Warum eine natürliche Geburt im Gegensatz zum Kaiserschnitt die Bindung zwischen Mutter und Baby unterstützen kann

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Schwangerschaft  |   
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Mein großes Baby :)

Mein großes Baby :)

Wie habt ihr euch eigentlich nach der Geburt gefühlt? Ich lag platt wie zugedröhnt in dem Krankenhausbett und hatte ein Baby auf dem Arm. Ich weiß noch, dass mir eine Schwester plötzlich meine Plazenta hinhielt und ich in einem Schwall von Perfektionismus versuchte, irgendeinen runterhängenden Faden auf die Plazenta rauf zu legen. Ganz ehrlich: Hätte mich jemand gefragt, was ich fühle, ich hätte nicht besser antworten können, als die meisten Fußballer nach dem Sieg der Fußballweltmeisterschaft: “Ich habe das noch alles überhaupt nicht richtig realisiert.” Dennoch habe ich wie in Watte gepackt, lange und ausgiebig meinen neuen, kleinen Welt-meister betrachtet.

Leider hatte ich nun keine wirklich drogenfreie Geburt, da ich ja auf PDA war. Zum Glück aber musste ich auch keinen Kaiserschnitt machen und lag nun dort mit dem Baby und konnte mir wenigstens denken, dass ich glücklich bin.

Ihr wisst doch, dass diese Artikel nicht gegen irgendjemanden sind, der sich unter Lebensgefahr für einen Kaiserschnitt entschieden hat. Ich wollte nur diese Nähe zu meinem Kind und die Verantwortung übernehmen, die zu einer Mutterschaft dazu gehört und dies bedeutete für mich, dass ich es mir nicht einfach machte. Aber natürlich kann auch ein Wunschkaiserschnitt durch unüberwindbare Ängste motiviert sein und ich denke es ist auch nicht wirklich fatal, so dass ich dafür jemanden verurteilen würde. Dennoch würde ich gerne dazu noch ein paar Positionen ausbreiten und etwas aus dem letzten Artikel zu den Kaiserschnitten richtig stellen.

Warum werden Kaiserschnitte durchgeführt:

Erstmal legen sich Kinder gerne quer. Dann kann es sein, dass die Frau ein zu schmales Becken hat. Der Mutterkuchen kann sich zudem zu früh ablösen, die Plazenta kann falsch gelegen sein, Krankheiten sind eine Gefahr bei einer natürlichen Geburt oder die Nabelschnur wickelt sich ungünstig um das Baby. Bei allen Varianten besteht Gefahr für die Mutter und das Kind. In diesen Fällen gibt es keine Alternative und mit Sicherheit gibt es noch mehr Komplikationen, die ich hier nicht aufgezählt habe.
Sunset (http://www.pusteblumenbaby.de/)
Doch der starke Eingriff  (der ein Kaiserschnitt ist) wird in unserem Beautyzeitalter, in dam das Messer ohnehin Freund der jungebliebenen Frau ist, gerne verharmlost. Gerade die Stars und Sternchen fürchten sich ja vor den Schwangerschaftsstreifen und greifen daher gerne auf die gezielten Schnitte zurück. So sind zum Beispiel in vielen Privatkliniken die Kaiserschnittraten bei 70 Prozent. Was ich aber auch als Grund hinterfragen wollte, waren nicht die Eitelkeiten, sondern vielleicht auch Krankenhäuser, die nicht genügend aufklären. Der Verdienst den vielleicht Krankenhäuser an Kaiserschnitten einfahren können, scheint hier doch sehr wesentlich zu sein.

