Wie ihr das richtige Kinderbuch findet – Weniger Fernsehen und mehr Gemeinsamkeit

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Mamas Erziehung  |   
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Eigenständig an jeder Straßenecke lesen, eine neue Leidenschaft von meinem Kind :)

Eigenständig an jeder Straßenecke lesen, eine neue Leidenschaft von meinem Kind :)

Ich habe meine Tochter zu häufig vor den Computer gesetzt und ihr Caillou und Lauras Stern eingeschaltet. Es ist schon faszinierend, dass Kinder, so wenig Konzentration sie sonst haben, in eine äußerliche Starre verfallen und nur noch diese Bilder aus einer flimmernden Kiste tanken. Ich fühle mich schlecht, wenn mein Kleinkind nicht ansprechbar und wie ein hypnotisierter Zombie vor dem Kasten hängt. Allein diese Körperhaltung hätte schon Warnsignal sein sollen. Aus dem kleinen Rowdy wird hier kurzfristig ein ruhiges Püppchen, dass in einer Ecke hockt. Klar das ist verführerisch gerade für Eltern, die Probleme mit ihren Kindern haben.

Dennoch manchmal muss die Mama ein paar Dinge erledigen und es erscheint mir gerade abends als pädagogische Hilfe, wenn das Kleinkind sich ohnehin auf das Quengeln versteift hatte. Mein Kind ist manchmal schon ein Jammerlappen, ohne ihr das zum Vorwurf zu machen, aber dann ist es so einfach die Trickserien einzuschalten. Dabei verurteile ich das Fernsehen nicht als wäre dessen Erfindung der Untergang unserer Zivilisation gewesen. Ich bemerke, dass die ganzen Geschichten auch eine sinnvolle Ergänzung in der Auseinandersetzung mit der Welt sind und frage meine Tochter immer, ob sie heute auch Caillou im Park gesehen hat. Die ganzen, bunten Bilder und interessanten Geschichten können mit Sicherheit auch die Phantasie anregen, allerdings ist es so wie immer: Die Menge macht das Gift.

Aus diesem Grund mache ich meinem Kleinkind zum Beispiel den Computer abends nicht mehr an, denn das führt nur dazu, dass sie bitterlich weint, wenn ich dann meine, es wäre Zeit ins Bett zu gehen. Eigentlich ist dann an Einschlafen überhaupt nicht mehr zu denken, da mein Kleinkind dann zu einem störrischen Esel mutiert. Mein Fernsehjunkie auf Entzug ist ohne seine Droge kein liebenswertes Kuschelkind mehr, sondern ein Wutbündel, das nur Mamaliebe ertragen kann.  Viel schlimmer aber war es, als ich einmal abends eingeschlafen bin und mein Kind bis Ultimo in der Nacht vor dem Fernseher hypnotisiert in die Röhre starrte.

Alternativen zum Fernsehen

Es gibt keine Alternativen. Wenn es das Lernspielzeug an sich gäbe, würden alle Eltern ihr Kind den ganzen Tag davor sitzen lassen und am Ende wären wir eine Albert-Einstein-Gesellschaft. Kinder lernen mit der Entwicklung ihres Gehirns und dabei vor allem mit der Anpassung an das Soziale. Kein Gegenstand der Welt ist schwerer zu verstehen als menschliche Beziehungen und diese sind auch am schönsten. Egal, was ihr also mit euren Kinder macht, es ist immer am besten, wenn sie es mit anderen oder gar mit euch machen.

So gibt es beispielsweise auch nicht DAS Kinderbuch, sondern Kinderbücher, die eure Interaktion unterstützen. Kinder schauen sich Bücher anfangs nicht alleine an, weil sie alleine noch keinen Bezug zu diesen unbewegten und unbewegenden Bildern aufbauen. Mama oder Papa müssen da erstmal mit dabei sein. Im Gegensatz zum Fernsehen vollzieht sich das Ganze dann interaktiver. Mein Kleinkind ist dabei schon ein herrisches Wesen und bestimmt ganz genau, wann Mama die Seiten umblättern darf. In der Regel ist die Plastizität des Buchs da schon ein wichtiges Kriterium. Riesengroß kommt dabei bei ihr immer gut an, vor allem so, dass meine Tochter sich nicht mehr damit richtig bewegen kann. Hinzu kommen dann immer noch die Horden an Kuscheltieren, die dann allesamt auch noch auf mir Platz nehmen müssen und die Welt ist für mein Kleinkind in Ordnung.

