Sünden meiner Kindheit: Ich war jung und brauchte den Kitsch (Testmamas Blogparade)

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Mamas Erziehung  |   
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Die Blogparade von der Testmama geht in die nächste Runde und diesmal geht es um die Bücher aus unserer Kindheit und die Bücher für unsere Babys.

Bücher, die meine Kindheit und Jugend gerockt haben

Die Highland- Saga von Diana Gabaldon hat meine Kindheit definitiv gerockt. Ein Mauerblümchen, kurz vor der Hochzeit, flieht, um Männern in Schottland beim Baumstammweitwurf zuzuschauen und fühlt sich vor allem inspiriert von dem Hauch an Nichts, das die Herren unter ihren Röcken tragen. Nun die Autorin war natürlich sehr kreativ, denn wie kommt eine Hausfrau aus dem England der 50er Jahre nach Schottland? Richtig: Durch eine Zeitspalte, die in einer Felsenspalte direkt vor ihrer Haustür verborgen war. Was die Zeitverschiebung sollte, habe ich nie wirklich verstanden, aber das war auch egal, denn die Dame fiel durch die Zeit direkt in die starken Arme eines Schotten. Mit 13 Jahren war mir danach sofort klar: Ich werde einen muskulösen, aber sanftmütigen Schotten heiraten, mit dem ich dann eine Scheune voll rothaariger Kinder produziere. Achja in dieser Welt reimt sich noch Herz auf Schmerz und den Verstand solltet ihr beim Lesen wohl besser abschalten (hach-ja).

Nach dem Buch wollte ich erstmal natürlich (wie alle kleinen Mädchen) als Au-Pair nach Schottland, denne meine Leidenschaft für Helden war mit dem Buch noch lange nicht verbraucht. Es folgten die Bücher von Juliet Marillier. Meiner Vorliebe für den hohen Norden und für starke Helden mit roten Haaren bin ich damit treu geblieben, denn es ging nach Irland. Ein junges Mädchen muss 1000 Seiten Enthaltsamkeit erdulden, um den Bann ihrer verzauberten Brüder zu brechen.  Ich weiß auch nicht, was mich daran interessiert, dass ein schrulliges Mädchen allein im Wald lebt und auf Ökotripp sieben Brennnesselpullover für ihre sieben Schwandbrüder stricken muss. Auch hier gilt Gehirn einmal mehr ausschalten. Warum habe ich mich da nur nachts um den Schlaf geweint?

Mit Enthaltsamkeit ging es weiter und ich muss eine meiner Jugendsünden gestehen: Ich war “Hanny und Nanny”-Groupie. Zwei Zwillinge, die Partys im Internat feiern, die so wild sind, dass ich selbst 30 Jahre nach Erscheinen nicht glaube, dass Hanny und Nanny ihre Jungfräulichkeit jemals verloren haben. Die Bücher sind schon debil brav, aber ich kann mich noch heute nicht von ihnen trennen. Ich habe gar in der Schulbank von ihnen regelmäßig mit sehnsuchtsverlorenem Blick geträumt und ich freue mich jetzt schon, wenn mein Baby, die vielleicht mal liest.

Bücher, die ich mit meinem Kleinkind lese

Als Hanny und Nanny-Jünger habe ich am Anfang meiner Schwangerschaft beschlossen, meinem Baby jeden Abend aus der Bibel vorzulesen. Zwar bin ich nicht religiös, aber der Love-Spirit, der sich um die Bibel wie ein Nebel rankt, hat mich fasziniert und in der Schwangerschaft ist alles mit Love erstmal gut. Als ich dann eine Stelle in der Bibel las, wo so ein Typ einem anderen Typen exakt 100 Vorhäute aus der Schlacht mitbringen soll, war ich irgendwie irritiert. So ein Beutel mit Vorhäuten, wer denkt sich denn sowas aus?

