Welches Konzept ist besser für die Babyentwicklung? Rabenmutter, Tagesmutter und Arbeiten oder Herdglucke

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Meine nächsten 18 Mama-Jahre (sehe ich nicht glücklich aus?)

Meine nächsten 18 Mama-Jahre (sehe ich nicht glücklich aus?)

Soll mein Kind oder Baby zu einer Tagesmutter, damit ich arbeiten kann? Oder ist dies schlechte Kindererziehung und bin ich eine Rabenmutter, die Kontakt zu ihrer biologischen Grundausstattung verloren hat und nicht weiß, was gut ist, für das Kind?

BILD-Schlagzeile: Heim- und Herdglucke beutet Staat aus

Es ist ein ewiger Hickhack. Bleibst du Zuhause, weil du entschieden hast, dass es für deine Familie das Beste ist, dann wirst du als Glucke, die ihr Nest wärmt, abgestempelt. Zudem heißt es, dein Kind erlange nun niemals Selbstständigkeit, wird in einsamer Zukunft immer an deinem Rockzipfel hängen und noch mit 30  Jahren mit dir in einem Bett schlafen. Tja, so sieht es wohl aus, wenn du dich entscheidest, im Schoß der Wohlfahrt zu bleiben und nicht schon 2 Tage nach der Geburt wieder beginnst, in der Industrie am Fließband zu stehen. Eine Mutti soll nach dieser Vorstellung wohl die Tage im Kalender abhaken bis endlich ihr Mutterschutz endet und sie sich endlich wieder als freie, ununterdrückte Frau ihrer Selbstständigkeit widmen darf.

BILD-Schlagzeile: Rabenmutter vernachlässigt Nachwuchs
Die andere Möglichkeit ist, dass du als Rabenmama gilst. Wie du hast vor, schon nach drei, vier, fünf oder gar 12 Monaten wieder halbtags arbeiten zu gehen? Hast du denn gar keine moralischen Muttergefühle mehr? Siehst du nicht jetzt schon, dass dein Kind allein bei dem Gedanken daran den Schmerz der Trennung spürt und sich in den Ecken der Welt wieder in Fötusstellung zusammenkauert?

Egal wie, es ist falsch
Wie ihr es auch dreht und wendet, ihr macht es nicht richtig. Wenn ihr es allen Recht machen wollt, dann habt ihr nur zwei schlechte Seiten zur Auswahl. Wenn ich mich zum Beispiel in den hitzigen Forendiskussionen umschaue, so komme ich schnell zu der Schlussfolgerung: Aufgrund so vieler hocherhitzter Muttis gibt es keinen goldenen, diplomatischen und buddhistischen Mittelweg. Ent oder weder! Die letzte Muttischlacht hat begonnen.

Manche Mütter schreiben dann zwar auch beschwichtigende Dinge, dass es zum Beispiel nicht so schlimm sei, wenn die Mutter 2 mal die Woche 3 Stunden arbeitet. Doch andere sind da streng. Sie erlauben es der Mutter keinesfalls in den ersten 3 Jahren nach einem Arbeitsplatz zu suchen, geschweige denn sich von ihrem Kind zu entfernen. Ich stelle mir dann immer vor, wie die Mutter im Hintergrund sitzt und mit großen Augen jeden Schritt ihres Babys beobachtet. Wirkt irgendwie bedrohlich.

Tja, da bin ich wohl eine Rabenmutter. mein Baby ist nämlich mit 4 Monaten regelmäßig von der Rabenmutter zur edlen Tagesmutter geflogen. Natürlich fiel es mir am Anfang schwer mein kleines Baby “alleine” zu lassen. Permanent habe ich immer schon mit dem plötzlichen Ableben meiner Tochter gerechnet, wenn ich nur das Handy anschaute. Aber je mehr das alles Routine wurde, desto gelassener wurden mein Baby und ich auch.

Wer nur Zuhause bleibt, empfindet seine Routine auch als die Bessere. Vielleicht wollen wir daher nur unsere Routine rechtfertigen? Umstellungen erzeugen Ängste. Das hatte ich schon als ich klein war. Als mein Vater mich in den Kindergarten brachte, war ich so verzweifelt, dass er schließlich das weinende Kleinkind, das ich war, über die Schulter werfen musste, um es zu der Kindergärtnerin zu bringen. Ich glaube nicht, dass aber diese doch schweren Anfänge mir oder mein Baby geschadet haben. Die Ängste stellten sich irgendwann als Schatten der Unkenntnis heraus und wir spielten gerne mit den anderen Kindern. Das heißt nun aber nicht, dass es daher falsch ist, mit seinem Kind zu Hause zu bleiben.

