Thementag: Menstruation (Menstruationsattacken gegen Abtreibungsgegner)

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Alltagsgeschichten  |   
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Unbequemes Thema? Schnell weg :D

Unbequemes Thema? Schnell weg :D

Ich habe ja heute vor allem unsere männlichen Mitleser mit dem weiblichsten Thema überhaupt schockiert. Meine Menstruationsattacke gab einiges von den gewöhnlichen, aber doch auch intimen Details der Frauen preis. Eine Menstruationsattacke ähnlicher Art findet gerade auf den Obama-Herausforderer Rick Perry statt. Der konservative Politiker muss sich mit allerlei Kommentaren zur Menstruation auf seiner Facebook-Fanpage auseinander setzen.

Weil Perry als Gouverneur in Texas das Gesundheitsvorsageprogramm für einkommensschwache Gruppen strich, sind nun einige Frauen in Texas auf den Barrikaden. Perry machte dies, da das Medicaid-Programm auch Non-Profit-Beratung zur geplannten Elternschaft anbietet und die Kliniken auch Abtreibungen durchführen. Grundsätzlich geht es also um Abtreibung. In Amerika ein unglaublich heißes Eisen. In Deutschland beinah nur ein Achselzucken wert. Die Streichung allerdings trifft alle. Circa 130.000 Frauen haben jedes Jahr dort wichtige Vorsorgeuntersuchungen wie Krebsabstrich, Mammographien oder kostenlose Empfängnisverhütung erhalten.

Wie steht ihr zu dem Thema Abtreibung?

Wie steht ihr zu dem Thema Abtreibung?

Ein bedenkenswerter Schritt von Perry, auch weil die Abtreibungen nicht von den staatlichen Geldern finanziert worden sind. Nun bin ich zwar vor kurzem auf einen Arzt getroffen, der mir mein mütterliches Ausgebranntsein partout nicht glauben wollte und mir so auch eine Mutter-Kind-Kur verweigerte, grundsätzlich aber bin ich froh, dass wir in Deutschland ein Krankensystem haben, dass auch den Schwachen hilft. Die amerikanische Auslegung von Freiheit kann ich nicht begreifen und daher finde ich die Frauenbewegung und die Menstruationsattacke gegen ihn auch fortschrittlich.

“Am Montagnachmittag zierten über 4000 «Menstruations-Kommentare» Perrys Profil. Und am Dienstag versammelten sich Anhänger von «Seeing Red» bereits zum dritten Mal, um friedlich gegen den Politiker zu protestieren. «Seeing Red» (Rot sehen), so nennt sich die in diesem Monat von der Sängerin Marcia Ball gegründete Protestbewegung, die sich gegen die Kürzung des staatlichen Gesundheitsdienstes für Frauen einsetzt.” (Menstruationsattacken gegen Perry)

Zum Abtreibungsthema bin ich mir unschlüssig.  Das Abtreibungsgesetz in den USA finde ich nicht unbedingt verkehrt. Frauen, die eine Abtreibung in Betracht ziehen, bekommen nach einer obligatorischen, gynäkologischen Untersuchung ein Ultrabild vorgelegt. Falls sie die Augen schließen, sich weigern das Bild anzuschauen, müssen die Ärzte ihnen dieses Bild beschreiben. Die Konservativen wollen so nochmal Frauen dazu bewegen, ihr Kind nicht abzutreiben. Ich halte diesen letzten Versuch für prinzipiell richtig. Ich denke, dass es sich bei sehr jungen Föten durchaus schon um menschliches Leben handelt und die Abtreibung ist hier ein moralischer Zweifelsfall. Frauen sollten hier wirklich gewichtige Gründe haben und nicht lapidar, weil ihnen das Kind gerade nicht passt, abtreiben. Grundsätzlich bin ich also nicht für ein Abtreibungsverbot. Ich bin aber der Meinung, dass der Frau, die dies entscheidet, wirklich alle Konsequenzen bewusst sein müssen. Dass aber Perry nun jeden bestraft, der mit Abtreibungen in Kontakt steht, dies halte ich für moralisch bedenklichen Druck.

