Veganes Bolognese-Rezept für gestresste Mütter (lecker, gesund, günstig und tierfreundlich)

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Vegane Bolognese für gestresste Muttis und quengelige Kleinkinder

Vegane Bolognese für gestresste Muttis und quengelige Kleinkinder

Okay heute mal wieder ein einfaches veganes Bolognese-Rezept für Muttis, die bei der Erziehung nicht richtig zum Kochen kommen. Dennoch nehme ich es in diesem Artikel mal sehr genau und stelle ein paar allgemeine Kochtipps zusammen, wie ihr generell wirklich lecker kocht, selbst beim Kochen geht es um Selbsterziehung, was nun neuerdings mein Weltverbesserungsthema ist. Nun bin ich kein neuer Stern am Kochhimmel, ich glaube aber, dass es vielen von euch helfen könnte, wenn ich mal ein paar Basics des Würzens erkläre. Wenn es euch zu viel ist, hier in Kurzform einfach das Video, wenn ihr es genauer wissen wollt, lest den Text:

 

 

Tofu schmeckt nicht

Es ist nicht so einfach sein Stück Tofu, in ein gut schmeckendes Tofusteak zu verwandeln. In meiner Anfangszeit als tierfreundlicher Esser hatte ich häufig Probleme meine Gerichte einigermaßen geschmackvoll hinzubekommen. Ich weiß noch, wie ich mir einmal voller Vorfreude mein Stück Tofu kleinschnipselte, in der Pfanne brutzeln ließ und hinterher feststellte, dass der Tofu obwohl er gut angeraten war und normal gewürzt mit etwas Pfeffer und Salz war, einfach nach nichts schmeckte. Da war ich ganz schön enttäuscht und ich fragte mich, warum nur alle Vegetarier und Veganer mir erzählen wollen, dass ihr Tofu lecker ist. Damit euch nicht das gleiche, bittere Schicksal blüht, habe ich für euch eine Rezeptidee, falls ihr mal etwas Tierfreundliches probieren wollt oder gerade umsteigt und auch nicht so gerne faden Tofu mögt, weil ihr ihn noch nicht beherrscht. Seit der Erstkreation des veganen Bolognese-Rezepts, das von Norman von Entgrenzen stammt, bin ich dieser Soße verfallen, allerdings ist es wichtig, dass ihr diese Soße dennoch richtig würzt, da sie nur so richtig gut schmeckt. Zum richtigen Würzen der Soße, werde ich in diesem Artikel mal ein paar “Geheimnisse” oder für den anderen selbstverständliche Basics verraten, die allerdings leider nicht jeder kennt.

Rezept: Vegane Bolognese 

Für die Bolognese ( 3 Personen) braucht ihr folgende Zutaten:

  • 2 Zwiebeln
  • 3- 4 Tomaten
  • 2- 3 Knoblauchzehen (keine ganzen Knollen wie in dem Video. Das nur an Tagen, wo Vampiralarm ausgerufen ist oder ihr euch in Twilight für den Werwolf entschieden habt.)
  • Etwas Brokkoli (so 3-4 solcher knolligen Stengel)
  • Hartweizen Nudeln (am besten Spiralen, denn die nehmen die Soße gut auf)
  • 2- 3 Dosen Kidney-Bohnen (bei 3 Dosen streckt ihr es für mehrere Personen, zwei sind allerdings empfehlenswert)
  • Spezial Bolognese (am besten schmeckt die von Netto (BioBio) aus dem Kühlregal, Kosten: 1,79€), bei Gelegenheit zeige ich auch mal, wie ihr eigene Bolognese aus Sojaschnetzel macht, aber heute soll es schnell gehen
  • Fürs Würzen braucht ihr: Öl, Gemüsebrühe, Zucker, Zitrone, italienische Kräuter (am besten allerdings Thymian), Pfeffer, Salz, Paprikagewürz (Ich erwähne diese ganzen Dinge, weil es mir darum geht, zu zeigen, wie ihr den Geschmack richtig voll bekommt. Ich erkläre dies später im Artikel.
Für die Soße braucht es nicht viele Zutaten :)

Für die Soße braucht es nicht viele Zutaten :)

Zubereitung:
  • Das Schneiden erkläre ich mal ausnahmsweise nicht, wichtig ist allerdings die Reihenfolge, wie ihr es in die Pfanne gebt. Bei Gelegenheit stelle ich auch mal meinen Nicer Dicer vor, der hilft bei großen Mengen erheblich.

