Mutter sein unter Feministen – Ein Leben für mein Kind?

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Mamas Erziehung  |   
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Das Halstuch hat Mutti selbst genäht und ist ganz doll stolz auf sich :D.

Das Halstuch hat Mutti selbst genäht und ist ganz doll stolz auf sich :D.

Ahhh ich schaff das!Teppen-extem-hangeln

Ahhh ich schaff das!Teppen-extem-hangeln

So eine Treppe hat schon ihren Reiz und Mutti wird nun auch nicht mehr gebraucht. Immerhin ist mein Baby nun langsam in dem Alter, da sie das alles alleine kann. Als nächstes rangiert mein Kind dann  ihr erstes Lieblingsstofftier ausr und irgendwann kommt dann auch Mutti auf den Müll.

Und was macht Mutti dann, wenn ich ein halbes Leben für mein Kind gelebt habe?  Nun ganz so dramatisch ist die Frage nicht, da ich ja noch andere Dinge tue. Also heute mal ein Beitrag zu der Frage “Was machen Mütter eigentlich so im Alltag?” oder auch anders “Haben Mütter eigentlich nichts besseres zu tun, als den ganzen Tag Bilder von ihren Kindern zu posten und abzuwaschen?”

Zugegeben zur Zeit sieht der Alltag etwas unproduktiv aus. Ich bin im Umzugs-, Erziehungs- und Haushaltsstress. Ich wünschte, dass ich bis November in einen Schlaf fallen könnte und dann nach dem Umzug im November wie Dornröschen wieder aufwachen könnte. Aber trotz momentaner Flaute, ist es ja nicht gleich so, dass ich nichts zutun habe,  was nicht produktiv wäre. Ich erziehe nämlich nebenbei mein Kind. Ja nur eins, zu mehr bin ich bisher noch nicht gekommen. Manche behaupten ja, ein Kind wäre kein Kind, allerdings bin ich davon noch nicht so ganz überzeugt. Jedoch was wäre, wenn nun alle Muttis strikt ablehnen sich in die Muttirolle einzufinden? Sich nicht liebevoll, intensiv, erklärend, vielleicht zeitweise sogar aufopfernd kümmern würden, sondern lieber in der Weltgeschichte umher tingelten?

Gerade in anderen Blogs kritisieren FeministenInnen, dass wir uns nur noch über unsere Kinder definieren, wenn wir dann Mutter geworden sind. Dies geht so weit, dass sie sogar gelegentlichen Alkoholkonsum in der Schwangerschaft befürworten, da die Mutter-Kind-Rolle ja schließlich die Frauenunabhängigkeit unterminieren würde. Merkwürdig denn ich denke Moral gegenüber anderen ist keine Frage von Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen, sondern zwischen Menschen. Sein Frausein über das Menschsein eines anderen zu stellen, finde ich da von der Argumentation eher peinlich. Aber dennoch: Ist Mutter sein denn keine wertvolle und produktive Aufgabe, die ich unabhängig von meinem Geschlecht ausführen kann? Kindererziehen darf Menschen definieren, weil es eine Aufgabe ist, die wir als Menschheit benötigen. Aber dennoch möchte ich mich nicht nur darin verwirklichen.

Ich muss sagen seitdem mein Baby da ist, komme ich zu vielem nicht mehr. Kino? Tanzen? Konzerte? Theater? Lesen? Früher immer gerne, nur seit neustem ist das alles etwas schwieriger. Ich kann mein Kind nicht mal eben woanders lassen. Das findet sie (ausgenommen bei der Tagesmutti) nämlich nicht so prickelnd. Also geht es in meinem Alltag zur Zeit sehr viel um mein Kind. Ich kreise zwar nicht wie ein Mond um mein Baby, aber ich bin halt zu jeder Zeit da, wenn sie spielen will, stillen will, getragen werden will oder Zuspruch braucht.

In ein paar Jahren wird das wieder anders aussehen. Kinder werden größer und lösen sich nach und nach in vielen kleinen Schritten ab und werden zunehmend selbstständiger. Dann wird es bestimmt wieder andere Tätigkeiten geben, die man hier lesen kann und auch andere Bilder. Bis dahin poste ich gerne über Kinder, Kinder, Kinder, da ich mich im Alltag nun mal viel mit diesem Thema auseinandersetze. Dennoch aber halte ich auch unabhängig von meiner Mutterrolle die Frage nach der Erziehung für eine Frage, die die Menschheit betrifft und damit für eine Frage des Humanismus. Damit ist es nicht nur die Frage nach der Frau und daher bleibt es für mich immer ein wichtiges Thema.