Bücher zur Bildung

Wenn ich meine Tochter frage, was gerade im Fernsehen passiert, ist es als würde ich mit einer Wand sprechen, im Buch allerdings will sie die gesamten Gegenstände bezeichnen und sich zurecht finden. Nun gut, jetzt komme ich wie ein Bildungspolitiker daher und versuche euch zu überzeugen, wie wichtig Bücher sind. Nein, ich halte Bücher nicht für wichtig, sondern viel wichtiger ist die Auseinandersetzung mit den Medien und der Welt. Kein passives Bildertanken, sondern geschicktes Interagieren ist angemessen. Bücher sind hierbei eine Hilfe, aber genauso wie aus Lernspielzeug lernt euer Kind hier auch nicht von allein.

Höchstwahrscheinlich prägen wir in den ersten drei Lebensjahren die Grundhaltung von Kindern zu Büchern oder zum Fernseher. Das kann ich mir durchaus vorstellen, aber warum werden Bücher immer so über den grünen Klee gelobt? Natürlich es gibt emotionale und phantasievolle Geschichten, aber ein Instrument, Mathematik, Schreiben, Malen, Zeichnen und soziale Fähigkeiten erlernen Kinder doch dabei nicht. Nur weil jemand liest, ist er noch lange kein besserer Menschen, zudem versacken ja die meisten in Literatur, die ohnehin kaum herausfordert.  Wenn ich früher einen sanften Frauenroman die Seele runterrauschen ließ und mich wie in einem Wasserfall von Wörtern berieseln lassen habe, habe ich nicht mal die Rechtschreibung oder Grammatik richtig erlernt. Eher war es auch dort eine Weltflucht nach Innen in eine eher heile Welt. Die bunte ideale Mädchenwelt, die einer dann mit Barbies nachspielt und worüber sich die zukünftige Frau von Welt in der Bravo Girl informiert. Nein, viel habe ich dabei nicht gelernt.

Weil euer Kind Bücher liest, bedeutet das nicht, dass es nun alles werden kann und zu den großen Genies aufsteigt. Darum geht es vielleicht auch gar nicht. Bücher aber zeigen, dass Eltern sich Gedanken um das richtige Medium machen und hierbei kann die Auswahl schon einiges an Stütze in der Pädagogik sein. Eins sollten wir nämlich wissen, das Ganze sind Hilfsmittel bei der Interaktion zwischen uns.

Tipps für das richtige Buch

Ich hatte ja schon einige Bücher vorgestellt. Es gibt wunderschöne Bücher, die viele unerwartete Wendungen haben, so dass auch die ernste Mutti sich das Schmunzeln nicht immer verkneifen kann. Es gibt wundervolle Zeichnungen, die gerade in ihren Details in Erinnerung bleiben und die auch künstlerisch einiges an Wert besitzen und nicht achtlos für den Markt dahin produziert werden. Es gibt Geschichten, die uns mitnehmen und die auch schon mal bei Kindern zu moralischen Fragen herausfordern. Ein Beispiel wäre sodas Grüffelo-Kind. Es geht nicht etwa um perfekte Mädchen mit kleinen Zöpfchen und geschniegelte Jungen, die auch aus der Führerpropaganda im zweiten Weltkrieg stammen könnten, sondern es geht um ein kleines liebevolles Monsterkind, das sich auf die Suche nach einer gefährlichen Riesenmaus begibt.

Charaktere, die binden

Statt also euren Kleinkinder, Babys oder Enkel mit leblosen Baubücher zu beschenken, nehmen diese lebenden Wesen uns mit. Als Kind ist mir so zum Beispiel immer die Geschichte von den Tieren, die den Wald verließen in Erinnerung geblieben. Ihr braucht meines Erachtens keine riesigen Fühlbücher, denn in der Welt gibt es so vieles zu erfühlen, geht eher in Richtung Charakter, deren Geschichte auch eine Geschichte zwischen euch und eurem Kind wird.

Natürlich hat meine Tochter auch eine Vorliebe für die Feuerwehr und andere große, möglichst männliche Baugeräte, aber die Aufmerksamkeit verfliegt schnell und diese Bücher könnt ihr auch in der Bibliothek ausleihen, um sie dann bald wieder zu vergessen. Ich kann euch nur empfehlen, gerade nach diesen Figuren wie dem Grüffelo-Kind Ausschau zu halten, an die ihr euch noch Jahre später erinnert.

