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Haben Kinder Rechte? Von der Erziehung zur Freiheit

Die imaginäre Freundin meines Babys, der sie jeden Tag "Guten Tag" sagt.

Die imaginäre Freundin meines Babys, der sie jeden Tag "Guten Tag" sagt.

Warum habt ihr eigentlich Kinder? Diese Frage ist meines Erachtens eine sehr wichtige. Ich habe mich für mein Baby entschieden, weil ich sie liebte und das vom ersten Moment an. Dem kleinen Bauchzwerg sollte es einfach gut gehen. Das heißt es hat mich kein falscher Ehrgeiz getrieben und ich wollte sie auch nicht, weil ich mich so alleine fühlte. Ich habe mein Baby vom ersten Moment an als eine zukünftige Person akzeptiert und sie daher auch immer als einen Menschen mit Rechten verstanden. Sie soll eine freie, selbstbestimmte von mir unabhängige Person werden.

Ganz im Gegensatz dazu habe ich heute eine Diskussion im Forum gefunden, bei der gefragt wurde, welche Rechte Kinder haben. Im Wortlaut hieß es also:

“Mein Mann meint Kinder, müßen das tun was die Eltern wollen. Und er hätte das alleinige Recht darüber zu entscheiden, wenn ich nicht seiner Meinung bin.  Hat er da Recht und steht dies wirklich im BGB? Rechte von Kindern

Viele argumentieren ja, dass, solange die Kinder die Füße unter den elterlichen Esszimmertisch stecken, keine Rechte haben. Im Forum gab es hierzu vielfach Zustimmung, meines Erachtens weil einige Mütter die angeboren Menschenrechte auf körperliche und seelische Unversehrtheit mit Mitbestimmungsrecht bei allen wichtigen Entscheidungen verwechseln. Das ist aber Quatsch, deswegen ist wohl richtig, hier mal genauer drüber nachzudenken.

Kinder haben zunächst ganz allgemein gesprochen das Recht auf: Gleichheit, Freiheit, Gesundheit, Bildung, elterliche Fürsorge, Schutz vor Ausbeutung und Gewalt, Recht auf Spielen und Freizeit. Mitbestimmungsrechte sind hier noch nicht vollständig enthalten. Dieses hat aber nur den Anschein, denn zur Entwicklung einer freien Persönlichkeit gehört auch die nach und nach sich umsetzende Freiheit im Kinde, die wir gewähren müssen. Schauen wir nämlich ins BGB heißt es dort unter § 1631 BGB Abs. 2

„Körperliche Bestrafungen, seelische Verletzungen und andere entwürdigende Maßnahmen sind unzulässig.“

Unter gewissen Umständen bedeutet daher die Verweigerung der Selbstbestimmung des Kindes eine Verletzung seiner seelischen Gesundheit. Diese darf nur umgangen werden, insofern die Verweigerung der Selbstbestimmung durch die Eltern zum Wohle des Kindes geschieht. Die Eltern haben daher nur als Schutzbefohlene Einfluss auf die Entscheidungen der Kinder zu nehmen. Ansonsten aber müssen Kinder so weit als möglich selbst entscheiden.

Aber wir müssen garnicht so juristisch präzise formulieren. Wenn wir wollen, dass aus unseren Kindern etwas wird, dann bin ich der Meinung, müssen wir ihre Freiheit fördern. Ich finde hier bedauernswert, dass viele Eltern argumentieren, dass Kinder auch lernen müssen Unangenehmes auszuhalten. Daher müssten sie eine Ausbildung bis zum Ende durchziehen. Sie müssen zum Ballet, sie müssen in Vereine, die ihnen keinen Spaß machen, sie müssen 10 mal die Woche zur Nachhilfe, sie müssen den ganzen Samstag die Wohnung putzen, damit sie lernen, wie ein ordentliches Lebens zu führen sei, sie müssen, sie müssen, sie müssen…

Damit erziehen wir unsere Kinder aber nur zu stillen, nie aufmuckenden, unterwürfigen Nachahmern und Befehlsempfängern. Freiheit, Kreativität und Selbstbestimmung, alles wichtige Eigenschaften für Erfolg in unserer Gesellschaft, lernen sie dabei nicht. Schauen wir uns jedoch an, wie in den (verspotteten) elitären Oberschichten (v)erzogen wird, so sehen wir, dass Kinder dort schon sehr früh an ihre Freiheiten gewöhnt werden. Sie müssen weniger, dürfen dafür aber mehr. Und sie machen auch mehr. Oftmals spielen sie ein Instrument, weil sie es selbst wollen, engagieren sich und sind vor allem eins: selbstmotiviert.

