Wie ich die richtige Wickelkommode für mein Baby fand – Ein Tipp zum Geld sparen

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Mein Kleinkind will hoch hinaus. Unsere Gefahrenquelle Nummer eins ist zur Zeit das Fensterbrett.

Mein Kleinkind will hoch hinaus. Unsere Gefahrenquelle Nummer eins ist zur Zeit das Fensterbrett.

Angeblich verletzt sich alle 18 Sekunden ein Kleinkind in deutschen Haushalt. Dieser Satz trifft durchaus auch auf mein Kleinkind zu, jedenfalls gemessen daran wie häufig mein Kleinkind “Aua” sagt. Darauf reagiere ich dann allerdings auch immer sofort. Ich möchte, dass sie weiß, dass sie auf meine Hilfe vertrauen kann, auch wenn sie das zunächst etwas verwöhnt.

Auch mir verhalf Mutter Natur bald zu Sorgenfalten, denn mein Kleines hatte seit jeher einen Hang zur Gefahr. Zunächst begann sie früh zu laufen und wollte stets überall hinauf. Die Kinder auf dem Spielplatz ahmte sie nach und nichts konnte ihr hoch genug sein. Für Messer und brennende Kerzen hat sie natürlich auch eine Vorliebe und ihr Lieblingsgetränk heißt “Spülmittel”. Neuerdings klettert mein Kleinkind gerne  selbstständig auf die Fensterbank und auch auf dem Fernseher möchte sie gerne sitzen. Mein Kind findet gefährliche Situationen auch überaus amüsant und mir rutschte das erste mal das Herz in die Hose als ich sie von der Fensterbank fröhlich winken sah. Ich wohne ja im fünften Stock, deswegen halte ich prinzipiell die Fenster geschlossen, aber ich kann mir vorstellen, dass Eltern im ersten Stock da nicht so häufig dran denken (jedenfalls glauben wir der Statistik).

Aber mein Kleinkind wurde nicht erst mit zunehmendem Alter mobil, schon damals als Baby lag sie nicht still auf der Wickelkommode. Das Risiko Nummer 1 der Babys im Haushalt ist der Sturz von der Wickelkommode. Davor hatte ich immer Angst. Der österreichische Kinderarzt Höllwarth hat in diesem Zusammenhang 150 Wickeltischunfälle untersucht. In der Hälfte der Fälle ist die Sturzrichtung der Babys unerwartet über das Fußende. Bei Stürzen aus über einem Meter sind die Verletzungen leider oftmals erheblich. Schädelfrakturen und Schädelhirntraumen sind nicht selten und die Folgen oftmals entsprechend kompliziert. Da ich das Risiko gerne komplett ausschalten wollte, suchte ich eine sichere Alternative zum herkömmlichen Wickeltisch.

Meine Wickeltischlösung

Ich stieß bei meiner Recherche auf  zwei Muttis aus Hamburg, die nicht auf den Kopf gefallen waren. Diese beiden Mütter haben lange über ihre Babys nachgedacht. Am Ende konstruierten sie eine Art Vogelnest, das es Kindern unmöglich machen soll, ihre Flugeigenschaften auszutesten. Von dieser Wickelkommode soll kein Kind in Zukunft mehr herunter fallen.

Anti-Wickeltischmama :)

Anti-Wickeltischmama :)

Diese kreative Lösung erscheint mir nun, trotz der gut gemeinten Idee, reichlich kompliziert, zudem können sich nur Eltern diese Sicherheit leisten, die das nötige Kleingeld besitzen. Am Anfang meiner Schwangerschaft hatte ich allerdings kein Geld. Ich hatte kein Bett, keinen Kinderwagen, kein separates Kinderbett, keine Nono-Federwiege und keine Angel-Care-Atemüberwachung. So wie ich dies alles nicht hatte, so hatte ich auch keine Wickelkommode. Zunächst habe ich mich dafür geschämt und weil alle Eltern diesen Gefahrenherd bei sich im Schlafzimmer hatten, dachte ich, dass es ungeheuer praktisch sein muss und zu einer guten Mutter dazugehört. Da ich unbedingt eine gute Mutter sein wollte, suchte ich einen Ersatz und wickelte meine Tochter zunächst auf der Waschmaschine. Dennoch die Sache war nie ganz schwindelfrei.

