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Wie uns Adventskalender erziehen: Blogparade” Zeigt her euren Adventskalender”

Als Kind habe ich mich ja noch über meinen Adventskalender sehr gefreut. Da ich selten Schokolade bekam, waren dann auch die Stückchen am zweiten Tag alle verbraucht und ich hatte einen vollen Bauch sowie ein schlechtes Gewissen. Der leere Kalender hat mich dann immer wie ein strenger Lehrer den ganzen Tag beobachtet. Kalender sollen wohl zu Verzicht erziehen, bei mir hat das weniger gebracht. Gerade die Freude auf Weihnachten haben diese Dinger eigentlich nur angeheizt. Ich glaube, ich hätte es besser gefunden, wenn mir niemand von Weihnachten erzählt hätte und ich so nicht ständig vor Vorfreude und Langeweile zerborsten wäre. Simsalabim auf einmal wäre es Weichnachten gewesen. Heute ist dies mit Sicherheit anders. Ich habe soviel zu tun mit dem Wickeln, dem Töpfchengang und dem Showbuisness für meine Tochter, das Knecht Ruprecht schon zu einer Bedrohung wird. Was soll ich nur schenken und morgen ist schon Nikolaus. Ich putze jedenfalls heute mit meiner 19-monatigen Tochter ganz pädagogisch die Schuhe und fühle mich schlecht, dass ich sowenig weihnachtlichen Charme in die Wohnung bekommen habe.

Dennoch hat es neben der kindlich-zerreißenden Spannung vor dem Weihnachtskalender schöne Momente gegeben und die Freude und Sehnsucht nach den Geschenkebergen waren wohl mit einander verknüpft. Als Erwachsener gehe ich ja nun viel nüchterner mit dem Weihnachtsfest um, ohnehin, da ich mir oft alles leisten kann, was ich brauche und große Wünsche (außer der Ferrari und das Pony) nicht mehr bestehen. Mein Pusteblumenkind ist wohl noch zu klein, um sich zu freuen, sie lebt noch in der Gegenwart und sieht den Kalender nicht als Erziehungsinstanz zur Askese bis der weihnachtliche Höhepunkt durchbrechen darf, sondern für sie ist ein Kalender nur eine größere Schokoladenverpackung.

Schön zumindest, dass ich neben dem Weihnachts- und Umzugsstreß einen Kalender geschenkt bekommen habe und so kann ich auch prompt bei der Blogparade vom Ostwestfalen im Rheinland teilnehmen. Auch wenn ich selbst keinen spektulären Kalender besitze, halte ich wohl mit vielen anderen mit, die einfach keine Zeit haben, um ihren Kind den erzierherischen Wert dieser Kalenderoffenbarung zu vermitteln.

Mein Kalender

Leider aber habe ich nicht viel von den Kalenderüberraschungen, da ich ja in meiner Wohnung das Schokoladenmonster habe, das mit Explodieren droht, wenn es nicht jedes sichtbare Stück Schokolade bekommt. Die Schokokerzen und Schokoladensterne sind also nicht für mich gemacht, denn jedesmal wenn ich ein Törchen öffne, bettelt mein Baby wie von der Bettelmafia bestellt wegen dem kleinen Stück Welthunger in ihr. Das werden teure Entzugstherapien später, wenn mein Baby wieder von der Schokoladensucht befreit werden muss. Mein Kleinkind wird daher wohl später wie ich früher auch alle Türchen vor dem 24. Dezember geöffnet, sie leer gefuttert haben und mit schlechten Gewissen die Türchen sorgfältig wieder verschließen. Die mahnende Mutter sollte dies ja nicht mitbekommen. Mein Ossimitbewohner hat mir übrigens erzählt, dass sie in der DDR gar keine Schokolade in den Kalendern drin hatten, sondern nur Bilder und sich dennoch wie ein Schneekönig darüber gefreut haben. “Wir hatten ja nüscht” Nun gut dafür haben wir heute diese modernen Einheitskalender, die eigentlich Weihnachten instrumentalisieren um Kohle zu generieren. Da frage ich mich allerdings, worin der Erziehungswert größer ist. In einem Kalender, der nur leer gefuttert wird oder in einem Kalender, wo sich das Kind noch über weihnachtliche Bilder erfreut.

Unser Adventskalender

Unser Adventskalender

Nun gut jetzt sitze ich also auf meinem trostlos gekauften Adventskalender, der soviel Esprit wie ein Plastiktannenbaum besitzt. Übrigens zu einer Tanne hat es auch nicht gereicht. Wenn ich dann aus dem Fenster zu unseren Nachhbarn schaue, fordern diese mit ihrer Scheinwerferbeleuchtung regelrecht heraus und machen mir das nächste schlechte Gewissen.

Aber dieses Jahr ist einfach wenig Zeit, um sich um diese Dinge zu kümmern (ich weiß, das ist jedes Jahr und bei jedem so). Ich habe mir zumindest vorgenommen die nächsten Jahre mal selber einen Adventskalender für mein Kleinkind zu kreieren, damit Sie mit dem Adventskalender mehr als nur einen vollen Schokoladenbauch verbindet und vielleicht doch zu einem bisschen Askese erzogen wird. Leider habe ich nicht so wirklich gute Ideen dafür, allerdings finde ich die Idee von Astrid ganz ansprechend: Kleine Beutelchen an der Treppe mit individuellen Überraschhungen vermitteln doch, dass der andere einem etwas wert ist.