Was macht solche Charaktere aus? Ich finde große Augen und ein liebevolles Gesicht sind besonders wichtig. Gerade für noch sehr kleine Kinder sind solche riesigen Kulleraugen eine Identifikationsfläche. Meine Tochter konnte hatte diese Bücher mit fünf Monaten bereits sehr gern. “Das sehr unfreundliche Krokodil” ist dabei ein Buch, wo mir gerade die Zeichnung der Figuren wunderbar gefällt und auf die mein Baby immer schon mit einem explosiven Da gezeigt hat. Die Kulleraugen rollen da nur so über die Seiten.

Wenn ihr also das richtige Buch für eure Kinder oder Enkel sucht, solltet ihr darauf Wert legen, dass sich eure Kinder mit dem Buch identifizieren können. Nun habe ich ja von Unique Editions ein personalisiertes Kinderbuch gesponsert bekommen. Ich war allerdings sofort von den Büchern überzeugt und habe mir selbst eine Ausgabe gewünscht. Ich durfte das Buch netter Weise dreimal verlosen und frage mich gerade, ob es bei den Gewinnern schon angekommen ist. Vielleicht gebt ihr mal Rückmeldung, wenn es angekommen ist.

Unser personalisiertes Buch (für den Blog etwas entpersonalisiert ;))

Unser personalisiertes Buch (für den Blog etwas entpersonalisiert ;))

In diesen personalisierten Kinderbüchern jedenfalls bauen die Herrschaften das Gesicht eures Kindes in die Geschichten mit ein. Auch ihr als Eltern könnt mit dabei sein. Ich habe mich für eine tierfreundliche Gartenlandschaft entschieden, die mein Kind dann mit einem Eimer und einer Schaufel bearbeitet. Überall sind dann Tiere mit ihrem Gesicht.

In Frankreich hat das Buch sehr gute Kritiken bekommen und ist nun seit kurzem auch in Deutschland erhältlich. Einerseits finde ich schön, eine Art klitzekleines Fotoalbum mit meiner Tochter zu haben, denn wegwerfen werde ich es im Leben nicht; andererseits gefällt das Buch meiner Tochter wirklich gut, so dass sie es die ersten Tage überall mit hinnahm. Solche Bücher ermöglichen gerade bei ganz kleinen Kindern viel Interaktivität zwischen Eltern und Kind aufzubauen und Faszination für die Geschichten zu entwickeln. Da die Markteinführung noch kurz zurückliegt und Unique Editions noch nicht so viele Fans auf ihrer Seite hat, gibt es nun 20% Rabatt auf diese Bücher. Ihr müsst bei der Bestellung nur folgenden Gutscheincode : “Pusteblume” eingeben. Ich hoffe es nützt euch etwas.

Alles Liebe

Eure Maja

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  • Christine

    Danke für die tollen Büchertipps. Mein großer liebt seine Baustellenbücher:) Sie sind immer seine erste Wahl. Vorallem wenn es noch klappen geht bei denen man sieht was passiert wenn die Bauarbeiter fertig sind.
    Er liebt aber auch sein “Michel” Buch. Seine Lieblingsgeschichte ist die mit der Suppenschüssel. Ansonsten liebt er Wimmelbücher über alles, da kann man bei jedem anschauen etwas neues finden.

    Liebe Grüße Christine

    • Maja Mummer

      Ja, ich glaube Jungs sind mehr mit den Bauarbeitern im Reinen… Meine Tochter interessiert das weniger :)

  • Benjamin Koroll

    Ich finde Kinderbücher richtig toll. Lese sie immer Abends mit meiner Mama zusammen Obwohl ich schon 28 bin finde ich Kinderbücher immer noch total klasse. Momentan lese ich mit meiner Mama die Bücher der “Geheimnis um…” Reihe von Enid Blyton. Die sind total klasse und sehr zu empfehlen. Die Bücher gibt es allerdings nicht mehr im Buchladen zu kaufen sondern nur noch über ebay im gebrauchten Zustand. Kann sie nur jedem sehr empfehlen. 

    bk@bcproject.de

  • Welker Corina

    Mein Sohn mag bei Büchern am liebsten Geschichten. “Altersgerechte” Bilderbücher oder Wimmelbücher für seine 2 Jahre (oh je, fast schon 2 1/2) haben ihm irgendwie bisher noch nicht gefallen. Meistens reicht die Konzentration für längere Geschichen nur am Abend vorm Schlafen gehen. Danke für die tollen Tipps :)
    Überhaupt sprichst du mir mit dem was du so schreibst aus der Seele :-)