Zu den Kosten heißt es bei Wikipedia:

“Natürliche Geburten sind für das Gemeinwesen wesentlich billiger, da keine Kosten für eine Operation anfallen und weil Frau und Kind in der Regel schneller das Krankenhaus verlassen könnten. Eine Geburt per Kaiserschnitt kostet die Krankenkassen zwischen 4.700 und 6.000 Euro (eine natürliche nur ca. 2.000 Euro).” http://de.wikipedia.org/wiki/Wunschkaiserschnitt

Nun es erscheint mir doch plausibel, dass bei den Geldern, die Krankenhäuser benötigen, um sich zu finanzieren, sie doch ein Interesse daran haben, Kaiserschnitte durchzuführen. Krankenhäuser belegen gerne ihre Betten. Bei Wikipedia ist zudem auch nachzustöbern (http://de.wikipedia.org/wiki/Wunschkaiserschnitt), dass die Wunschkaiserschnitte eben oftmals als medizinisch notwendig deklariert werden und daher keine eindeutigen Zahlen über die Wunschkaiserschnitte ermittelbar sind. Auch hier fragt sich natürlich, warum die Ärzte bereit sind, etwas als medizinisch notwendig vor der Krankenkasse abzurechnen, obwohl es nicht medizinisch notwendig ist. Wir unterstellen aus Höflichkeit schlicht, dass es sich um Gutmenschentum handelt, doch die Frage, ob sie nicht eher zum Profit gezwungen sind, drängt sich doch auf oder?

Der Anteil der Wunschkaiserschnitte (den Krankenkassen in der Regel nicht bezahlen, es sei denn er wird als medizinisch notwendig ausgewiesen) hat sich innerhalb von 10 Jahren dramatisch erhöht. Von unter 20 Prozent auf über 30 Prozent im Jahr 2006 sind die Kaiserschnittraten gestiegen (http://de.wikipedia.org/wiki/Kaiserschnitt). Da nun aber nicht zu erwarten ist, dass vorher 10 Prozent der Kinder unter Lebensgefahr geboren worden sind, können wir wohl mit aller Deutlichkeit von Wunschkaiserschnitten ausgehen. Die Frage für mich ist, was die Beweggründe sind, warum sich Frauen für Wunschkaiserschnitte entscheiden. Meine These hierzu war nun, dass Ärzte gerne nur halbe Wahrheiten erzählen, das heißt Risiken des Kaiserschnittes nur gesetzeskonform verlesen und die Vorteile einer natürlichen Geburt nicht erwähnen. Für mich kam ein Kaiserschnitt nicht in Frage, aber um es klar zu stellen, unter Lebensgefahr hätte ich es selbstverständlich auch machen lassen.

Was sind die Vorteile einer natürlichen Geburt?

Nun die Risiken eines Kaiserschnitts sind bei Wikipedia lang und breit erklärt, was mich allerdings zu einer natürlichen Geburt bewegt hat, war schlicht die Nähe, die Kinder durch das anschließende Bonding bekommen. Meine Tochter lag bei mir auf der Brust und ich habe sie schlicht angeschaut und sie hat sich an mich angeschmiegt und meine Nähe aufgesogen.

Bei Wikipedia heißt es hierzu, dass Stillen nach einem Kaiserschnitt zwar genauso möglich wie nach einer natürlichen Geburt sei, dass das Stillen sich aber zumeist verzögere und der Milcheinschuss einen Tag später stattfinde. Ein frühes Bonding im Gegensatz fördere, so Wikipedia, eine gute Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind. Auch andere Daten weisen noch auf die positiven Effekte einer natürlichen Geburt (die ich auch nicht so ganz hatte) hin. So verringere sich beispielsweise die Säuglingssterblichkeit und auch die Atmung noch der Geburt funktioniere besser.