Stattdessen habe ich dann mit richtiger Literatur für mein Kleinkind begonnen. Glorreiche Bücher wie “Hörst du’s rascheln kleiner Bär” oder “Tuut wir fahren”, das allerdings als Fühlbuch nur für ganz sensible Finger gemacht ist (meine Kritik zu dem Fühlbuch findet ihr hier). Als mein Baby da war hatte ich ohnehin keine Zeit mehr für den Bibelkitsch  und war froh, wenn ich mal den Beipackzettel vom Hustensaft oder die Anleitung für das Tragetuch durchlesen durfte. So warf ich meine glorreichen Ideen über Bord und blieb bis jetzt bei kleinen, bunten Kinderbüchern hängen.

BuchIch hätte lieber das Märchenliederbuch ausleihen sollen, darauf steht mein Baby mehr, aber das kommt noch

Ich hätte lieber das Märchenliederbuch ausleihen sollen, darauf steht mein Baby mehr, aber das kommt noch

Da ich finde, dass zu einer richtigen Prinzessinenkindheit auch Märchen gehören, stehen natürlich diese auch auf dem Programm, allerdings finde ich, dass es mittlerweile auch nicht so brutale Alternativen zu den grimmigen Grimms Märchen gibt (z.B. Rumo und die Wolpertinger, die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blauär). Dennoch möchte ich natürlich nicht, dass mein Baby nachher im Kindergarten als einzige nicht weiß, wer Dornröschen war, wie sie gelebt und wie sie gelitten hat. Vorm Einschlafen gibt es die Storys also, aber unpassende Passagen werden durch Kreativität ersetzt.

Ein Buch über ein Thema, das wir häufiger für uns zulassen sollten

Bücher in meinen Regalen (Erziehungsratgeber und Kochbücher)

Bücher habe ich ja eigentlich aus meinen Regalen verbannt, weil diese vor allem ungeheuer viel Platz nahmen. Bücher gibt es ab sofort aus der Bibliothek. Ansonsten gibt es eine Erziehungsbibel, die ich ab und an nach Rat durchsuche: “Auf der Suche nach dem verlorenen Glück”. Eine Moraltrommel, wo es um die harmonische Beziehung zwischen Mutter und Kind nach dem Kontinuum Konzept geht. Leider steht mir das Wasser oftmals bis zum Hals und ich komme viel zu selten dazu, darin zu lesen.

Ich lese außerdem sehr gerne Erfahrungsberichte. Das Buch “Splitterfasernackt” hat mich vor allem aus meiner rosaroten Welt befreit: Ein Mädchen, das jahrelang von ihrem Nachbarn missbrauch wird und damit traumatische Erinnerung ohne Ende in sich trägt. Das schlimme ist, dass dies leider nicht selten in unserer Gesellschaft ist, sondern nach Ärzteblatt wohl bis zu 10% der Bevölkerung betroffen sind. Das sind Millionen allein in Deutschland. Ein Thema, das wir berücksichtigen sollten. Norman arbeitet hierfür als Beirat bei netzwerkB. Ihr könnt da ja mal reinschauen.

Soviel also zu dem kleinen Bücherexkurs in der Blogparade von der Testmama. Es gibt dort viel zu gewinnen und vielleicht wollt ihr auch noch teilnehmen. Wenn euch der Beitrag gefällt, dann liked bitte, bitte das Ganze oder abonniert doch meinen Blog. Wenn ihr Themen habt, zu denen ich mal, was schreiben soll, dann könnt ihr das ja auch gerne in den Kommentaren anmerken.

Alles Liebe Maja.

 

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  • Kyra

    sehr schön zu lesen :-) die highland saga…oh ja… ich habe sie verschlungen und geliebt!

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      @Kyra: Ich habe also eine Leidensgenossin :) 

  • Kerstin

    Ich habe Tränen gelacht bei den Vorhäuten. :D Der Love-Spirit in deinen Texten ist ganz wunderbar, ich liebe sie (deine Texte)! Danke :)