Warum gerade kleine Trotzkinder Kindergruppen brauchen

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Alltagsgeschichten  |   
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Der Eimer ist ein geduldiger Spielkamerad

Der Eimer ist ein geduldiger Spielkamerad

Gibt es etwas schöneres als ein kleines Kind, das auf alle deine Fragen mit einem entschlossenen: “Nein” antwortet? Haben Trotzkinder eigentlich auch Erbarmen für die zersägten Nerven ihrer Eltern? Ich frage mich das die letzten Tage mal wieder. Es ist kein Geheimnis: Mein Kleinkind hat den Trotz eimerweise gefuttert. Gestern wollte ich ein Sozialisierungsversuch starten und habe einen Spielenachmittag mit einer anderen Mama verabredet. Da meine Tochter normalerweise einigermaßen gesellschaftsfähig ist, dachte ich, dass es ein entspannter Nachmittag wird und sie sich bestimmt freut.

Leider habe ich mich getäuscht. Die Sozialkompetenz meiner Tochter hat sich anscheinend in Luft aufgelöst und so begann die Freundschaft der beiden Mädchen recht holprig. Was macht Mama dann, wenn das eigene Kind nicht bereit ist, sich an die Regeln aus dem Knigge zu halten. Ich stand mit roten Kopf, neben meinem Wuttroll der aus dem Häuschen war und versuchte ihr, die Gepflogenheiten unserer Gesellschaft näher zu bringen. Aber versuch mal bei einem kleinen Wuttroll einen Vernunftsapell hinzulegen, das geht nicht gut aus.

Hilfe mein Kind ist so sozialkompatibel wie ein heißer Stein

Wir saßen alle in dem schönen flauschigen Prinzessinenzimmer des andernen Mädchens: Mama, Tochter, andere Tochter, andere Mama. Wir wühlten gemeinsam in der großen Spielzeugtonne und  fischten Puppen, Bälle und blinkendes Spielzeug aus dem Eimer. Aber von einer Sekunde auf die nächste wurde mein Kleinkind eifersüchtig. Es lagen zwar vier Puppen zum spielen bereit, aber mein wohlerzogenes Kleinkind musste natürlich immer genau die Puppe bespielen, die das andere Mädchen gerade hatte. Sobald die Puppe dann stibitzt wurde und die andere Kleine hinter meiner Tochter herlief, um sich ihr Spielzeug wiederzuholen, lief meine Tochter kreischend und in einem Wortschwall aus: ” Nein, nein, nein” zu mir. Mama entschuldigte sich zum ersten Mal für ihre, aus den Fugen geratene Tochter. Das Spielen gestaltete sich aber weiterhin schwierig, meine Tochter lief jedesmal panisch weg, wenn das andere kleine Mädchen ihr näher kam, um sie ins Spielzimmer zu ziehen. Ich glaube es war ganz schön frustirierend für das andere Kleinkind, das meine Tochter so gar nicht mit ihr spielen wollte, sondern nur ihr Spielzeug bei Mama bunkern ging.

Der Höhepunkt war , als wir alle brav auf der Couch saßen, das andere Mädchen knabberte neben mir friedlich ihre Cornflakes und wir beobachteten mein Trotzkind. Mein Kleinkind alias Wuttroll hatte sich den Ball erobert, den sie nun durchs Wohnzimmer warf und dabei laut lachend den Kopf zurück warf. Dies sah ungefähr so aus wie die Bösewichte das im Film immer machen, selbst die Lache klang irgendwie gemein und das “Nein” preschte fortwährend aus ihrem Mund.

Als wir gingen, hatte das kleine Mädchen, bei dem wir zu Besuch waren ein Paradebeispiel im wahren Sinne des Wortes bekommen. Das andere Mädchen war so artig und schüchtern, lieb und dennoch aufgeschlossen. Ich wurde leicht rot, als ich dann auf den Treppenabsätzen nur noch hörte, wie sie zu ihrer Mutter nein sagte. Hilfe mein Kind hat schlechten Einfluss auf andere Kinder.

Mehr soziale Kontakte für ein trotzfreies Leben

Genau aus den oben genannten Gründen, wäre es toll gewsen, wenn mein Kleinkind in die Kindertagesstätte gekommen wäre. Wir haben leider keinen Platz bekommen, da dies in Köln sehr schwer ist. Mein Kleinkind hat Zuhause recht viele Freiheiten und bekommt viel Aufmerksamkeit, als sie allerdings noch zur Tagesmutter ging, war sie wesentlich ausgeglichener und war auch an gemeinsamen Spiel interessiert. So langsam verliert sich diese Angewohnheit, da sie nun nicht mehr jeden Tag in einer Kindergruppe einfügen muss. Sie genießt also sowas wie Narrenfreiheit.

