Problemlose Kleinkinder? Erfahrungsberichte mit einem Kleinkind?

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Alltagsgeschichten  |   
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Klein mein Baby und klein Achim

Kleinkinder sind Troublemaker und wollen nicht unterschätzt sein. (Foto: juhansonin)

Habt ihr schon mal ein zwei jähriges Kind gesehen, das sich nicht beschwert?
Ich bin letzten auf einen Artikel zu der Frage, was wir alls Blogger von Zweijährigen lernen können gestoßen, dessen Intention ich gut finde, leider finde ich das der Text nicht der Wahrheit entspricht. Der Autor möchte, dass Blogger sich ein Bespiel an einem zwei jährigen Kind nehmen, denn diese beschweren sich nicht, haben unendliche Zuneigung zu ihrer Mutter und müssen sich nie Sorgen machen. Der Autor möchte nun, dass ihr diese Eigenschaften auf seinen Blog und seinen Beruf als Blogger überträgt.

Kommen wir mal zu den Behauptungen:

Zweijährige beschweren sich nicht

Sie würden lachen oder weinen, aber beschweren würden sie sich nicht. Nun gut, vielleicht bin ich mit dem Glück gesegnet worden, ein sehr eigensinniges Exemplar von einer Zweijährigen zu haben, aber im Grunde denke ich, dass jedes zweijährige Kind, eine Menge Widerworte gibt. Beschweren und bemängeln ist im Moment das liebste Hobby von meinem Kleinkind, denn Mutti macht im Moment so unglaublich viel falsch. Es fängt Morgens an, wenn ich unser Müsli zubereite. Unsere Müslischalen stehen nebeneinander und mein Kleinkind steht auf einer Kiste damit sie auch genau beobachten kann, was Mutti da so in ihre Schüssel tut. Greife ich zu den Haferflocken, wird nach zwei Sekunden der Protest angeschaltet: “Nein, nein, nein, nein, nein”, was bedeutet ” Mama drei Haferflocken sind mehr als genug”. Okay, weiter gehts, Rosinen, ich mag die ja total gerne, mein  Kleinkind mag sie anscheinend heute auch gerne und will ,dass ich die ganze Tüte in ihrer Schüssel entleere. Das geht natürlich nicht und so setzt es sofort eine weitere Beschwerde an den Koch. Dann kommen wir zu dem Leinöl und der Hafermilch, die unserer Müsli verfeinern. Beides, muss mein Kleinkind selber einfüllen, sonst wird sofort Protest eingeleitet. Meine Tochter ist wie die politische Opposition zu allem meinen Handeln. So geht das dann den ganzen Tag weiter. Es ist eine Gratwanderung auf dünnem Eis, immer in der Gefahr, dass die Bombe namens mein Baby neben mir explodiert. Das Kind ist halt sehr eigensinnig, aber nach so einem Tag soll mir dann nochmal jemand erzählen, dass Zweijährige sich nicht beschweren.

Keine Sorgen

Ein Kleinkind macht sich nach Behauptung des Artikels keine Sorgen. Ich denke, das stimmt nicht leider nur sehr bedingt. Ich glaube, Kleinkinder machen sich in der Regel eher weniger Sorgen. Aber als ich mein Kleinkind letztens im übervollen DM kurzzeitig aus den Augen verlor, weil sie blindlings zu dem Schaukelpferd rannte und ich mit dem Buggy nicht so schnell hinterher kam. Da machte sich mein Kleinkind nach einer kurzen Zeit Sorgen, wo ich denn blieb. Ich sah sie zwar noch, aber sie sah mich nicht mehr und rief ganz aufgeregt nach mir. Manchmal macht mein Baby sich auch Sorgen, dass für sie keine Schokolade übrig bleibt. Oder sie sorgt sich über die Zeit, die auf dem Spielplatz immer zu schnell vergeht und dass wird bald schon wieder los müssen. In den Kopf können wir natürlich nicht so gut reinschauen.

Der Vergleich des Blogs ist natürlich nicht problematisch, denn der Herr versucht positive Ansätze für sein Bloggen herauszufinden, allerdings ist die Realität auf die er sich dabei beruft leider eine andere. Wirklich kritisiere ich daher nichts an dem Blog, nur eine gewisse Realitätsferne.

Daher mal ein paar “sonstige” Kleinkind-Erfahrungen die ich in letzter Zeit sammeln konnte:

1.Kleinkind und streichen?

Gar kein Problem! Während ihr euch um die weiße Wand kümmert, kümmert sich euer kleines um alles andere. Der Fußboden muss schließlich auch geweißt werden. Die Schränke nicht vergessen, die Heizung bekommt auch ein bisschen weiß ab, aber nicht so viel, denn die Heizung ist ohnehin langweilig und eine Sache darf man auch nicht vernachlässigen: sich selber weißen, man will ja schließlich zum Rest der Wohnung passen.

