweinsgalopp nichts lieber tut als vor Mama
    wegzulaufen… und rummms klebte sie an der Glaswand… das hätte böse ins Auge gehen können bei dem Tempo…

    Richtig sicher ist man nie, ob daheim, unterwegs…auf dem Spielplatz… oder die Kita – schon mehrmals haben sich dort Kinder an gebastelten Ketten oder Anorakschnüren an der Rutsche aufgehangen…

    • Maja Mummer

      Ohjeh, erzähl mir sowas nicht, wenn ich sowas höre, habe ich eine Spielplatzgalgenlandschaft im Kopf, wo kleine Kinder von den Spielgeräten baumeln …. rrrrrrrrrrrrrrr…

      Ich glaube eines der ersten Wörter, dass meine Tochter konnte, war “heiß”. Ich glaube aber, dass Kinder auch viel ohne auf das heiße Herdplattenfassen lernen, sondern irgendwie kommt mir meine Tochter zumeist sehr verständig vor und wenn ich etwas wirklich ernst meine, zuckt sie schnell zusammen und lässt die Finger davon…