In dem anthroposophischen Krankenhaus ließen sie uns noch sehr lange nach der Geburt bei gedämpften Licht liegen und obwohl ich es nicht wirklich realisiert habe, wusste ich doch irgendwie, dass ich eine Art Weltmeisterschaft hinter mich gebracht hatte :) Ich war glücklich ohne viel medizinisches Personal einfach nur bei meiner nigelnagelneuen Tochter zu sein ;)

Alles Liebe

eure Maja

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  • Antje

    Passend zu deinem Thema,kann man in meinem heutigen Post meine Gedanken und Gefühle kurz nach dem Notkaiserschnitt meines Sohnes nachlesen.
    http://mimonemo.blogspot.de/2012/04/erinnerungen.html 

  • VanessaRuppert

    Ich hatte wie gesagt nen KS.  Leandra und ihc hatten von Anfang an trotz schwieriger Geburt einen super Start und stillen????Kein Problem. Sogar die Hebammen waren begeitert von uns. Nicht umsonst bin ich am driten Tag morgens nach Hause. Meine Schwägerin hatte eine Wassergeburt und was war?Sie und ihr Sohn haben von Anfang an keine Bindung aufbauen können, warum auch immer. Stillen ging auch nicht.  Soviel dazu. Natürlich will ich KS nicht gut reden. Eine normale Geburt ist immer was besonderes. Aber man sollte nicht so negativ über KS reden….Ich verurteile niemanden der einen Wunsch KS haben möchte. 

    • Maja Mx

      Verurteilen tue ich niemanden, aber 

      • Maja Mx

        aber aber :) Nein nochmal… Es geht doch überhaupt nicht darum jemanden im Nachhinein für einen Kaiserschnitt zu verurteilen, sondern Orientierung für die Zukunft zu geben. Mal ganz ehrlich, eine gute Elternschaft entscheidet sich nicht mit dem Zeitpunkt der Geburt. Aber es gibt schon einige Indikatoren, die wir nicht so genau nehmen. Auch Autoimmunkrankheiten werden auf den Schock bei der Geburt zurück geführt. Einfach ist das alles nicht zu durchleuchten und persönlich gibt es immer Fallbeispiele wo es super klappt und auch Beispiele, wo es nach anfänglichen Komplikationen super klappt. Um aber schließlich und letztlich sich mal von der subjektiven Kapsel zu lösen, hilft oftmals nur der Blick in die Statistik und dort stehe ich auf Seiten der Hebammen, die eher natürliche Geburten empfehlen.

  • VanessaRuppert

    Ich hatte übrigens nen Notks

    • Schnuppistern

      Ich habe meine zwei Kinder auch per Notkaiserschnitt bekommen. 

      Die erste Schwangerschaft war die Hölle, denn ich hatte schon ab der 28SSW heftige Wehen, der Muttermund war geöffnet und das hieß, liegen, liegen, liegen. Die Lunge wurde schon in der 31.SSW aufgespritzt. Die Kleine kam dann 5 Wochen zu früh per Notkaiserschnitt.

      Ein Jahr später das gleiche Spiel wieder. Dieses mal drei Wochen zu früh. Auch Notkaiserschnitt. Es wäre aber so oder so einer geworden, wegen falscher Lage und gesundheitlichen Bedenken. 

      Mir war es das Wichtigste, das es meinen Kinder gut geht. Mir fehlt nichts, denn ich durfte meine Kleinen jederzeit sehen. Mir wurden meine Kinder sofort gezeigt. Meine zweite durfte ich noch im OP halten und fünf Minuten später haben sie sie mir schon ins Bett gelegt.

      Ich persönlich finde, das es ist egal ist, wie die Kinder auf die Welt kommen, die Hauptsache ist doch, das es ihnen dann gut geht. Mir fehlt oft das Verständnis das viele Frauen dann denken, sie hätten etwas falsch gemacht oder die “Richtige” Bindung fehle. Bindung wird auch noch zwei Stunden später aufgebaut. Durch Körperkontakt, kuscheln, reden, singen etc. 

      Wir haben auf die Geburt selbst keine Kontrolle und oft läuft es einfach nicht so. Aber sich dann als schlechte Mutter zu fühlen, weil Frau nicht fähig war ihr Kind natürlich auf die Welt zu bringen, das finde ich falsch. 

