Vom Unsinn des Betreuungsgeldes – Frühkindliche Betreuung erhöht die Intelligenz

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Ich bin gegen das Betreuungsgeld und ihr?

Ich bin gegen das Betreuungsgeld und ihr?

Geld ist irgendwie wichtig, aber einer Mutter ist schnell bewusst, dass Geld oftmals wenig bedeutet. Ich komme tatsächlich mit sehr wenig Geld klar und HartzIV plus Kindergeld ist für mich ein purer Luxus. Dennoch würde ich lieber das Kindergeld abgeben und meinem Kind davon einen Kindergartenplatz kaufen. Ich denke es wäre so wichtig, dass sie jeden Morgen freudig in den Kindergarten geht, dass ich ihr morgens Frühstück mache, sie einen Schluck Orangensaft nimmt, ich ein paar Gurken serviere, das Pausenbrot mit Herzchenförmchen aussteche (das mache ich wirklich irgendwann), sie anziehe und sie schließlich im Hoppsalauf zum Kindergarten bringe. Ich würde gar ans Ende der Welt gehen, um sie unter andere Kinder und zwar regelmäßig zu bringen. Daher würde ich das Betreuungsgeld der CDU, was jetzt in der Debatte ist, auch überhaupt nicht haben wollen. Ganz ehrlich: Was ich mir wirklich wünsche, ist ein Kitaplatz für meine Tochter und nicht noch mehr Geld, um ruhig gestellt zu sein. Aber wie das so ist als HartzIV-Empfängerin würde ich auch das Betreuungsgeld nicht bekommen. Um es nochmal zu sagen, falls tatsächlich jemand von den Abgeordneten das hier liest: Ich würde gerne arbeiten.

Kitas machen Kinder reich und schlau

Das Betreuungsgeld zeigt mir nun wieder an, dass viele Eltern ihre Kinder lieber zu Hause halten, als sie unter andere Kinder zu bringen. Warum aber wollen Eltern ihre Kinder eigentlich so gerne zu Hause beschützen? Sollten unsere Kinder nicht so schnell wie möglich das Soziale erlernen? Ich erzählte ja schon wie meine Tochter mit mir nur durch Nein-Sagen interagiert. Dies macht sie, weil sie keine andere Wahl hat als sich durch konsequentes Nörgeln durchzusetzen. Andere Kinder aber kooperieren nicht so herrlich wie Mutti, da müsste das Wutkind schnell eine gleichwertige Form des Umgangs finden.

Nun gut, bis hierhin ist alles Spekulation. Studien aus Norwegen belegen nun aber, dass sich Kinder in Kitas besser in unsere Gesellschaft integrieren und so auch eher Erfolg haben. Die ZEIT legte dies einst sehr deutlich dar. Diese Studien aus Norwegen sind wohl ein Schlag ins Gesicht von Eva Herrmann, für sie war schließlich eins klar, dass Mutti auf Arbeit ihre Kinder dem seelischen Lotterleben übergibt. Hermann richtete sich damals auch gegen die Pläne der Bundesregierung, mehr Kinderkrippen zu bauen. So zitiert sie die Zeit: “Jedes schon früh fremdbetreute Kleinkind ist eines zu viel.” Diesen Menschen wie Hermann ist es wohl zu verdanken, dass ich hier immer noch den ganzen Tag Spielkameradin meiner Tochter bin und sie nicht genügend Abwechslung bekommt.

Ich glaube durchaus, dass wir mit dieser Mama-Kind-Kombination eher Sozialkrüppel züchten. Während mein Baby bei der Tagesmutter noch sehr aufgeschlossen mit anderen Kindern spielte, so sieht ein Jahr später ihr Sozialverhalten gänzlich anders aus. Sie hat es schwer mit anderen Kindern Kontakt aufzunehmen. Dies gilt auch für so viele Kinder auf dem Kinderspielplatz. Gestern erst lief meinem Kleinkind ein gleichaltriger Junge über den Weg, der pauschal mal Angst vor meiner Tochter hatte (vielleicht hatte er aber auch schon von meinem Kind aus Dynamit gehört). Ein anderes mal sprach ich mit einer Mutter, die mir erklärte, dass ihr Kleinkind so schüchtern sei, weil es noch nie mit anderen Kindern Kontakt hatte. Als mein Kleinkind von einem anderen Planeten, so staunte der junge Mann mit großen Augen meine einjährige Tochter an:

“Was ist denn das? Es gibt andere kleine Menschen? Ich bin nicht allein?”

