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Die Trotzphase deines Kindes – Überleben leicht gemacht

Dein Kind braucht gerade in der Trotzphase deine Hilfe

Gerade in der Trotzphase braucht deine Hilfe

Trotzkinder. Trotzkinder können alles, wollen alles und lassen sich auch nicht mit so Dingen wie Vernunft von ihrer Überzeugung abbringen. Wo ist denn dieses kleine, liebe Wesen hin, das ich mal in den Armen hielt? Viel zu schnell wurde aus dem süßen Baby ein fauchender Troll, der Gift und Galle spuckt ,wenn Mutti andere Dinge plant oder ihren Troll gar schützten will zum Beispiel vor schnell fahrenden Autos . Aber das Trotzkind braucht keinen Schutz, das Trotzkind kann ganz alleine über die stark befahrene Straße gehen ohne Mutti und ohne Rote Ampel. Die lustigen Brumms werden schon anhalten, immerhin sind die Brumms auch zuhause viel verständnissvoller als Mutti.

Mit einem Kleinkind das an akuter Trotzeritis leidet, hat Mutti es schon nicht leicht. Der Gedultsfaden ist dünn, sehr dünn und zerbrechlich. Ein Beispiel gefällig? Mein Trotzkind und ich gehen in den Supermarkt ein bisschen Gemüse und Schokolade ernten. Das Trotzkind sieht die Schokolade und weiß sofort “Das ist lecker. Das muss ich haben.” Punkt das war es dann. Die Hand wird fordernd ausgestreckt, beide, Mutter und Trotzkind wissen, was Sache ist. Das Trotzkind will Schokolade, aber Mutti kann und möchte die jetzt nicht rausrücken. Das wird natürlich nicht akzeptiert. Der Protest setzt sofort ein ohne vorherige Warnung. Erst wird herzzereißend und möglichst laut gebrüllt, so dass der ganze Markt weiß, dass ich wieder da bin und den Blick auf dich richtet. Dann schmeißt sich das Trotzkind auf den Boden und wenn Mutti das Bündel hochnehmen will, weil es anderen Leuten den Weg versperrt und um möglichst in eine unbeobachtete Ecke zu fliehen, dann wehrt sich das Bündel und krümmt und bockt, so das Lebensgefahr beim Hochnehmen besteht. Das ist wie beim Boxer, der nach Punkten hinten liegend, noch auf den Lucky Punch hofft. Mutti ist dann schnell mal ausgeknockt. Am liebsten würde ich mich leise aus dem Supermarkt schleichen und vor der Tür warten, bis das abreagierte Kind, dann von alleine rauskommt. Ja, die Trotzphase ist toll. Ich freu mich aber auch wahnsinnig, wenn sie wieder weg ist. Mein Kind gleicht zeitweise einem hochexplosivem Gasgemisch und ich komme mir vor wie ein Gefahrguttransporter.

Aber was mache ich, wenn mein Kind gerade mal wieder oder immer noch, so vor sich hinbockt? Ruhe bewahren? Ja das sollte ich wohl. Das gelingt mir morgens auch noch sehr gut. Mittags bin ich (meistens) auch noch entspannt, aber doch froh wenn ich mal 5 Minuten zum Durchatmen habe. So ab Nachmittag wird es zur Zeit immer schwierig. Der Stress der Tage zerrt an mir und meine Nerven wollen Urlaub. Also außen ganz cool und innen drin? Da möchte Mutti auch liebend gern ein Trotzkind sein und sich neben das Kind werfen und ihr Leid klagen. Wenn ihr also demnächst im Kölner Supermarkt mal eine Mutti seht, die neben ihrem Kind liegt und heult, dann bin ich das.

Bisher habe ich noch nicht zu diesem etwas unkonventionellen Mittel gegriffen. Ich hocke meist neben dem Troll und sage “du bist wütend , du bist wütend, manchmal merke ich aber das es besser ist nichts zu sagen, wenn ich dann nämlich etwas sage schreit der Troll noch lauter. Ich streichle ihr manchmal den Rücken aber das geht auch nicht immer denn  meistens wirft sie sich dann nach hinten. Ablenkung hilft uns auch nur noch selten. Also hilft nur noch das Mütter Mantra ” es ist nur eine Phase es ist nur eine Phase”. Es ist schon nicht leicht. Die besten Erfahrungen habe ich gemacht, wenn ich trotz kleinem Wutbürger ganz ruhig bleibe und zu meinem “Nein” stehe, jedoch immer verständnisvoll. Erklärungen hinterher sind auch wichtig, aber während des Anfalls  stößt jeder Erklärungsversuch auf taube Ohren, da das Kind gerade emotional ziemlich unausgeglichen ist. Vielleicht hilft Reflexion auf die Gefühle, die das Kind gerade durchmacht. Zum Beispiel könnt ihr sagen “Du bist wütend, du bist wütend”. Damit der kleine Troll sich verstanden fühlt. Was sicherlich nicht ganz so gut ist, wenn ihr euch bei einem Wutanfall vom Kind abwendet. Denn es erlebt gerade einen kleinen Weltuntergang und muss erst sein inneres Gleichgewicht wiederfinden, wenn es merkt das Mama und Papa nun auch noch “gegen ihn” sind und ihn ignorieren dann macht es das für das Trotzkind nicht einfacher. Das Trotzkind fühlt sich dann ja falsch mit sich und seinen Gefühlen. Dabei sind die Gefühle ja nicht falsch, das Wutkind muss nur lernen damit umzugehen.

Gut nun habe ich mal meinen Trotz abgelassen, aber ich muss auch noch sagen: Wenn das Trotzkind gerade mal im nicht im Körper meiner Tochter wohnt, dann versteht sie mittlerweile das meiste, was ich ihr sage. Jedenfalls kann sie prima apportieren, wenn ich ihr sage, was ich möchte. Ich kann sie auch etwas Fragen und sie nickt oder schüttelt den Kopf. Ich bin ganz fasziniert davon. Eigentlich ist es ja nichts Ungewöhnliches aber es ist doch ungewöhnlich, weil mein Baby bis vor einigen Wochen noch nicht den Sinn vom Satz “Wir gehen jetzt raus, hol bitte deine Schuhe ” verstand. Mittlerweile holt sie dann freudig, aufgeregt die Schuhe. Manchmal steht sie auch von ganz alleine an der Tür und versucht an die Klinke zu kommen, wenn ich dann vorbei laufe, bringt sie mir meistens von alleine die Schuhe. Das sind ganz tolle, neue Sachen, die sie jetzt lernt und es ist spannend diese Wege mit ihr gemeinsam zugehen. Da nehme ich auch die momentanen Wutausbrüche gerne in Kauf.

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