      Lg

      • Purzelmama

        Ich kann jedes einzelne Wort unterschreiben und sehe das ganz genau so wie du. Keine Frau der Welt sollte sich wegen einem Kaiserschnitte Vorwürfe machen. 

  • rage

    lassen sie mich meinen kommentar dazu abgeben. ich bin 36, habe drei kinder und alle drei kamen per kaiserschnitt zur welt. das ist nix, auf was ich stolz bin, aber auch nix, das ich bedaure. das erste – und auch das zweite – kamen in einer privatklinik zur welt, von der sie bestimmt sagen würden, dass sie kaiserschnitte fördert. war bei mir nicht so, kann sich aber auch um zufall gehandelt haben. bei meinem ersten sohn bestanden die ärzte darauf, dass es sich nicht um einen wunschkaiserschnitt handle, sondern die gesundheit von mutter und kind nicht gewährleistet wäre. meine antwort: mir ist es egal, wie das kind zur welt kommt, hauptsache, es geht ihm und mir gut. 

    bonding, stillen, etc. war nie ein problem, und ich war auch am tag 1 nach der geburt wieder auf den beinen. es kann glück gewesen sein, dass es so kam, aber ganz ehrlich: die ganze statistik und das waswärewenn und besserwissereien können mich mal. man hat glück oder nicht, in beiden fällen. und dafür kann man in der regel nichts. wenn es einem bei einer natürlichen geburt den unterleib zerfetzt, dauert es auch seine zeit, bis das bonding anfangen kann. da nutzen einem statistiken dann auch nicht mehr. aber eben. ich hatte bei keiner kaiserschnitt-op auch nur die kleinste komplikation, mir wurde das baby sofort danach auf die brust gelegt, noch während ich wieder zugenäht wurde. oder der papa durfte es halten. (das ist kein seitenhieb, ich bin nun mal verheiratet und der kindsvater war immer anwesend.) auch die narbe war nie ein problem, nicht das leiseste ziepen, die kleinste verhärtung. 

    ganz ehrlich, ich glaube nicht an diesen ganzen quatsch. mutterliebe, nähe, all das manifestiert sich nicht in der form der geburt. weder das eine noch das andere machen einen zur besseren mutter. die hauptsache, und da hör ich bei ihnen doch zweifel heraus, ist, dass es für einen selbst stimmt. ob man alleine im wald gebären oder mit der besten freundin einen kaiserschnitt durchzieht, das alles ist nix für die statistik, sondern nur für einem selbst wichtig. 

  • Jenny Burdinski

    Auch hier muss ich sagen das es nicht stimmt das die Bindung zum Kind schlechter ist als bei einer natürlichen Geburt. Bonding gibt es auch nach einem KS!!!! Auch bei mir…und ich hatte ebenfalls einen Notkaiserschnitt …. Und stillen? Auch hier kein Thema… Das sind wirklich Ammenmärchen. Ich will jetzt nicht wieder die Böse sein…aber heutzutage läuft ein Kaiserschnitt wesentlich besser ab als vielleicht noch vor 10 Jahren. Trotz allem würde ich auch immer eine natürliche Geburt bevorzugen…aber manchmal hat man eben keine andere Wahl und da sollte man jetzt keiner werdenden Mama Angst machen :-) LG

  • Lubi

    also ich habe zwei Wassergeburten gehabt und die Bindung war super…  genauso wie nach dem Kaiserschnitt…lag vielleicht daran dass ich Kreuzstich hatte…mit der Milch hatte ich auch kein Problem…genauso wie mit dem Stillen nicht…Wikipedia ist oft nicht die beste Quelle, genauso wie eine Mama besser weiß was Ihr Baby braucht und nicht der Herr Doktor :)
    Liebe Grüße …
    lauter tolle Themen Maja :)
    Ich weiß von Freundinnen, aber auch aus eigener Erfahrung, dass Kaiserschnitt Kinder eher anhänglicher sind als die Normalgeborenen…Es gibt jedoch überall Ausnahmen :)

