Wie ich bei der Geburtsplanung die Schmerzen vergaß

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Wird die Geburt mit Vorsätzen besser?

Wird die Geburt mit Vorsätzen besser?

Wenn eine andere Mutti, die ich per Blog verfolge, ein Baby bekommt, dann bin ich immer emotional eingebunden. Da sind ja immer viele eigene Erinnerungen mit verbunden. Vor drei Tagen hat Tati ihre kleine Martha zur Welt gebracht und schon circa eine Millionen Glückwünsche bekommen. Wenn ich mir die Babybilder so anschaue, dann wird mir erst richtig bewusst, dass mein Baby in guten drei Monaten schon zwei Jahre alt wird. Seitdem ich Mutter bin, habe ich das Gefühl, ich alter schneller und die Zeit verfliegt im Null Komma nichts.
Also schwelge ich in Erinnerungen, wie war das noch damals, als einfach mal ein ganzes Kind aus mir raus gekommen ist.

Wie ich Moses befahl meine Geburtspläne zu verbreiten

Ich war so betrunken von all den Hormonen, ich wollte meinem Baby den besten Start geben, denn der Start soll ja enorm wichtig sein. Ich habe mir das damals wie beim Laufen vorgestellt: Vermasselst du den Start, wird es schwerer die anderen wieder aufzuholen. Der Start musste also perfekt werden. So entschied ich mich für ein anthroposophisches Krankenhaus, das ungefähr in 20 Minuten per Auto zu erreichen war. Ich hätte auch in das große, moderne Krankenhaus bei mir um die Ecke gehen können. Fünf Minuten hätte ich da zu laufen gehabt, dann wäre ich da gewesen. Aber bei der Kreißsaalbesichtigung im großen und modernen Krankenhaus, stellte ich fest, dass es dort ungemütlich und unpersönlich war und ich fragte mich, wie ich mich da mit Wehen nur wohlfühlen soll. Deswegen entschied ich mich für das kleine, gemütliche, mit Wollladen im Foyer und Pfefferminzgeruch in den Gängen. Als zweites überlegte ich, dass eine Wassergeburt sicherlich viel besser wäre als eine Bettgeburt. Zudem nahm ich mir felsenfest vor, dass ich unter gar keinen Umständen Schmerzmittel annehme. Diese Vorsätze meißelte ich in meinem Kopf in Steinplatten, legte sie einem daher gelaufenen Moses in die Hände und befahl ihm, er solle meine Vorsätze jedem Bewohner in meinem Kopf predigen bis zum geht nicht mehr. Ich wollte nicht, dass in einer Extremsituation, so ein kleiner Heide in meinem Kopf schreit: “PDA, PDA, Bett, Bett” . Nachdem das also alles geklärt war, erklärte ich nur noch allen Menschen in  meinem Umfeld, dass Bettgeburten ja sowas von gestern sind und ich mich da bestimmt nicht festschnallen lasse.

Ahja ich war wirklich kurzzeitig komplett Wahnsinnig geworden, habe ich rückwirkend das Gefühl.

Der große Tag kam

Die Zeit verging rückwirkend viel zu schnell. Denn eines Abends im April, saß ich am Computer und verspürte das erste mal nach 9 Monaten so etwas wie Menstruationsbeschwerden. Diese Nachricht musste ich sofort meiner Freundin Re mitteilen, meine Re sollte mich nämlich in den Kreißsaal begleiten. Ich war wahnsinnig gespannt, geht es heute Nacht los? Das wäre irgendwie ungünstig, denn Re schrieb am nächsten Tag eine ihre Abiprüfungen. Ich ging also unruhig schlafen und wachte mehrmals auf, dank einiger Wehen.
Der große Tag fing ganz unspektakulär an. mein Baby tritt mir gegen die Rippen, mein Yogi Tee war viel zu heiß und das Wetter war schön sonnig. Ich hatte Wehen im Abstand von 5-10 Minuten. Mir fiel ein, dass ich noch gerne ein paar CDs und Bücher ausleihen würde, da ich die nächste Zeit bestimmt nicht mehr so häufig in die Bibliothek kam.  Also dackelte ich zur Bibliothek, dort angekommen, schlich ich eine Runde um ein Regal und schlich dann zur Toilette. Irgendwie waren die Wehen nun in ziemlich besorgniserregenden Abständen, so zwischen 2- 5 Minuten. Ich entschied mich wieder zu gehen ohne CDs und Bücher. Die 20 Minuten Nachhauseweg kamen mir unendlich lang vor. Alle paar Minuten hatte ich eine starke Wehe.