 Alles Liebe

eure Maja

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  • http://www.misspeppermint.de/ Miss Peppermint

    Ich bin auch nicht für Abtreibungen. Jedenfalls nicht, wenn sie als nachträgliches Verhütungsmittel genutzt wird. Ich habe mir gestern Ultraschallbilder von einem Baby in der 12. Woche angeschaut. Das sieht alles schon nach Mensch aus, da ist nichts mehr mit Zellhaufen.
    Ich habe für mich immer gesagt, dass ich nicht abtreiben möchte. Im Voraus kann man einfach dafür sorgen, dass nichts “schief geht”. Und jetzt, wo wir ein Baby haben möchten, ist das Thema ohnehin für mich grenzwertig…

  • Nina

    Ist schon echt ein schweres Thema … Es ist immer leicht zu sagen ich bin gegen Abtreibungen. Aber ich finde man muss echt bei jedem Einzelnen gucken ,warum die Abreibung gewünscht ist.
    Wenn ich jetzt unverhofft schwanger werden würde von meinem Mann würd ich sicher nicht abtreiben obwohl es denkbar ungünstig sein würde. Wenn ich jetzt aber z.B. vergewaltigt werden würde und daraus eine Schwangerschaft entstehen würde, würde ich wohl abtreiben.
    Ich finde es nicht gut den Frauen die Ultraschallbilder unter die Nase zu halten oder, wenn sie die Augen zumachen, das Bild erklären. Lieber sollte man mit ihnen reden, warum sie das Kind nicht haben möchten. Und vielleicht andere Lösungswege aufzeigen.

  • http://elfe-klitzeklein.blogspot.com/ Sarah

     Heikles Thema was du da ansprichst .
    Ich für meinen Teil würde beghaupten ich bin ein Abtreibungsgegner. Für mich gibt es nur wenige Grübde die soetwas rechtfertigen. Zb vergewaltigung  oder wenn das Leben in Gefahr ist oder so , aber  “weils grad nicht passt” “weil nicht viel geld da ist ” etc sind für mich absolut keine akzeptable Begründung auch wenn den frauen ganz wohl bewusst ist was sie da tun , gehört das in meinen Augen verboten . Es gibt entscheidungen , die ich verstehen kann , auch wenn ich es  trotzdem nicht gut finde zb wenn das kind vielleicht eine Behinderung haben wird .

    Aber egal wie … ein Baby ist auch in den ersten wochen der Schwangerschaft ein Baby … in der Zeit in der Abtreibung noch erlaubt ist , fehlt dem kleinen kaum was , und man kann es als Baby erkennen ich selbst kann nur schwer verstehen , wie man das übers herz bringen kann :-( vor allem wenn ich mich an die Glücksgefühle zurückerinnere die ich bei beiden Schwangerschaften hatte