  • http://www.facebook.com/people/Jana-Heinsohn/100001131919404 Jana Heinsohn

    Ich glaub hierzu schreib ich nen Gastbeitrag (Gewinnspiel) …muss mich nur noch trauen :)

  • Purzelmama

    Dazu muss ich auch etwas schreiben. Zu den meisten Themen will ich mich nicht äußern weil ich zwar oftmals anderer Meinung bin, mir aber nicht allzu sehr am Herzen liegt, diese lautstark zu verfechten. Doch was diese Spontangeburt versus Kaiserschnitt-Sache angeht, da will ich auch meinen Senf dazu abgeben. 
    Dazu gehört natürlich immer die eigene Geschichte. Also in Kurzfassung: 
    Zu Beginn der Schwangerschaft war ich mir sicher, die Geburt mit ihren unvorstellbaren Schmerzen, nicht zu schaffen und zog einen Wunschkaiserschnitt in Erwägung. Aber wie von selbst hat sich meine Meinung im Laufe der Zeit geändert bzw. hab ich mich langsam ein bisschen auf diese Geburtssache eingelassen. Doch immer mit der Sicherheit dass ich diejenige bin, die entscheidet und sich jederzeit entscheiden kann. 
    Mein Sohn kam nach einem Blasensprung 6 Wochen zu früh auf die Welt. Vom Zeitpunkt als die Wehen eingesetzt haben bis zu dem Moment als er auf der Welt war, vergingen nur etwa 2 Stunden. Für eine PDA war keine Zeit mehr obwohl ich vor den Schmerzen unglaublich Angst hatte. 
    Dass er so klein und zierlich war, war für die Geburt mein Glück. Ich konnte 15 Minuten später aufstehen und war topfit. 
    Da mein Purzel Atemprobleme hatte, durfte er nur 10 Sekunden auf meinem Bauch liegen, dann haben sie ihn ins Versorgungszimmer gebracht. Nur wenige Stunden später wurde dann eine Ösophagusatresie (Speiseröhrenfehlbildung) festgestellt und der Kleine musste noch an seinem Geburtstag für 7 Stunden in den OP. Alles verlief gut, doch die folgenden vier Wochen hat er im Wärmebett auf der Intensivstation verbracht. Angeschlossen an diverse Geräte und Infusionen. Bonding war also kaum möglich, auch wenn wir selbstverständlich alle Kraft aufgebracht haben, um im Nähe zu geben. Von Früh bis Spät saßen wir bei ihm am Bett und haben ihn gehalten. Auch nach der Entlassung wurde erstmal viele Wochen nur gekuschelt und Zeit aufgeholt. Ich glaube nicht, dass die Bindung zwischen meinem Purzel und mir aufgrund unserem schweren Start gelitten hat. Auch wenn er so ein kleiner Mensch ist… ein Baby merkt wenn jemand für ihn da ist. Auch wenn die Regeln des 08/15-Starts vielleicht nicht eingehalten wurden!
    Im Übrigen: wäre die Diagnose schon vor der Geburt festgestanden, dann wäre mein Sohn per Kaiserschnitt auf die Welt geholt worden. 

    Ich möchte mit meiner Geschichte folgendes sagen: 
    Jede Frau hat das Recht über sich selbst zu bestimmen. Natürlich bin ich der Meinung dass eine Spontangeburt durchaus für Mutter und Kind ihren Sinn hat. Aber wenn man sich als Frau aus welchen Gründen auch immer dagegen entscheidet und einen anderen Weg geht, so ist dieser auf keinen Fall wegweisend für eine gestörte Bindung, negative Entwicklung oder dergleichen!
    Natürlich ist es schön wenn man nach der Geburt gemeinsame, intensive Zeit verbringen kann. Doch wenn dies nicht möglich ist, ist nichts verloren! Die Summe der Momente macht ein glückliches (Zusammen)Leben!