Ich entdeckte aber bald eine Lösung die wesentlich komfortabler und sicherer war. Ganz einfach: Ich wickelte meine Tochter auf dem Boden. Ich legte schlicht eine Wickelunterlage auf den Boden, kniete mich hin und fertig war die Sache. Stressfrei, ohne Ängste wickelte ich mein Baby, zog es an, suchte Sachen, wuselte im Zimmer rum, holte ihr Beschaftigungsspielzeug und machte Musik an. Dies tat ich alles ohne die Befürchtung, dass etwas schlimmes passieren könnte. Es gefiel auch meinem Baby ganz gut, denn mit zunehmender Mobilität, könnte sie sich so leichter vom Wickelacker machen, wenn sie gerade keine Lust hatte.

Und siehe da, selbst der Kinderarzt Höllwarth empfiehlt im Interview, dass Kind auf dem Boden zu wickeln. Das Wickeln war für mich damit viel entspannter und ich war befreit von der Angst, dass mein Baby zu Boden fallen könnte. Das Wickeln am Boden ist zudem nicht unbequemer. Ich habe mich immer hingekniet (so wie die Japaner) und da nach dem Wickeln meist noch gespielt wurde, konnte ich gleich sitzen bleiben. Mein Bodenwickelplatz hat mir und meinen Bandscheiben nicht geschadet und ich würde es immer wieder so machen, da ich es als stressfreier erlebt habe. Nun habe ich keine Geschichte wie mein Baby mal fast von der Wickelkommode geplumpst ist.

Habt ihr euch noch nie gefragt, warum Wickelkommoden so hoch sind? Ich meine dies ist nun wirklich schon eine dramatische Fallhöhe für so ein kleines zartes Geschöpf. Warum ermahnen so viele Kinderärzte, Eltern auf ihre Kinder in diesen Situationen so sorgsam aufzupassen? Warum empfehlen wir nicht einfach, auf Wickelkommoden zu verzichten? Dies hätte den Effekt, dass von derlei Unfällen nur noch kaum zu berichten wäre und wir würden die Unfallursache Nummer 1 bei Babys schlichtweg eliminieren.

Die Sache ist, dass das Ganze auch bei sehr sorgsamen Eltern schnell passieren kann. Selbst ein Kinderarzt im Krankenhaus erzählte mir, dass sein Sohn, obwohl er seine Frau 100 mal darauf hingewiesen hat, schon von der Wickelkomode gefallen ist. Wissen schütz also nicht unbedingt davor, manchmal ist Mama eine Sekunde unaufmerksam und dann ist das Kind in den Brunnen gefallen. Wichtiger ist es also alle Gefahrenherde zu eliminieren und auf Prävention zu setzen.

Wie komme ich darauf? Nun, ich setze mich gerade wieder mit Kindersicherheit auseinander und es gibt einfach so viele Gefahrenquellen. Ich mache keinen Eltern Vorwürfe, denn ich glaube, diese machen sie sich schon zur Genüge selbst. Ich hoffe auch ganz inständig, dass ich selbst alle Gefahrenquellen im Haushalt eliminieren kann. Richtig schlecht wurde mir übrigens als ich folgenden Artikel bei meiner Recherche las. Ich habe jetzt wirklich wieder vor jedem Gegenstand im Haushalt Angst:  http://www.kidsgo.de/baby-kinder-sicherheit-04/gefahrenquellen-haus.php

Wie seht ihr das mit der Gefahrenquelle Wickelkommode? Wie habt ihr gewickelt?

