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Wie ich vom Konsumjunkie zum Sparschwein wurde – Lieber öko als rosa und arm (Testmamas Blogparade)

Ich mag ihre Augen auf dem Bild, auch wenn sie etwas traurig in die Welt blickt :)

Die Blogparade von der lieben Testmama geht in die vierte Runde: wir erfahren erfahren also, wo die Sparschweine in der Blogosphäre zu Hause sind.

Während meiner Schwangerschaft habe ich mich nach und nach vom Konsumjunkie zur Rabattheftchentante gemausert. Dies war kein leichter Weg. Am Anfang meiner Schwangerschaft war ich noch davon überzeugt, dass ich mindesten 2 LKW Ladungen voll von rosa Stramplern für mein Baby brauche, ich war der Überzeugung dass mein Baby ganz besonders viele romantische Sachen benötigt, die mit rosa Rüschen und kleinen gelben Enten verziert sind.

Ich erinnere mich noch genau an den Moment als mein Frauenarzt zu mir sagte, dass ich so zu 84% ein Mädchen bekommen werde. Zugleich gruppierten sich in meinem Kopf die Styleberaterinenn in einer Reihe und waren bereit sich in die Babyabteilungsschlacht zu begeben. Als ich dann aus der Praxis kam, glänzten meine Augen rosa und mein Konto weinte bittere Tränen. Ich glaube ich hatte die komplette rosa Babyausstattung, die es bei H&M gab, dann kaufte ich noch alle rosa Schnuller, die ich finden konnte, eine rosa Wickeltasche, rosa Söckchen, rosa Mütze, rosa, rosa, rosa, rosa, rosa. Ich sag euch, wenn ihr bei mir in die Wohnung wärt und eine rosa Brille aufgehabt hättet, hättet ihr nichts mehr gesehen. Am liebsten hätte ich auch rosa Windeln gekauft, aber die gab es leider nicht (Hinweis an die Konsumindustrie: Baut rosa Windeln – Windeln im Jeanslook gibt es ja schon).

Die Windel für das Konsumbaby von Welt (Quelle: http://www.schweizer-illustrierte.ch/tv-shows/frisch-geknipst-im-juni)

Ja am Anfang der Schwangerschaft  habe ich noch andere Frauen am Wühltisch angefaucht, wenn sie es wagten, zuerst nach den rosa Sachen zu greifen. Es durfte auch nicht irgendein rosa sein, nein dieses kitsch rosa mochte ich nicht, es musste ein ganz zartes sein, so zart wie mein Baby sein würde. Ja ich war völlig verblendet, ich sah die Preise nicht mehr vor lauter rosa Nebel in meinem Kopf.

Wie kehrte die triste Vernunft in meinen Kopf ein?

Zum einen überkam mich die Vernunft, als ich merkte, dass man rosa Strampler nicht essen kann und dass Nahrung essentieller ist als rosa. Dies war ein harter Schlag für mein rosa Mutterherz (und ich stand sehnsüchtig am Fenster meines Herzens und blickte hinaus in die graue Welt), aber es war der erste Weg zur Besserung. Gleich danach wurde ich auf die Baby-Öko-Schiene aufmerksam. Da ich ja das beste für meine Baby wollte, war es klar für mich, dass ich die Dinge, die mir das Internet jeden Tag erzählte, genauer in Erfahrung bringen musste. Hormonvernebelte Mütter wollen ja immer das Beste und so las ich mich in die Tragetuchphilosophie, in die Familienbetthistorie und den ganzen anderen Öko Kram ein. So kam es, dass ich plötzlich lieber ein rosa Tragetuch haben wollte, anstatt eines ein rosa Kinderwagens. Der Vorteil war,  dass ein rosa Tragetuch nur ein drittel vom rosa Kinderwagen kostete.

Diese Baby-Öko-Schiene ist ja im Prinzip an ganz einfach Dinge gekoppelt: Das Baby braucht beständige Liebe, ständige Sicherheit und immer verfügbare Milchquellen, um ein gesundes Urvertrauen aufzubauen. Für diese Dinge brauchte es nicht viel: Ein Tragetuch, ein paar Stillpads und ein bisschen Baumwollkleidung, welche am besten schon getragen wurde. Als ich dies las, schaute ich kritisch zu dem rosa Berg, welcher sich neben mir anfing zu stapeln. Hatte ich etwa übertrieben beim Einkaufen? Da ein Baby anscheind nicht viel brauchte, beschäftigte ich mich nicht weiter mit dem Konsum, sondern stieg um auf das Einfachheitsprinzip. Ich kaufte noch ein paar ausgelutschte und verwaschene Strampler, welche aber sicherlich ohne bedenkliche Farbstoffe waren; kaufte ein paar Ökowindeln, Stillpads, ein Tuch und einen Badeeimer, das war es dann.