    Falls euch unsere Geschichte interessieren sollte… auf meinem Blog steht mehr dazu. Soll aber an dieser Stelle keine Werbung sein. Mir lag in diesem Fall nur am Herzen, mich zu äußern. 

    • Maja Mx

      Das ist keine Werbung, du kannst deinen Blog ruhig erwähnen

      • Purzelmama

        :-) War ein Scherz. Ich freu mich natürlich über jeden Besucher. 
        Aber kennst du diese kommentierwütigen Damen, die nur einen halbherzigen Satz da lassen, den link zum eigenen Blog aber keineswegs ungenannt lassen?  ;-)  Zu denen will ich nicht gehören  :-)

  • Lubi

    Vielleicht trifft das mit der Bindung eher auf die Kaiserschnitte mit Vollnarkose. Ich kenne viele Frauen die Ihr Kind danach nicht annehmen können oder Schwierigkeiten damit haben. Der Geburtsvorgang fehlt…man bekommt ein Kind in die Hände gelegt ohne “etwas gespürt zu haben”. 

  • Christine

    Ich denke auch hier gibt es solche und solche. Wie schon geschrieben wurde könnte ich mir auch vorstellen das es nach einer Vollnarkose schwierig ist mit dem annehmen etc.
    Ich hatte beide KS nur mit einer PDA. Das heißt man spürt trotzdem etwas. Zudem hatte ich bei dem ersten ja noch die 40 Stunden Wehen. Schmerzen waren also genug da:) Bei der OP war ich bei vollem Bewusstsein und konnte ja quasi spüren wie sie grade mein Baby holen ( und nein es ist nicht angenehm:) Danach durfte ich es kurz anschauen und streicheln und küssen. Dann ist mein Mann mit der Hebamme mit. Ich wurder zugenäht und durfte 20 minuten später zu den beiden in den Kreissaal. Dort durften wir noch 2 Stunden als Familie zusammen bleiben. Inklusive Bonding und anlegen ( stillen hat bei uns auch bei beiden super geklappt).
    Meine Meinung ist das es viel damit zu tun hat wie man selber dazu steht. Mache ich mich jetzt verrückt weil ich keine normale Geburt hatte und ziehe mich runter dann kann ich auch keine Bindung zum Kind aufbauen und durch den Stress den man sich dadurch selber macht klappt das mit dem stillen weniger ( Ist meine Meinung).
    Wenn man sich aber einfach über sein Kind freut und zu sich selbst sagt” Du hast das jetzt geschafft” auf welchem Wege auch immer ohne sich Vorwürfe zu machen das man keine Spontangeburt hatte dann hat man mehr Platz für die Gefühle die eine Bindung zum Kind aufbauen ( ich hoffe das ist jetzt nicht zu verwirrend geschrieben:)
    Ich finde es gut wenn die Frauen es zumindest versuchen auf natürlichem Wege zu entbinden, wenn es aber doch ein Kaiserschnitt werden sollte ( z.B. aus medizinischen Gründen) dann darf man sich nicht als Versager sehen!
    Liebe Grüße