Alles Liebe

eure Maja

 

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  • Nuray

    So dann schreibe ich mal als brave, regelmäßige Leserin das erste Kommentar (hab ja um diese Uhrzeit sonst nix zu tun). Ich habe nach der Entbindung für ca. 2 Monate auf einer Wickelkommode änhlichen Konstruktion gewickelt. Das war ein Holzbrett, dass auf das (unbenutzte) Gitterbett von der Kleinen gelegt wurde. Ich hatte es zuerst aufem Boden und aufem Bett versucht (wir hatten ja keine Wickelkommode), aber davon bekam ich sehr starke Rückenschmerzen.Das ging gar nicht. Konnte mich dann erstmal immer kaum bewegen. Deshalb die Notlösung mit dem Holzbrett. Dann ging es meinem Rücken nach ca. 2 Monaten besser und die Kleine wurde beim Wickeln langsam unruhiger, sodass wir auf den Boden gewechselt sind. Fazit: Während der Wickelzeit auf dem Holzbrett hatte ich IMMER Angst und war besorgt. Ich hab immer versucht sie so schnell wie möglich zu wickeln. Meistens hatte ich dann auch noch meinen Mann daneben stehen. Auf dem Boden konnte/kann ich angstrei und viel entspannter wickeln. Der Boden ist auf jeden Fall sicherer. Die einzige Gefahr ist, dass das Baby mit zunehmender Mobilität (rollen, robben, krabbeln, gehen) auf und davon ist, während die Mama die Feuchttücher aus der Packung zupft…

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      Hallo Nuray, ich habe eine ähnliche Entwicklung durchgemacht und ja auch versucht höher zu wickeln, weil es so empfohlen worden ist. Ich habe dann auch immer sehr intensiv aufgepasst und meine Hand am Kind gelassen. Dieses Aufpassen hat mir allerdings Konzentration genommen und diese hatte ich dann nicht für mein Kind. Als pauschale Empfehlung (gemessen an den ganzen Unfällen)) würde icch eher rausgeben, Kinder auf dem Boden zu wickeln. Bin also ganz deiner Meinung.

  • http://www.facebook.com/people/Jana-Heinsohn/100001131919404 Jana Heinsohn

    Herrje, was für Gedanken :) Ganz altmodisch und spießig hatte ich bei beiden Kindern eine Wickelkommode (so gar die gleiche, obwohl 10 Jahre dazwischen liegen)… Ich bin ein bekennender Wickelkommodenfan!!! Unsere war groß, mit Schrank und 100 Meter Ablagefläche für sämtliche Pflegeutensilien, Windeln und Bodys.

    Klar hab ich aufgepasst und war auf der Hut, meine Mama hat mir schon damals mit 19 Jahren eingeimpft immer eine Hand am Baby zu lassen. Aber ich stand nie nervös oder schwitzend an der Wickelkommode und sah mein Baby mit nem Schädelbruch am Boden.

    Wenn man sein Baby wickelt, pflegt oder anzieht – soll man ja auch zwischendurch kein Käffchen schlürfen. Hab ich was vergessen, muss ich den Wurm eben auf den Arm nehmen und es mit ihm zusammen holen. :)

    Es gibt wahnsinnig viele Gefahrenquellen, die man nicht beeinflussen kann als Eltern, wo man machtlos ist… und ehrlich gesagt kann ich Wickelkommodenunfälle nicht verstehen!

    Vor ein paar Monaten sind wir umgezogen und die Wickelkommode musste bleiben, für die Waschmaschine war mir die Maus schon zu groß und wir haben uns für Boden und Couch entschieden. Habe jetzt mit Höschenwindeln am Tag begonnen, macht das Töpfchengehen einfacher.