Hat mein Baby sich schlecht entwickelt, weil sie bei einer Tagesmutter war?
Dennoch glaube ich, dass mein Baby mittlerweile sehr selbstständig ist. Sie will sich in nichts reinreden lassen. Als ich kürzlich die Teile unseres Fläschchens aus ihrer Hand nahm und diese zusammen schraubte, bekam sie einen Wutanfall, der jedem Diktator würdig gewesen wäre. Ich vertraue daher nun bei vielem darauf, dass sie “weiß”, wie etwas funktioniert (auch wenn nicht von einem logischen Standpunkt aus). Ich bin aber deshalb so sicher, dass es mein Baby nicht geschadet hat, weil unsere Tagesmutti wirklich eine super Frau ist. Wisst ihr, ich glaube letztlich kommt es bei der Betreuung darauf an, wie qualitativ diese ist. Und tatsächlich dies wurde auch in einer Studie festgestellt. Zum Beispiel heißt es in der NICHD- Studie: “Children who were cared for exclusively by their mothers did not develop differently than those who were also cared for by others.” Das heißt sowohl Kinder die Zuhause oder in  Fremdbetreuung viel Aufmerksamkeit und Anregungen erhalten, entwickeln sich zu perfekt gescheitelten Prachtexemplaren der Nerdgeneration. Genauso gilt, wenn Kinder nun Zuhause oder in Fremdbetreuung wenig Aufmerksamkeit und Anregung erhalten, so werden sie in beiden Fällen schnell schlecht erzogene Rotznasen, die alte Omas die Treppe runterschubsen. (Die Originalstudie könnt ihr gerne nachlesen: (Auswirkungen frühkindlicher Betreuung)

mein Baby ist also nicht so schön selbstständig geworden, weil es einfach toll ist, dass sie zur Tagesmutter kommt, sondern weil sie dort eine einzigartige Betreuung bekommen hat von einer einzigartigen Frau und dafür bin ich der Tagesmutter sehr dankbar. Ich weiß nicht, ob ich das alles in allem so toll wie sie gemacht hätte.

Und nun die Gluckenmama als Heimchen am Herd
Nun war ich bis jetzt zwar keine Gluckenmama, aber es wäre einfach unrecht, Frauen die zu Hause bleiben mit Vorurteilen zu belasten. Auch ihre Entscheidung Zuhause zu bleiben, ist zu akzeptieren und ja auch ohne Nachteile für die Erziehung. Warum sollten sich Kinder denn nicht lösen können, wenn sie von ihrer Mutter betreut werden? Der Ablöse- und Selbstständigkeitsprozess ist doch nicht abhängig von Fremdbetreuung . Er ist vielmehr ein Prozess den Kinder im Laufe ihres Leben durchmachen und den jede Mutti liebevoll begleiten und unterstützen sollte. Es gilt also am Ende: Es gibt schlechte Mütter und es gibt schlechte Tagesmuttis, genauso wie es gute Muttis und liebevolle Tagesmütter gibt. Letztlich ist es für das Kind aber wichtig, dass es gute Erziehung genießt und das können viele leisten.

Gut nun bin ich auch wieder Gluckenmama und sitze zu Hause. Meine Schule ist vorbei, mein Baby daheim.
Das Heimchen vom Herd wird daher heute mal die Wohnung putzen :D

Bis bald Maja und bitte abonniert doch meinen Blog. Ach und noch etwas, was mir einfällt: Aus irgendeinem Grund scheint Facebook mich als vertrauensunwürdige Seite zu listen. Warum, das erfahren wir von dem anonymen Internetriesen wieder nicht. Es heißt aber, dass Vertrauen zurückzugewinnen ist, wenn ihr auf den like-button klickt. Gut, das hört sich jetzt wie ein billiger Trick an, aber es ist ganz ernst. Weil ich nun nicht mehr vertrauenswürdig bin, müsst ihr nämlich dreimal klicken. Und wer klickt bitte dreimal?

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