Verdammt, warum hat mir niemand gesagt, dass das wehtut?

Zwischen Bücherei und Taxi Richtung Krankenhaus lag eine Stunde. Ich hatte Re im Gepäck und versuchte ganz leise zu leiden, diese Taxifahrt ist wirklich die allerschlimmste in meinem Leben gewesen, ich hatte das Gefühl, die Wehen ließen mir keinen Platz mehr zum verschnaufen. Warum haben Ratgeber mir gepredigt, das es da Zeit gibt zum Erholen? Der Taxifahrer hatte wohl Angst um seine Polster (berechtigterweise) und grummelte, ob man da normalerweise nicht früher ins Krankenhaus fährt. Ja eigentlich schon, aber in meinem Ratgeber stand, dass so eine erste Geburt um die 20 Stunden nach Ankunft im Krankenhaus dauert. Ich hatte aber das Gefühl, dass mein Baby gleich auf dem guten Polster rausploppt. Ich kam genau richtig im Krankenhaus an, zehn Minuten nach Ankunft platze mit einem großen Schwall die Fruchtblase. Platsch, ich saß also da im nassen Bett und nicht in der Wanne. Die Hebamme hat gesagt ich dürfte nicht mehr in die Wanne, ich weiß leider gar nicht mehr, ob sie mir damals einen Grund nannte.

Als ich im Krankenhaus ankam  war mein Muttermund 5 cm geöffnet. Innerhalb einer Stunde öffnete er sich auf 10 cm. Ich verfluchte meinen Ratgeber, scheiß auf 20 Stunden und scheiß auf Wehenpausen. Die letzte Wehenpause hatte ich beim Einsteigen ins Taxi. Eine Hebamme st

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  • Niki

    Das klingt fast so wie bei mir xD
    Ich wollte partu keine PDA und am liebsten in der Wanne entbinden.
    Im Endeffet bekam ich nach 19Stunden Wehen doch eine PDA und die Wanne fand ich unter Wehen auf einmal ganz schrecklich und habs da höchstens 10Minuten drin ausgehalten, hatte eine Hitzewelle nach der anderen und wollte nur noch raus!
    Und auch ich entschied mich für das anthroposophische Krankenhaus anstatt für das direkt um die Ecke.
    Hast du zufällig auch in Herdecke entbunden?! xD
    Liebste Grüße,
    Niki

  • http://elfe-klitzeklein.blogspot.com/ Sarah

    haha .. Ja so ähnlich kenne ich das ;-) ..ratgeber… *lach* beim 1. War ich in der Klinik und es war nicht besonders toll zum Glück hatte ich von den 1. Wehen bis sie da war ca 5 Std. aber das war mir schon fast zu lange in dieser doofen klinik :-/
    Naaja.. Bei der 2. geburt  wars dann von der 1. Wehe bis mein Zwerglein da war nur kanppe 2 Stunden .. und Von 4 cm Muttemund bis Voll eröffnet warens vl .. ca ne viertel Stunde?!? naja sagen wir mal von 4 cm eröffnet bis sie da war , waren es ca 35 Minuten ;-) Hab dann dank meiner mega supi Hebi im Wasser ohne Klinik und ohne Schmerzmittel  zuhaus entbunden . So würd ich´s jederzeit wieder machen :-)