    Ich verurteile niemanden, aber verstehen kann ich das nicht

  • http://www.facebook.com/people/Rike-Görz/657027586 Rike Görz

     Abtreibung ist ein schwieriges und komplexes Thema. Aber ich find die deutsche Regelung im Kern hochvernünftig. Abtreibung ist nicht legal, wird nur geduldet. Es stehen im Konfliktfall die Menschenrechte der Mutter auf Selbstbestimmung und körperliche Unversehrtheit gegen die Menschenrechte des ungeborenen Kindes auf Leben. Sicher, die soziale Indikation wird immer wieder auch in Fällen gegeben, in denen ich beide Augenbrauen hochziehe und das nicht okay finde. Dennoch denke ich mir dann auch oft, dass es für das Kind auch nicht schön wäre, eine so unverantwortliche Mutter zu haben. Jemanden zu zwingen, ein Kind auszutragen, das er nicht möchte, wirkt sich auch auf das Kind aus. Und es entsteht – der Biologie sei Dank – eine Bindung zwischen Mutter und Kind. Auch wenn die Frau es nicht möchte, sie wird eine Beziehung zu dem Kind haben. Und da bleibt abzuwägen – ist der psychische Stress, der mit dieser ungewollten Liebe einhergeht, es wert? Diese Frau wird das Kleine dann eventuell zur Adoption freigeben (oder sich durchringen und es behalten, obwohl sie es zu Beginn nicht wollte, auch das ein Konflikt, den sie evtl auf Dauer in der Erziehung dem Kind zeigt und es damit beeinflusst) und damit klarkommen müssen, dass das Gedankenkarusell ihr immer wieder Bilder schickt, was mit dem Kind sein könnte. Klar gibt es auch Menschen, die das gut wegstecken, die zufrieden ein Kind hergeben können, ich halte es aber nicht für die Regel.
    Im Idealfall ringt man sich durch, bekommt das Kind und wird es lieben udn feststellen, dass Muttersein etwas Wunderschönes ist und es gut ist, dass es einfach passiert ist. Aber den Zwang zu diesem Glück halte ich einfach für falsch. Es braucht hier ein sehr differenziertes Bild, gute Beratung und vor allem ein soziales Netz, das unterstützt (sowohl privat als auch staatlich).
    Die amerikanische Praxis, Frauen, die in einer Konfliktlage sind, auch noch Stress zu machen und mit Vorwürfen zu kommen (denn nichts anderes ist dieses Ultraschallbildzeigen für mich) ist der einfache Weg, sie doch noch zu zwingen. Verständnis und wahres Nachdenken bewirkt man mit sowas – meiner Meinung nach – aber nicht.

  • Lubi

    Ich habe von den Armis ja nicht wirklich was mitbekommen :) was da abgeht…bin aber auch gegen Abtreibung nicht mal wenn das Kind behindert sein sollte oder aus einer Vergewaltigung stammt ist es kein Grund es zu töten. Es ist vielleicht eine Herausforderung, diese Herausforderung kann sich jedoch als das schönste was es sein kann herausstellen, was kann das liebe Kind dafür…
    Abgesehen davon das sich die Ärzte oft irren, eine Freundin von mir wurde erzählt dass sie ein behindertes Kind bekommt, für sie kam eine Abtreibung nie in Frage…sie hat eine total gesunde Tochter bekommen…Ich arbeite als Kinesiologin und weiß, dass der kleine “Fötus” ein Bewusstsein hat, dass alles aufnimmt und versteht…es spürt ob es gewollt ist oder nicht…..usw. das ist nicht nur ein Herzchen das schlägt sondern viel viel mehr….Ich bin der Meinung wenn wir schon Geschlechtsverkehr haben wollen und haben, dass wir  trotz Lust und der Leidenschaft noch Verantwortungsbewust handeln, ich glaube das es jedem klar sein sollte und ist, was dabei rauskommen kann wenn wir ungeschützt…. warum sollte das Kind für die Blödheit der Eltern leiden… Außer dem gibt es noch die Möglichkeit das Baby zur Adoption freizugeben…es gibt so viele Eltern die sich ein Baby wünschen…Liebe Grüße an Dich Lubi :) Ja ich stehe dazu ich bin schockiert wenn ich höre dass wer abgetrieben hat, für mich ist Abtreibung Mord… Ich würde nicht mal abtreiben wenn mein Leben in Gefahr wäre…ich würde wörtlich für mein Kind sterben…Wir Mamas, so bald wir schwanger werden, gehen jedesmal das Risiko ein dabei zu sterben, sterben damit unser Kind leben kann.

  • Benjamin Koroll

    Interessanter Beitrag wie ich finde. Würde gerne mehr zu dem Thema auf deinem Blog lesen. 

    Liebe Grüsse

    bk@bcproject.de