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  • http://twitter.com/MoonMum1 MissMoon

    Ich finds irgendwie traurig wenn manche Frauen kein anderes Hobby haben wie ihre Kinder. Klar so am anfang dreht sich alles ums kind und das ist auch gut und schön aber wenn man sich selber vollkommen vergisst dann find ich das nicht mehr schön. irgendwie sollte man schon versuchen noch die person zu sein die man vorher war. 
    Ist das selbe mit der partnerschaft, ich hab schon viele paare gesehen die dann nur noch mama und papa sind aber kein liebespaar mehr. 

    ich werd aufjedenfall versuchen alles unter einen hut zu bringen 
    liebevolle mama
    mich selber lieben und mich um mich kümmern 
    und eine gute partnerin sein :) 

    • Maja

      Ich bin sicher, dass du das gut hinbekommen wirst! :)
      Ich bin alleinerziehend und muss nicht gleichzeitig auch dem Anspruch eine gute Partnerin, Ehefrau und Geliebte gerecht werden. Da habe ich es wohl etwas einfacher.
      Trotzdem wie schon zuvor geschrieben bin ich sehr dafür das man am Anfang dem Baby seine Bedürfnisse erfüllt und sein Kind entscheiden lässt wie schnell es sich von einem lösen möchte.Allerdings muss man im Alltag natürlich auch ab und an Abstriche machen. :)

      • Alex

        Ich war jetzt über zwei Jahre mit einer Alleinerziehenden zusammen (Tochter ist jetzt 8,5 Jahre alt). Ich habe unterstützt, mich eingebracht, Betreuung übernommen, finanzielle Hilfestellung gegeben, … Gescheitert ist das dann an dem scheinbar “perversen” Anspruch, auch mal ein paar Minuten mit meiner theoretischen Partnerin alleine zu verbringen.

        Die beiden schlafen in einem Raum (die Betten stehen direkt nebeneinander) und die Tochter ersetzt eigentlich den Partner. 100% Konzentration iauf das Kind ist zu keinem Zeitpunkt gut für dass Kind bzw. eine Partnerschaft, denn der hier dauernd zitierte, angeblich automatisch einkehrende Absprung und damit verbunden die Rückkehr zu einem Leben auch zu zweit wird mit jedem Jahr schwerer, in dem der männliche Partner nur noch als Fahrer, Zahler, … angesehen wird. Die eigenen Bedürfnisse werden auch verdrängt. Das wird dann zur Gewohnheit und endet wohl erst dann, wenn es längst zu spät ist.

         

  • http://twitter.com/Zwoelfes Frau Zwoelfe

    Genauso wie Kinder das natürlichste der Welt sind, ist es ebenso natürlich das sich alles um die Kinder dreht, sonst hätte man es ja auch sein lassen können.

    Das man in den ersten Jahren extrem verschmolzen ist, ist nicht nur logisch sondern für die Kinder auch lebensnotwendig, desinteressierte Eltern sind keine guten Eltern, so ist das nunmal.
    Natürlich ist es wichtig, das das Paar irgendwann auch wieder gerne ein lustvolles Paar und nicht nur Mami und Papi ist. Das klappt in der Regel aber auch ganz von selber.

    Wer wie ich 5 Kinder hat, zeigt seine Prioritäten ganz klar, nämlich die Kinder, jedoch gehe ich all den Dingen nach, die ich gerne mache, fotografieren, zu Konzerten fahren, mit Freunden treffen usw.