  1. Zwiebeln sind immer gut und ich rede von großen Zwiebeln, denn diese Zwiebeln sind Geschmacksträger (es gibt allerdings auch Leute, die selbst gut durchgebratene Zwiebeln nicht mögen, zumeist aber bemerken es die Leute nicht, die meinen Zwiebeln nicht zu mögen) Ohne Zwiebeln wird es schwierig ;)
  2. Als erstes träufelt ihr etwas Öl in die Pfanne und stellt das ganze auf mittlere Hitze (Öl gibt der ganzen Sache später auch noch mal Geschmack, weil ihr natürlich den Fettanteil erhöht. Die Frage der Verfeinerung durch gute Öle bespreche ich hier allerdings nicht, weil es erstmal um die Basics geht.)
  3. Als nächstes die Zwiebeln in das heiße Öl rein und damit die bitteren Geschmacksstoffe schön rausbraten. Dazu auch schon etwas später der Brokkoli (Der Brokkoli ist für mich immer eher das gesunde und notwendige Übel. Nein, er ergänzt aber auch ein paar Bitternoten, wenn ihr ihn einzusetzen wisst). Ihr könnt die Zwiebeln am Ende schon mit Salz und Pfeffer würzen, sowie Thymian dazugeben (der ist sehr hitzebeständig, wenn ihr allerdings zu sehr das Ganze kocht, ist der nachher auch nicht mehr wirklich da).
  4. Wenn die Zwiebeln gut angeröstet sind und der Brokoli auch gut abgeht, gebt ihr die Tomaten hinzu (damit bringt ihr eine erste Sauerstufe rein und etwas natürliches Glutamat – “natürlich” bedeutet hier aber nicht unbedingt besser).
  5. Nun streut ihr ungefähr einen vollen Teelöffeln Gemüsebrühe dazu und rührt um. Knoblauch könnt ihr nun auch mit reingeben, denn wenn der mit anbrät ist das nicht schlecht. So genau nehme ich das allerdings mit dem Knoblauch nicht. Das Gericht braucht meines Erachtens das Aroma, geschmackvoll wird es allerdings auch ohne. Eine Knoblauchpresse spart übrigens viel Zeit und quetscht das Aroma richtig schön in die Soße. Ich kann diese hier empfehlen:

  • Öffnet die Dosen mit den Bohnen und gebt diese, wenn die Tomaten schon gut durch sind, hinzu. Keine Sorge: Viel falsch machen könnt ihr ab jetzt nicht mehr, denn jetzt kommt auch schon die Bolognese. Rührt gut um und schließt die Pfanne mit einem Deckel. Stellt das ganze nicht zu heiß. Das ist kein Fleisch, wo ihr die Salmonellen rausbrutzeln müsst. Meistens reicht Stufe eins, bei unserem Herd ist selbst das zu heiß. Einfach nur warm werden lassen, denn das Gemüse habt ihr schon kleingebraten.
  • Jetzt endlich kommt der schwierigste Punkt, den meiner Erfahrung nach wenige kennen, obwohl es eigentlich sehr einfach ist. Ihr müsst nur kritisch sein:
Richtig würzen
Früher habe ich vor allem mit Unmengen an Salz und Chilli gewürzt, ich weiß nicht wieso, aber darüber bin ich nicht hinausgekommen. Manchmal habe ich Salat gemacht und dort frischen Basilikum reingemacht, das war dann aber auch das höchste der Gefühle. Ich habe mir einfach nie Gedanken gemacht, was Würzen bedeutet. Norman von Entgrenzen hat sich allerdings mit der Kochkunst intensiv auseinandergesetzt und mir wahnsinnig, wertvolle Tipps gegeben, die mögen einigen von euch bekannt sein, mir waren diese aber überhaupt nicht bewusst. Den wichtigsten will ich mal anführen, weil der mir bei den meisten Kochbüchern auch noch nicht richtig untergekommen ist, eure Speisen aber wirklich um 200 Prozent besser macht.
Am wichtigsten für alle Gerichte ist: Ihr müsst den Geschmack voll bekommen, das heißt alle Geschmacksnerven im Mund müssen irgendwie angesprochen werden. Nicht übertrieben, aber wenn ihr das gleichmäßig hinbekommt, dann wird das Gericht vollmundig und wirkt extrem geschmacksintensiv. Nun und welche Geschmacksnerven habt ihr im Mund so ungefähr?
  1. Süß
  2. Sauer/fruchtig
  3. Bitter
  4. Scharf
  5. Salzig
Der Geschmack macht den Unterschied
Für diese Geschmäcker muss von allem eine gewisse Grundessenz in eurer Speise enthalten sein. Wichtig ist nun, dass ihr abschmeckt und es im Hinblick auf diese Substanzen untersucht. Ihr müsst ganz ehrlich sein: Schmeckt es oder schmeckt es nicht? Als ich meiner chinesischen Mitbewohnerin mal eine fade Brühe gab, um ihr das ganze zu zeigen, meinte sie, es würde schmecken und war vollkommen unkritisch. Als ich das Ganze dann würzte, war sie erstaunt, was ich gemacht habe. Also nehmt einen Löffel und fragt euch: Genug Salz? Schmecke ich etwas Süße? Schmecke ich neben der Tomatensäure auch eine fruchtige Säure? Schärfe ist nicht unbedingt notwendig, wird aber später beim Verfeinern wichtig, wenn ihr dann wirklich gut kochen wollt. Nun kommen wir mal zum Punkt, wo mich auch immer alle mit großen Augen anschauen. Warum sollen denn bittere Sachen daran? Nun, die Gewürze, die ihr reinhaut sind bitter und das braucht das Gericht. Die Aromen später sind noch eine Expertenfrage, die ich auch nicht gut beantworten kann, aber bitter ist schon mal gut. Fragt euch immer kritisch und gebt euch erst zufrieden, wenn es wirklich schmeckt. Denkt daran, dass ihr nicht richtig schmeckt, wenn die Geschmacksproben zu heiß sind.
Jede Geschmacksnote in unserem Mund wird also angesprochen und fühlt sich irgendwie geschmeichelt. Ihr schmeckt alles nur ausgewogen und leicht. Von keinem ist zu viel oder zu wenig, dann seid ihr gut dabei. Es ist die Kunst diese ganzen Geschmäcker richtig zu dosieren und in ein abgezirkeltes Spiel zu bringen, dies beherrscht die Sterneküche, dafür aber ist es wichtig, dass ihr immer wieder abschmeckt bis die richtige Dosierung da ist. Ihr werdet da immer besser werden, wenn ihr kritisch seid.
Die Geschmackskomponenten erzeugt ihr am besten mit Zucker fürs Süße (ihr könnt auch mit Weintrauben und Mandarinen experimentieren, falls ihr das als gesünder erachtet). Zitrone nehmt ihr für das Saure. Für das Bittere nehmt ihr Oregano oder Thymian (das ist das absolute Anfängergewürz, weil ihr das nicht so schnell zerkocht). Schärfe ist klar, ja und das Salzige ist mir entfallen.
Gut, ich hoffe ich habe euch nicht die einfachste Sache von der Welt erzählt, wenn ihr darüber schon hinaus seid und mehr über die Kunst des Kochens lernen wollt, könnt ihr mal ein paar philosophischere Gedanken von Norman dazu nachlesen.
Habt ihr auch noch vegane Rezepte, die ihr mir empfehlen könnt? Oder habt ihr einen Geheimtipp bezüglich des Würzens? Wenn ihr das Gericht mal nachgekocht habt und es euch geschmeckt hat, dann würde ich mich sehr über ein Feedback freuen. Wenn es schief geht, berichtet mir.
Ich weiß das mit der Bolognese ist ein wenig geschummelt, ohne Würzen wird es aber auch nichts. Bei Gelegenheit zeige ich mal komplett selbst gemachte Bolognese. Dieses Gericht hat den Vorteil, dass es schnell geht. Die Bolognese gibt es bei Netto für ca. 1,79, die Bohnen kosten ca. 0,70. Der Rest ist immer irgendwie da. Es ist eigentlich eine ganze Menge, die ihr erhaltet. Mich kostet das ganze immer ungefähr 10 Minuten (also viel weniger Zeit als ihr für das Lesen bis hierher ;) Trotzdem würde ich mich freuen, wenn ihr mich weiter empfehlt, ich meine, wenn ihr es schon bis hierher geschafft habt ;)
Alles Liebe
Maja
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  • earth.to.bella

    Dasist echt ein total süßes Video und eine gute Idee!
    lg Louisa Roseful :)

  • Loeckchenzauber

    Maja, das Video ist sooo süß, vor allem mein Baby am Ende. Das kleine, wunderhübsche Mädchen! Total toll! Habt ihr toll gemacht :) Lg Julia

  • Lotte

    so habe dein rezept gestern nachgekocht nur hatte ich keine bohnen und keen brokkoli also hab ich paprika  und aubergine genommen und noch ne chili mit reingeschmissen weil mein baby ja noch net mitisst war auf jeden fall saulecker!!! hab dich auch verlinkt und ich hoffe doch das ist in ordnung! liebe grüsse
    lotte

    • Maja Mummer

      Jo Lotte super, sag mal deinen Blog Mensch :) Den kannst du doch da lassen :)

  • Asia

    das was du zu Gewürzen schreibst lernt auch die traditionellse chinesische medizin :D.
    Da heißt es dass man dann besser verdaut, wenn alle Geschmacksrichtungen drinnen sind. ^^ Da gibt es dann auch auflistunen welche Gewürze unter die jeweiligen Geshmackskathegorien fallen.
    Ich fand deine Erklärung super :).
    Habe zwar ncoh nciht viel von deinem Blog gesehen und gelesen. trotzdem gefällt er mir richtig gut! :D
    Liebe Grüße
    Asia

    • Maja Mummer

      Wow Danke Danke Dank Asia : Toll hast du auch einen Blog oder so… Die Tabellen würde ich gerne sehen.