    Ich hab dafür panische Angst wenn mein Mädchen dem Herd zu nahe kommt. :)

    Liebe Grüße ausm Osten …und mich stören deine Bananenwitze übrigens nicht im geringsten :)

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      Ich verstehe schon, eine stabile Wickelkommode ist natürlich teuer. Und ich will ja eigentlich auch garnichts gegen Wickelkommoden sagen, wenn man sich bewusst dafür entscheidet. Ich wäre nur dafür deutschlandweit das Risiko durch Empfehlungen zu minimieren, in dem die generelle Empfehlung lautet, lieber auf dem Boden wickeln. Es bleibt dann natürlich Eltern überlassen, wenn du so verantwortungsbewusst bist, ist das natürlich kein Problem ;) Ich bin oftmals etwas unkonzentriert und habe viele Ängste. Ich passe manchmal auch nicht richtig auf. Heute machte mich meine Mitbewohnerin aufmerksam, dass ich beim Braten mal eben die Küche verließ, um eine Tür zu schließen. Mein Baby spielte in einem Kasten und meine Mitbewohnerin war ja da. Dies ist allerdings schon fahrlässig, da ich nicht einfach davon ausgehen kann, dass meine Mitbewohnerin nicht auch gerade abgelenkt ist, ich hätte sie explizit darauf hinweisen müssen. Solche Nachlässigkeit will ich durch Risikovermeidung reduzieren. Deswegen koche ich zumeist auf den hinteren Platten.

  • Hummelchen84

    Ich mach mir da auch grad (natürlich viel zu früh!!) ein paar Gedanken dazu, und ich glaube auch, dass ich zu den Boden-Wicklern gehören würde.

    Die Kommoden, die nicht lachhaft schlecht verarbeitet und wackelig aussehen und auch sinnvoll Platz oben und Stauraum unten bieten kosten oft weit mehr als 800€, und das bin ich irgendwie nicht wirklich bereit auszugeben (bzw. hab die Wahl gar nicht).

    Ich stell mir das eigentlich ganz nett vor, am Boden zu wickeln, kann man doch auch unbekümmert noch Faxen machen, kuscheln, massieren, spielen oder sonstwas. So ein Wickel-Nestchen am Boden kann man bestimmt auch schön herrichten. Und dazu ein Heizlüfter daneben (ein ganz normaler, spart man die überteuerten wandmontierten, und noch dazu ist das Ding portabel), vielleicht ein bisschen Kuschelkram zum Ablenken falls das Wickeln grad langweilig wird.. ich seh eigentlich keinen Nachteil! (außer vielleicht wenn man mit Geschwisterchen hochschwanger ist..)

    Liebe Grüße!

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      Das mit den Faxen machen ist tatsächlich der Fall :) Bekommst denn bald Kinder??

      • Hummelchen84

         Wenn alles gut geht, sogar noch dieses Jahr ;)

  • http://www.babys-und-schlaf.de/ Mamaschlaflos

    Ich traue mich es ja kaum zu sagen, ich bin auch eine Wickelkommoden-Mutti ;-) Ich kann aber durchaus nachvollziehen warum manche Mütter (und Väter?) nur au dem Boden wickeln. Zum Glück ist mir bzw. den Kindern auch noch kein Unfall passiert.

    Ganz allgemein zu den Gefahrenquellen im Haushalt wollte ich noch auf die Ausstellung “Kinder im Haus!? – Erlebnisausstellung zur Unfallprävention” hinweisen, über die ich mal berichtet habe: http://www.babys-und-schlaf.de/2011/05/unfaelle-von-kindern-im-haushalt-verhindern/

    Dabei geht es darum Erwachsenen mal einen Haushalt aus Kindersicht zu präsentieren – sehr interessant!

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      Der Artikel ist wirklcih toll. In so ein Haus muss ich auch mal. Ich schreibe darüber mal einen ARtikel und verlinke dich dann :) Die Leute in dem Haus sehen wirklich aus wie kleine Kinder.

  • Lotte

    ich habe auch immer auf dem Boden gewickelt! Nur in letzter Zeit seit  mein Baby beim wickeln streikt weiche ich ab und zu auf andere Orte wie etwa die Waschmachine aus, denn dort liegt er seltsamerweise immer ruhig :) aber auf dem Boden war und bleibt mir auch das liebste Wickelkommoden sind doch nur Geldmacherei…