    Mütter allerdings, die sich 100% nur auf ihr Kind konzentrieren haben dann ein Problem, wenn die Kinder langsam flügge werden, dann hängen die Mütter den Kindern am Rockzipfel, aber man muss es nicht soweit kommen lassen, das Muttertier sollte lernen seine Interessen genauso zu pflegen, wie in der “Ohne Kinder Zeit”

    • Maja

      Ich finde auch das man in den ersten Jahren sehr “eins” ist mit seinem Kind und das Kind auch sehr auf eine gute Betreuung angewiesen ist. Aber ich merke auch das mein Baby sich langsam in kleinen Schritten selbstständig und unabhängiger macht und das macht mich auch sehr stolz:). Zudem kann ich wieder ehr meinen Hobbys nachgehen ohne eine schlechtes Gewissen zuhaben. Denn ich finde man sollte Kinder in ihrem eigenen Tempo sich lösen lassen.

  • Fck_mothers

     Hallo – es ging in dem Fuckermothers-Artikel zu Alkoholkonsum keineswegs darum, Alkoholkonsum in der Schwangerschaft zu befürworten bzw. ‘das Kind zu gefähren’ wie es ja in Deinem Text wirkt. Es ging darum, dass keine Studien existieren, die klar bestätigen, dass geringer Alkoholkonsum in der Schwangerschaft dem Kind eindeutig schadet und dass es seltsam ist, dass diese Tatsache fast nirgendwo publik gemacht. Und es ging darum, dass es seltsam ist, dass die Schuld für gesellschaftliche Misstände so oft auf einzelne Mütter und deren Verhalten geschoben wird, anstatt beispielsweise auf die Gesellschaft.

    • Maja

      Das stimmt, der Artikel befürwortet Alkohol in der Schwangerschaft nicht.
      Würde ich ihn jedoch als frisch schwangere lesen, dann würde ich zu der Meinung kommen das Alkohol in der Schwangerschaft ab und an schon okay ist.
      Der Artikel lässt den Eindruck entstehen das Genrationen von Müttern Alkohol in der Schwangerschaft getrunken haben und es keine Folgen gibt. Vielmehr muss moderater Alkoholkonsum ja okay sein weil, wie gesagt es früher auch schon so gemacht wurde. Das ist aber so nicht ganz richtig. Auch früher war der schädigende Einfluss von Alkohol nicht unbekannt :

      “Dass Kinder  pränatal  durch Alkohol geschädigt werden, wurde schon in frühesten Zeiten 
      festgestellt. Im alten Karthago war es Brautpaaren verboten, Wein zu trinken, damit sie kein 
      geschädigtes Kind zeugen. Aristoteles bemerkte, dass „törichte, betrunkene und gedankenlose
      Frauen zumeist Kinder auf die Welt bringen, die, wie sie selbst, mürrisch und schlaff sind.“
      Und in der Bibel steht im Buch der Richter 13.7 „Siehe, du wirst schwanger werden und einen 
      Sohn gebären. Trink nun keinen Wein und keine starken Getränke mehr.“ (http://www.fasworld.de/FASD_KathrynPage_DE.pdf)

      Es gilt (gerade weil es nicht genau nachgewiesen werden kann) das man besser gar kein Alkohol trinkt in der Schwangerschaft, weil man nicht weiß bei wie viel Alkohol nun ein Schaden eintritt. Und auf das Risiko zu setzten ist doch dem Kind gegenüber ganz schön ungerecht. 

      Ihrem letzten Satz kann ich nicht so ganz folgen. Wie meinen sie das? : “Und es ging darum, dass es seltsam ist, dass die Schuld für gesellschaftliche Misstände so oft auf einzelne Mütter und deren Verhalten geschoben wird, anstatt beispielsweise auf die Gesellschaft.”

      (Ich denke jede Mutter muss das natürlich für sich klären und die Gesellschaft kann helfen Aufklärungsarbeit zu leisten.)

  • Bine

    Hallo, ich weiß leider nicht, wo man das hier sonst präsent posten könnte, darum versuche ich hier mal mein Glück…
    Habe gestern beim Tv Zappen ein wirklich interessantes Format auf Sat.1 entdeckt und im Internet n bissl recherchiert.
    Die Show heißt: Baby-Alarm Teeniemütter in Not und kann man hier nochmal sehen: Baby Alarm!

    • Maja

      Ui ich glaube sowas ähnliches habe ich schon mal auf MTV gesehen :D. War die Sendung den gut?

  • http://unkreatiiv.blogspot.com/ Wänkä Pänkä

    Sehr schönes Halstuch und deinen Text kann ich genauso unterschreiben!!
    Daumen hoch!