An dem Beispiel meiner Tochter kann ich ziemlich gut erkennen, wie wichtig Kindergruppen auch für kleine Kinder sind. In der Kindergruppe hat sie sich damals niemals so benommen. Ich denke dort wäre sie ziemlich schnell mit ihrem Benehmen zum Außenseiter geworden. Auch kleine Kinder passen sich an und lernen durch die Gruppe, dass nicht nur ihr Wille zählt, sondern dass auch andere ihren Willen haben und dass  sie Kompromisse wie tauschen oder zusammenspielen eingehen müssen.

Damit der Trotzzwerg nun wieder gruppenkompatibel wird, suche ich nun tägliche Spielkontakte für meine Tochter, ich hoffe dass sie sich so ihren Größenwahn wieder ablegt und auch die Trotzreaktionen nachlassen, wenn sie merkt, dass sie damit bei den anderen Kindern keine Freunde macht. Die andere Mutti meldet sich nun leider nicht bei mir und meinem Bad Girl, vielleicht ist sie mit dem “Nein” ihrer Tochter nun beschäftigt?

So am Freitag steigt eine kleine Blogger-Fressorgie bei mir. Ihr seid gerne mit Sack und Pack eingeladen, meldet euch einfach an und sagt mir Bescheid. Die liebe Romy kommt auch schon vorbei.

Alles Liebe

Eure Maja

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  • http://www.mädchenzimmer.com/ Steffi – mädchenzimmer.com

    Ich freue mich total, dass ich gewonnen habe :)
    Nein, nicht Valentinstag.Mein Liebster hatte am Samstag Geburtstag.Und was macht man nicht alles…

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      ES freut mich auch sehr, dass du dich freust :D

  • Löckchenzauber

     Danke, dass du mich so herzhaft zum Lachen gebracht hast :))) Ich konnte mir wieder alles bildlich vorstellen, herrlich! Leider muss ich dich enttäuschen, denn deine Theorie mit den Spielgruppe, wie gar der Kita, stimmt nur halb. In der KiTa ist Mia nämlich auch das liebste Kind, was man je gesehen hat, aber wehe die KiTa wird durch die Tür mit Mama an der Hand verlassen. Ab da an war es das mit dem Engelchen :) Mi aist im Moment auch sooo frech und sooo anstrengend. Ich hoffe, es ist nur eine gaaanz böse Phase :) Lg

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      In den Situationen ist einem, ja meistens weniger zum lachen zumute, aber ich bin sicher in 18 jahren lache ich mit meiner Kleinen gemeinsam darüber :). Aber immerhin ist sie in der Kita lieb, da ist doch schon mal der halbe Tag gerettet ;). Ich habe jetzt noch mal einen Artikel gefunden, der mir sagt, dass das so muss mit dem Trotzen vielleicht hilft der dir auch 
      http://kinderverstehen.de/images/KV_Kap_7_fuer_Webseite.pdf

  • Madlen

    Grins. Ich stehe nun nach meiner Elternzeit auch wieder im Berufsleben als Erzieherin. Unser Sohn ist nun fast 15 Monate alt (24.12. geboren) und wir haben die typischen Trotzphasen, welche früher mit 3 Jahren ihren ersten starken Höhepunkt hatten, nun auch schon seit 3 Monaten daheim. Wie schon geschrieben wurde, da nützt die Krippe nicht viel: Unser Zwerg ist in der Krippe ebenso vorbildlich (wie auch meine Gruppenkinder) udn sobald das Gelände verlasssen wird, gehts los. Das ist das Privileg von Eltern. :-))))  Und ja, die Trotzphasen sind tatsächlich pädagogisch sehr wichtig und notwendig. Da formt sich nämlich der Charakter unserer Zwerge wesentlich. Kinder mit schwachen Trotzphasen sind zwar leichter zu händeln – und man wird nicht rot – aber sie haben es sehr oft für sich selbst schwerer sich durchzusetzen etc. Muss nicht, aber ist oft so. Ich lasse meinem Sohn die Trotzphasen. Wenns zu bunt wird, schnall ich ihn unter meinen Arm und wir zischen halt ab :-)))