Und auch ein gesellschaftliches Beispiel lässt sich hierfür heranziehen: Vor allem die fehlende Schichtmobilität in den USA (das heißt, dass jemand, der in der Oberschicht oder Unterschicht geboren wird, in der Regel auch dort bis zum Ende seines Lebens bleibt), zeigt uns, dass die Erziehung zur Freiheit oftmals die richtigen Voraussetzungen für ein gutes Leben in der Gesellschaft schafft und nicht der vielbeschworene Weg der Disziplin und Unterwürfigkeit unter die Entscheidungen der Eltern. Das trifft dann eher auf die Unterschicht zu, wo der Vater (etwa Bauarbeiter) unter Umständen nicht verstehen kann, dass die Kinder studieren wollen.

Auch aus diesen Gründen halte ich es daher für sehr sinnvoll, wenn Kinder bei Alltagsfragen, die variierbar sind, Mitentscheiden dürfen. Es heißt wir befinden uns nicht mehr in einer autoritären Erziehung, aber auch die antiautoritäre Erziehung ist abgeschafft. Stattdessen haben wir nun ein demokratischen Erziehungsmodell. Das heißt die Kinder müssen mitbestimmen, wie über sie bestimmt wird.

Was heißt das konkret? Natürlich variiert die Mitbestimmung von Alter zu Alter und das müsst ihr wie immer selbst herausfinden. Die regulative Idee ist aber, euer Kind zur Freiheit zu erziehen, so wie der Gedanke der Aufklärung es auch erstmals festgehalten hat. Das können kleine Fragen sein, wie “Gehen wir heute in den Zoo oder auf den Spielplatz”, “Gibt es heute Reis oder Nudeln” oder aber größere Fragen wie “Wann willst du heute ins Bett gehen?” Ich denke, dass Kinder so auch schon ein wenig Verantwortung mittragen können und merken, dass sie auch ein wichtiger Teil im Familiensystem sind und ihre Meinung einen Wert besitzt. Sie lernen sich hier als Personen kennen, Personen, die später selbst etwas bewirken sollen. Und dieser Weg ist richtig, denn nur so erwerben sie die Selbstmotivation, um eigene Wege zu gehen. Der Autor vom kleinen Prinzen hat es daher so formuliert:

„Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer.“ Antoine de Saint-Exupery (Werk: Die Stadt in der Wüste / Citadelle)

mein Baby ist zum Beispiel immer zufriedener und ausgeglichener, wenn sie mitentscheiden darf. Wie die Mitbestimmung genau ausfällt, ist vom Gesetzgeber natürlich nicht genau geregelt, wir sollten aber immer im Sinne des Kindes entscheiden und das heißt so viel wie möglich Mitbestimmung zulassen. Mit kleinen Entscheidungen lassen wir Kinder schon mal “üben” für die größeren Entscheidungen, die nach und nach in ihr Leben drängen werden. Und das ist alles in allem paradox, denn eigentlich bringen wir unseren Kindern bei, selbstständig zu sein und ohne uns klar zu kommen, obwohl wir sie immer gerne bei uns haben. Gerade haben wir sie bekommen und schon üben wir, wie sie nicht mehr so häufig bei uns sind.

Ein bisschen Alltag (Mein Baby und ihre Homies)

Old-School mein Baby und Vintage Baby, wie ein Kind aus den 60ern
James Blake rockt ja gerade die Feuilletons der verschiedenen Zeitungen. Das ist natürlich selten, dass ein Popmusiker so viel Achtung erfährt. Seine Musik setzt sich aber auch sehr schön aus den Instrumentengruppen zusammen. Leider aber, so heißt es, sind die tiefen Töne nur mit sehr guten Anlagen zu hören, da sie einfach so tief sind. Würde mich mal interessieren, wie sich das live anhört. Die Stimmung passt wohl zu meinem heutigen Tag, aber ich habe ein paar Fotos gemacht, die ich mal Online stelle :)
Mein Baby war Tannenzapfen klauen
Das war’s. Und klickt mal auf den Like-Button :) Alles Liebe eure Maja :)
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