2. Kleinkind und Zug fahren?

Das ist ja normal, machen viele. Aber entspannen während der Fahrt? Denkste! Kommt gar nicht in die Tüte. Es wird eine ganze Stunden das Abteil abgelaufen hoch und runter, runter und hoch. Ab und an bleibt man stehen und tippt einem wildfremden Menschen auf die Schuhe und sagt”Da”. Mutti entschuldigt sich dann zum dritten mal bei dem Herrn, dem wir schon eine Weile auf die Schuhe tippen und hofft, dass die Sportliche Erziehung ihrem Kind zugute kommt.

3. Kleinkind und packen?

mein Baby packte auch, nur anders rum! Mama packt ein und klein mein Baby  nutzt die leeren Regale, um alles wieder mit einer neuen Ordnung (manchmal auch Chaos genannt) aus dem Koffer einzuräumen. Nun weiß ich nicht, ob sie mir vielleicht so sagen wollte “Mama ich bleib hier”!

4. Kleinkind und auspacken?

Das selbe wie bei Punkt 3 nur andersrum.

5. Kleinkind und zwei Wochen lang Tiefkühlpizza?

Wenn es nicht anders geht, ist das für ein Kleinkind jedenfalls okay. Bei meinem letzten Stück Tiefkühlpizza ist mir der letzte Bissen fast im Hals stecken geblieben und nun möchte ich das Zeug für eine sehr, sehr lange Zeit nicht mehr sehen! Wenn das Kleinkind dann jedoch fragt, ob sie Pizza will, nickt sie immer noch gut gelaunt. Wir machen nun Morgen selbstgemachte Pizza, da ein Leben ohne Pizza auch nichts ganzes ist.

Noch ein bisschen Alltag:

Klein mein Baby und klein Achim

Klein mein Baby und klein Achim

Wer sagt denn, dass man hier nicht gut sitzen kann?

Wer sagt denn, dass man hier nicht gut sitzen kann?

Haben wir wen vergessen?

Haben wir wen vergessen?

mein Babys erste Worte waren nicht “Mama” oder “Wau-Wau”, sondern im zarten Alter von 3 Monaten hat sie zufällig eine Wortkonstruktion zusammengebaut, die sich ganz eindeutig nach Achim anhörte. Ja, ich weiß, dass ist als wenn du aus der Straßenbahn steigst, ein Stock fällt in die Pfütze und du verstehst “Guten Tag”, aber ich war dennoch fasziniert und habe mich insgeheim gefragt, wer Achim eigentlich ist. Da sie zu dem Zeitpunkt ein Lieblingskuscheltier hatte, wusste ich bald, das kann nur Achim sein (andere Affairen wollte ich mir nicht vorstellen).

Achim ist heute durch verschiedene Wiesen, Wege und Laubböden geschleift worden. Nein, das Leben eines Lieblingskuscheltieres ist kein angenehmes. Er war einmal im Tümpel, zusammen mit den Mückenlarven, baden und hat dann noch ein bisschen Eis in die Frisur bekommen. Und wofür macht Achim das alles durch? Nur damit er bei dem nächsten Wurm die Leiden des Fremdgehens erfahren muss. Einsam und verlassen auf der Straße. liegen gelassen, vergessen ———— alleine.

Naja, aber die sorgsame Mutti lässt Achim nicht im Stich, da sie weiß, beim nächsten Zubettgehen ist die Liebe wieder groß.
Alles Liebe

Maja

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  • http://twitter.com/Drachenelfe Mika Costadino

    Meine Meinung dazu: der Herr Blogger spricht von seinem
    Neffen, heißt also, er hat keineswegs Tag ein Tag aus ein zweijähriges Kind um
    die Ohren. Das wiederum bedeutet, er bekommt den Stress, den man mit einem
    Kleinkind haben kann, kaum mit.

    Wenn ich meine Kinder als Beispiel nehme, mein Sohn hat es
    von mir gelernt, zu meckern und sich zu beschweren. Ok, der ist nun sechs, aber
    ich nehme an, er hat das auch schon sehr früh angefangen. Immer, wenn Daddy
    etwas anders gemacht hat, als er es von Mama gewohnt war.  Selbst mein drei Monate altes Baby beschwert sich
    schon, wenn was nicht passt; wenn es zu lange alleine in seiner Wiege liegt
    oder Aufmerksamkeit möchte. Aber es hängt wohl auch mit der Erziehung zusammen.
    Wenn ein Kind lernt, dass es hilft, sich zu beschweren, wird es das auch weiter
    tun.

     

    Aber was die Sorgen angeht, hat der Herr Blogger denke ich
    recht, denn wenn ich das richtig verstanden habe, meint er eine andere Art
    Sorge, als die Frage „Wo ist Mama?“. Ein Kleinkind wird sich wohl wirklich nie
    existenzielle Sorgen machen.

     

    Liebe Grüße,

    Möchtegern …

  • Stephan Hochhaus

    Nicht umsonst nennen die englischsprachigen Völker das zweite Lebensjahr die “Terrible Twos”. Es muss zwar nicht immer mit zwei Jahren sein, aber in etwa kommt das hin.
    http://www.vaterfreuden.de/vaterschaft/kleinkind-1-5-jahre/the-%E2%80%9Eterrible-twos%E2%80%9C-oder-wie-zweij%C3%A4hrige-eltern-an-ihre-grenzen-brin

  • Emma Melzer

    genial geschrieben..toll…lg emma