Wie sehen eure Weihnachtskalender aus? Macht doch auch bei der Blogparade mit und schreibt mir.

Alles Liebe

Maja

P.S. Auch unter den gekauften Kalendern gibt es natürlich ganz schöne, wo der Schenkende sich Gedanken gemacht hat. So finde ich zum Beispiel den Adventskalender von Doubleblog kreativ. Da hängen an der Weihnachtsgirlande noch viele kleine Päckchen runter, die dann entdeckt werden können. Oder der Kalender vom Blogparadenautor selbst ist eine gute Alternative zum herkömmlichen Schokokalender. So kann der Nachwuchs gleich die Playmobil-Sammlung erweitern.

Gesundheit für sich, seine Kinder und alle anderen – dazu kann keiner “nein” sagen – Blogparade von cimddwc

Blogparade von cimddwc - Dazu sagt keiner Nein

Blogparade von cimddwc - Dazu sagt keiner Nein

Wozu kann keiner “nein” sagen? Gibt es solch pauschale Dinge, die für alle gültig sind? Ich glaube kaum. Angesichts der vielen Straftaten wundere ich mich manchmal, wozu der Mensch alles in der Lage ist. Offensichtlich ist die Menschheit so stark pluralisiert, dass es solche allgemein gültigen Dinge kaum gibt. Auch bei der Erziehung führt das ja schnell zu Ablehnungen. Wenn ich mit meinem Baby im Tragetuch unterwegs war, bekam ich viele Anfeindungen, nur weil Menschen glauben, dass es nicht gut für das Baby wäre. Verschiedene Meinungen haben also auch schnell Einfluss darauf. Aber sollte nicht jede Mutter “Nein” zu Alkohol Schwangerschaft sagen? Auch wenn es im Einzelfall keine Schäden haben mag und bei geringen Konsum die Wahrscheinlichkeit von Folgen sehr gering ist, so ist es doch am Ende eine Form von russisch Roulette, wenn du es drauf ankommen lässt. Zu der Gesundheit seiner Kinder kann keiner “nein” sagen, doch auch hier gibt es allerlei kranke Eltern, wie zum Beispiel bei www.entgrenzen.de zum Thema sexualisierter Gewalt zu lesen ist. Mit diesem Thema nehme ich bei der Blogparade von Cimddwc teil.

Kommen wir mal zum “Nein”. Gibt es tatsächlich jemanden der “Nein” zum Weltfrieden sagen würde? Wer möchte nicht, dass seine Kinder in einer friedlichen Welt aufwachsen, wo sie nichts zu befürchten haben. Das Thema ist unverfänglich, weswegen wohl es wohl auch bei Misswahlen oftmals zur Sprache kommt. Für Weltfrieden seid ihr doch auch oder handelt ihr vielleicht mit Menschenleben, Waffen oder Drogen? Nun Skrupellosigkeit gibt es wohl in aller erdenklicher Form. Auch wenn uns der gesunde Menschenverstand einiges rät, es kommt wohl auf gesunde Menschen an.

Was neben Weltfrieden auch immer gut kommt, ist mehr Kinderfreundlichkeit in unserer Gesellschaft. Menschen, die Menschen helfen, keine Hungersnot mehr, keine Kriminalität. Aber was sagen wir, wenn der gute Pädokriminelle sich nicht erwischen lässt und in seinen Kinderpornoringen gut aufgehoben fühlt? Es ist verboten, es verbietet sich von unserer Menschlichkeit her und doch gibt es Menschen, die dieses nicht befolgen und denen Moral egal ist. So sagte Frederick West wohl aus, nachdem er für die Vergewaltigung einer 13 jährigen inhaftiert wurde, dass er nicht verstehen könne, dass dies nicht jeder mache.

Was du nicht willst, das füg auch niemand anders zu. So lautet ja das bekannte, moralische Gesetz. Doch wenn ich etwas wünsche, wozu ich nicht “nein” sage, warum sollte es für jemand anders gelten? Wir wissen nicht, ob die Wünsche von anderen nicht andere sind. Und sie wollen etwas anderes für sich und fügen somit uns vielleicht auch Dinge zu, die wir nicht wollen. Dennoch zeigt sich dem Wunsch nach eigener Gesundheit und eigenem Wohlbefinden kann sich doch niemand entgegenstellen. Und so wie wir diese Gesundheit für uns wollen, können wir wohl davon ausgehen, dass dies jeder will. So wie wir dies von der Gesellschaft erwarten, so steht es wohl auch jedem anderen zu und damit ist auch der Kriminelle zurückgebunden an die Gesellschaft, denn er hat einfach kein Recht andere zu missbrauchen und kann zumindest im Rahmen seiner Vernunft nicht “nein” sagen.

Ich – und mein Baby sicherlich auch – würden  niemals “Nein” sagen zu einem Gutschein für garantierte Gesundheit, der all meine Lieben umfasst. Dies ist mir allerdings auch erst richtig bewusst geworden, seitdem mein Baby da ist. Davor habe ich mich auch nicht in dem selben Maße für Gerechtigkeit in der Gesellschaft interessiert. Dennoch war mir immer klar, dass jedem das Recht auf seine Gesundheit zusteht.

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