Nur nicht die Hoffnung verlieren ;)

Nur nicht die Hoffnung verlieren ;)

Weniger Schulabbrecher, mehr Akademiker

Nach dem Artikel der ZEIT ist das Fazit nun eindeutig: ”Staatlich subventionierte Kinderbetreuung hat starken positiven Einfluss auf das spätere Erwachsenenleben der Kinder”. Wer demnach in einer staatlich finanzierten Kindertagesstätte gewesen sei, habe im Alter von 30 eine bessere Bildung und ein höheres Einkommen. Da der Staat ab 1975 die Kinderbetreuung stark ausbaute, ließt sich dies hervorragend anhand der Daten verfolgen.

Schulabbrecher waren unter den betreuten Kindern wesentlich seltener. Die Wahrscheinlichkeit eine Universität zu besuchen erhöhte sich um sieben Prozent. Bessere Ausbildung bedeutet schließlich besseres Einkommen. Besonders stark war dieser Effekt übrigens bei Kindern aus Unterschichten-Familien (zu diesen gehöre ich ja mit meiner HartzIV-Pauschale auch).

Die einen behaupten also Fremdbetreuung mache depressiv, fördere Alkoholismus und Gewaltbereitschaft, ziehe unsere Kinder in den Abgrund, die Daten aber sprechen klar dagegen. Dies denke ich auch und deswegen finde ich, dass wen wir unseren Kindern das beste tun wollen, sie möglichst früh regelmäßig mit anderen Kindern spielen lassen sollten. Was denkt ihr?

 

Wünscht ihr euch für eure Kinder einen KITA Platz?
Nein, bis zum dritten Lebensjahr nicht!
Ja!
Ich bin mir noch unsicher.
Auswertung

 

Alles Liebe

Eure Maja

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  • Katie Taschgnilk

    Hey,
    ich habe zwar selber noch keine Kinder, teile aber deine Meinung. Ich schreibe jetzt meine Bachelorarbeit zum Thema Familienpolitik, wo ich einen Fokus auf das Thema Betreuungsgeld legen möchte. Obwohl ich da natürlich objektiv-wissenschaftlich rangehen muss, kann ich mich nicht von meiner Meinung lossagen, die du in deinem Artikel ziemlich gut auf den Punkt gebracht hast.
    Ich lese deinen Blog übrigens ziemlich gerne, wenn auch meistens still ;) Ich kann halt keine Erfahrungen oder so beitragen, aber ich finde, dass du eine ganz tolle Einstellung hast was Erziehung angeht. So möchte ich es später auch gerne machen.

    Liebe Grüße, Katie
    http://www.cuchilla-pitimini.blogspot.de

  • http://www.facebook.com/people/Jordbær-Blomst/100003493706729 Jordbær Blomst

    Hm. Das Betreuungsgeld mal beiseite gelassen: Ich finde, dass Kinder erst ab einem bestimmten Alter wirklich vom regelmäßigen Zusammensein mit Kindern in einem Maße profitieren, das die Nachteile der KiTa-Situation ausgleicht, und das fängt für mich erst bei um die zwei Jahre an (Ausnahmen gibt es natürlich immer). Es ist die eine Sache, täglich auf dem Spielplatz, beim Turnen o.ä. Kontakt zu Kindern zu haben (inkl. freies Spiel) während Mama / Papa anwesend sind, die andere Sache, in frühemAlter schon fremdbetreut zu werden. 

    Der Punkt, an dem Kinder beginnen, sich als eigenständige Individuen zu sehen und nicht mehr nur über die Beziehung zu den Eltern zu definieren, tritt halt erst mit den “Terrible Twos” ein, und in diesem Alter sind sie mMn auch erst in der Lage, sich in größeren Gruppen zu behaupten, genug zu kommunizieren (nicht nur sprachlich), um wirklich von der Situation profitieren zu können. Für erste Kontakte mit anderen Kindern reicht bis die Lütten 18 Monate alt sind auf jeden Fall der Spielplatz, Spielegruppen o.ä.. – sie müssen echt noch nicht die Erfahrung machen, von familienfremden Menschen über so viele Stunden in einer so stressigen Umgebung (ist ja nunmal Stress in der KiTa) betreut zu werden.Ab einem bestimmten Alter finde ich es total wichtig, dass Kinder lernen, sich richtig mit anderen Kindern auseinanderzusetzen, und das darf natürlich nicht erst mit 6 Jahren sein – aber es gibt zwischen “Mein Kind sieht den ganzen Tag nur mich” und “mein Kind geht 6 Stunden in die KiTa” noch ganz viel kinderfreundliche Grauzone.