Wie spare ich?

Irgendwann wurde mir dann auch bewusst, dass Gesundheit wichtiger ist als Konsum. Und diese Einstellung habe ich auch noch heute. Ich bin kein Erbsenzähler geworden, aber ich kaufe mehr mit Verstand ein. Ich spare eigentlich wo es geht, an der Kleidung, am Essen, an der Miete, an allen Kleinigkeiten die man sonst immer unüberlegt ausgibt. Ich muss auch gestehen, dass ich im Monat nur 250 Euro im Monat zur Verfügung habe und davon Essen, Windeln, Arztbesuche, neue Kleidung alles eben außer Miete bezahlen muss. Dennoch gebe ich das Geld an Stellen aus, die mir wichtig sind, dies sind zum Beispiel: Bio Reismilch, Bio Butter, Bio Käse, Vegane Würstchen & Co, Naturkosmetik, Schokolade (ganz wichtig) und Schuhe nicht zu vergessen. Ich kaufe natürlich auch Kleidung, allerdings bin ich viel sparsamer geworden und überlege erst, was ich wirklich brauche und schaue dann häufig bei Ebay oder Secondhandläden vorbei. Dort findet man auch ganz aktuelle Sachen, nur halt viel günstiger. Zudem finde ich es viel entspannter bei Ebay einzukaufen, als mit meinem Kleinkind durch die Stadt zu latschen. mein Baby ist da immer wenig begeistert, sie versucht mich ja schon vom Lebensmittelkauf abzuhalten, indem sie meine Hand nimmt und mich wegzerren möchte. Zudem ist mein Baby bekanntlich ein Kind aus Dynamit, dass mich zu der Tänzerin auf dem Vulkan macht. Ich frage mich, ob sie meine rosa Verschwendungssucht irgendwie beeinflusst hat. Ich habe mich von einer 68 qm² auf ein 22 qm² großes Zimmer reduziert, damit lebe ich sogar in Köln noch günstiger als mit meiner früheren, großen Wohnung. Mein Kleinkind und ich leben sehr gut in unserem Zimmer, wenn sie größer wird, muss ich mir zwar etwas anderes ausdenken, aber bis dahin finde ich diese Lebensform sehr gemütlich.
Manchmal kommen dann aber so Geldfresser dazwischen, wie ein Umzug oder ein neuer PC (mein jetziger möchte langsam in den Ruhestand, befürchte ich und ich meine damit nicht den Ruhestand, der Energie sparen soll), da muss man dann zwangsläufig Geld ausgeben, aber es dies sind  meistens alles sinnvolle Investitionen.

Was gab es heute sonst noch?

Wir waren heute beim Arzt, Ärzte findet mein Kleinkind nicht besonders toll. So wollte sie mich schon am Anfang wieder aus der Praxis zehren. Mein Kleinkind war ganz sicher der Meinung, dass wir dort nichts verloren haben. Aber wir haben alles gut überstanden und mein Baby hat zum Schluss noch einen Keks bekommen, was die Laune dann ziemlich schnell gehoben hat. Das lustige ist, dass mein Kleinkind heute die ganze Zeit mit ihrem Nachziehpferd rumlief. Ich dachte schon sie ist nicht so der Typ dafür aber auf dem Weg zum Arzt hat sie ihr Pferd brav hinter sich hergezogen und wollte sich ausnahmsweise auch nicht auf die Straße stürzten, wenn ein Brumm vorbei fuhr. Ich frage mich ob alles okay mit ihr okay ist.

Auf dem Heimweg haben wir ein entzückendes Pärchen im Fenster gesehen. Seht ihr wie liebevoll der Dino an Barbies Hand nagt :D

Dann haben wir auf dem Heimweg noch eine zerbrochene Dekovase mit Dekoinhalt gefunden. Was es damit wohl auf sich hat? mein Baby fand: Hauptsache Stöcke gefunden.

Fahrrad

Als letzte Station auf dem Heimweg, waren wir noch im Lieblingsbioladen, dort wollte mein Baby dann ganz unauffällig, denn Fahrradständer mitnehmen :D

 

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