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  • Beizun

    Meiner Meinung nach sollten Kaiserschnitte nur in medizinischen Notfällen durchgeführt werden. Freilich gibt es Frauen, die sich aus Angst vor Schmerzen / aus Sorge um ihre Figur / weil das Datum so toll ist (Stichwort 11.11.2011, 12.12.2012, am besten noch um 12:12 Uhr) o. ä. für einen Kaiserschnitt entscheiden. Das ist total unnötig! Mir kann keiner erzählen, dass er oder sie noch nix davon gehört hat dass eine Geburt kein netter Spaziergang durchs Zuckerwatteparadies ist. Sowas tut nunmal weh. Deswegen heißen die Wehen schließlich Wehen. Aber dieser Schmerz lässt sich aushalten. Definitiv! Die Schmerzen nach einem Kaiserschnitt schätze ich weit schlimmer ein. Und die Wundheilung soll sich wohl auch um einiges schwieriger gestalten als bei einer natürlichen Geburt. Ich hoffe, dass ich diesen Vergleich nie am eigenen Leib ziehen “darf”. Wir sind nun mal von Natur aus nicht darauf ausgelegt, dass jedes Mal wenn die Wehen einsetzen, jemand daher geeilt kommt und einen Dammschnitt macht, eine PDA legt wenn die Schmerzen zu groß werden, den Wehentropf aufdreht wenn es nicht schnell genug geht… Wir sind mit allem ausgestattet was wir zum Gebären brauchen. In aller Regel sollte es daher auch problemlos klappen. Wieso also ein Loch in die Wand reißen, wenn gleich daneben eine Tür ist?
    Meine Hebamme hat den Kaiserschnitt mal aus der Sicht des Säuglings erklärt: Stell dir vor, du liegst im warmen Bett und schlummerst. Plötzlich kommt jemand rein, zieht mit einem Ruck die Vorhänge zurück und reißt dir die Decke weg. Mit einem Mal ist es grell erleuchtet und kalt. Würde euch das gefallen?
    Ich lese gerade das Buch “Kinder verstehen – Born to be wild: Wie die Evolution unsere Kinder prägt” von Herbert Renz-Polster (das Buch hab ich schon nach den ersten 12 Seiten geliebt ;-)). In diesem wird erklärt, wie bestimmte Verhaltensweisen den Kindern in der Vergangenheit (in der Steinzeit, als es noch keine Häuser mit Heizungen, Alarmanlagen usw. sondern viele hungrige Raubmiezen gab) das Überleben gesichert haben. Im Kapitel über Bindung zwischen Mutter und Kind ist auch einiges zu diesem Thema zu lesen. Unter anderem stellt der Autor fest, dass der frühe Kontakt zwischem Mama und Baby, der bei einer natürlichen Geburt sicherlich leichter zu realisieren ist als bei einem Kaiserschnitt (vor allem bei Vollnarkose), das Kennenlernen erleichtert, aber nicht die Zukunft bestimmt. Das Zeitfenster für die Bindung bleibt beim Menschen ziemlich lange offen.
    Desweiteren liefert das Buch auch Anhaltspunkte zu der Frage, wieviele Kaiserschnitte nun wirklich notwendig sind und wieviele vermeidbar wären. Bei den Naturvölkern sterben demzufolge drei bis vier Prozent der Babys oder Mütter bei der Geburt mangels moderner medizinischer Hilfe. Dieser Wert liegt weeeiiit unter unserer Kaiserschnittrate!
    Aus Erfahrung weiß ich, dass so manches medizinische Personal bei Abweichungen von Schema F wie ein Haufen kopfloser Hühner reagiert anstatt Mutter Natur einfach mal ihren Lauf zu lassen. Die versuchen gleich alles mit Hormonen zu regulieren und die Geburt voranzutreiben. Wenn die Geburt ins Stocken gerät liegt das häufig daran, dass die Mutter erschöpft ist. Anstatt Mama in spe eine Pause zu gönnen, dreht man hierzulande den Wehentropf auf. In vielen traditionellen Kulturen gibt man der Mutter in einem solchem Fall schlichtweg was zu essen. Danach geht es gestärkt in die nächste Runde – pardon, Wehe.
    Der Kaiserschnitt ist für so manche Frau ein wahrer Segen, aber ich bin der Meinung, dass unsere Gesellschaft es übertreibt. Wir sollten uns – auch in vielen anderen Bereichen – wieder auf unsere Wurzeln besinnen, wieder lernen unserer inneren Stimme zuzuhören und zu vertrauen.

    So, das alles musste mal raus aus meinem Kopf ;-) Ich hoffe, ich hab das nicht allzu wirr geschrieben.