Ist kontrolliertes Schreien-Lassen der bessere Weg zu einem ruhigen, entspannten Baby?

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Würdet ihr dieses kleine Baby schreien lassen?

Würdet ihr dieses kleine Baby schreien lassen?

Kontrolliertes Schreien ist unkontrollierte Erziehung
Viele meiner letzten Beiträge handelten ja von schreienden, rot anlaufenden Babys und Wutkindern, die vor Trotz die Welt vergessen. Haben diese Beiträge euch etwas geholfen? Ich hatte ja keine Lösungen präsentiert. Ich denke aber auch, dass es keine eindeutigen Lösungen gibt. Es gibt keinen Ausschalter, den ihr an eurem Baby entdecken müsst und daher schreibe ich auch keine Bedienungsanleitung. Das, was ich zumeist beschreibe, sind Hinweise wie ihr euer Baby verstehen könnt und ihm damit gerechter werden. Das heißt nicht, dass es damit einfacher wird. Ich will euch mal zeigen, warum es zunächst wichtig ist, euer Kind zu verstehen, damit ihr daran euer Handeln orientieren könnt. Am Ende werde ich euch dann verraten, warum ich von der Methode “kontrolliertes Schreien” nichts halte.

Tue ich das richtige? Sich selbst hinterfragen ist wichtigIch weiß niemand will, dass sein Kind schreit und jeder hat andere Ideen, wie er dieses lösen kann. Ich habe natürlich auch keinen universellen Judogriff anzubieten, wie ihr das Kind still bekommt (zumindest wäre dieser nicht legal und für eine liebende Mutti auch überhaupt nicht angemessen), aber kontrolliertes Schreien ist keine Alternative. Heute wollen wir glücklicherweise nichts mehr mit Gewalt erreichen und hoffen, auch wenn wir manchmal die Keule auspacken wollten, so doch nur in Gedanken. Wir Eltern hoffen natürlich, dass unser Kind das auch bald versteht und nicht immer gleich, wenn die Welt mal nicht stimmt, loslegt, was das Zeug hält. Eigentlich möchten wir ja nicht mal in Gedanken die Erziehungskeule schwingen. Daher müssen wir erstmal über die Kleinen nachdenken. Was wollen sie? Wer sind sie? Wie sehen sie die Welt? Dabei kann ich euch helfen :)

Ich hatte also beschrieben, wie sich Babys erst in unserer unbekannten Welt zurecht finden müssen und wie sie lernen müssen, mit ihren Gefühlen – auch den negativen- umzugehen. Für Babys, das müssen wir ja immer berücksichtigen, ist einfach mal alles neu und zwar sogar “neuer” als in der Werbung. Viele Eltern haben allerdings vorgefasste Konzepte, weil sie ihnen schon immer so beigebracht worden sind und weil sie für sie besonders plausibel erscheinen (so auch vielleicht “kontrolliertes Schreien”?). Ich denke aber, dass vieles unserer täglichen Überzeugungen falsch ist und damit meine ich auch viele meiner Überzeugungen, mit welchen ich den Alltag angehe. Da hilft nur eins: sich selbst hinterfragen. Das ist aber anstrengend und das wollen viele nicht, denn tatsächlich: Die Kinder werden wie von selbst größer und so sagen viele: Also kann es ja nichts geschadet haben.

Zu einer selbstbewussten, liebevollen, sich entfaltenden Persönlichkeit gehört aber auch emotionale Entwicklung und Stärke und die erreichen Kinder nicht dadurch, dass sie einfach nur größer und älter werden. Und nur weil ein Kind irgendwann “ausgewachsen” ist, heißt das noch nicht, dass damit etwas erreicht wäre.

Ein für mich simples Konzept auf dem Weg des Größer-Werdens kommt mir dabei immer wieder über den Weg: Die Idee des kontrollierten Schreien. Hier sind wohl viele Eltern vom so genannten behaviouristen Ansatz geleitet, als würden sie ihr Kind wie einen Hund dressieren können. Es heißt demnach, dass man das Kind kontrolliert schreien lassen muss und es irgendwann lernt, dass schreien nichts bringt und dann friedlich und ruhig wird. Ich glaube aber, dass wenn ihr versteht, was ich gegen die Methode Kontrolliertes Schreien habe, ihr dieses Konzept nicht mehr vertreten werdet und damit bereit seid, mit eurem Kindchen besser umzugehen.

Kontrolliertes Schreien-Lassen

Wenn ihr nun wirklich ganz, ganz kurz vor dem totalen Zusammenbruch steht (schon die Nummer von der Psychatrie bereitliegen habt oder Messer mit einem mal eine magische Anziehung auf euch haben), wenn ihr das Kleine in einem Korb vor der Kirche aussetzen möchte, könnt ihr vielleicht (aber wirklich nur vielleicht) in Erwägung ziehen, das Zimmer zu verlassen und das Kind einfach kontrolliert schreien-lassen. Dieses ist aber nur eine Form “kontrolliertes des Schreien-Lassen” und hilft vielleicht in Notfällen. Ich unterstelle aber mal, dass es diese Notfälle nur sehr selten gibt.Natürlich: Wenn ihr die Methode konsequent anwendet und euer Kind schreien lasst, dann schreit es irgendwann tatsächlich nicht mehr. Gibt dieser Erfolg aber Recht?

Das Konzept “kontrolliertes Schreien” ist vielen vielleicht aus dem Buch “Jedes Kind kann schlafen lernen” bekannt. Meines Erachtens ist es jedoch nicht zu empfehlen, sein Kind schreien zu lassen, denn euer Kind schreit oder weint nur, wenn es ein dringendes Bedürfnis hat. Wenn ihr es gewickelt, gefüttert und gestillt habt und sicher seid, dass es ihm sonst an nichts fehlt und es schlafen legt, euer Kind aber trotzdem weint, dann liegt es meistens daran, dass euer Baby nicht alleine schlafen möchte. Es ist doch selbstverständlich: Ihr seid den ganzen Tag da gewesen und aufeinmal legt ihr es auf eine plane Unterlage und verlasst fluchtartig den Raum? Es bekommt Angst. Diese Angst löst sich nicht nach 30 Minuten durchschreien auf, auch wenn es aufhört zu schreien. Stellt euch mal vor, ihr fallt irgendwo in eine Gletscherspalte und ihr schreit, doch niemand hört euch. Ist das nicht ein verzweifeltes Gefühl? Irgendwann hört ihr dann zwar auch auf zu schreien, aber nicht weil sich die Situation gebessert hat, sondern weil ihr resigniert habt. Dem Kind das Allein-Sein wie einem Hund beibringen, stellt sich für mich daher als brutal dar und führt meines Erachtens zu verzweifelten Personen, die das Resignieren gelernt haben. Resignieren und verdrängen, was nicht zu ändern ist – für das Selbstbewusstsein ist dies sicher nicht förderlich.

Ich denke es ist ganz normal, dass ihr euer Kind in den Schlaf wiegt, es bei euch schlafen lasst und, wenn es dann eingeschlafen ist, ihr leise den Raum verlasst, so vermeidet ihr meines Erachtens psychischen Schaden. Das heißt natürlich mehr Arbeit für euch und es nicht unbedingt einfacher. Eine Mutti, die aber das beste für ihr Kind will, sollte es meiner Meinung so machen.

Was denkt ihr zum Methode “Kontrolliertes Schreien“? Habt ihr andere Meinungen? Viele meinen ja, ein Kind muss auch lernen, sich mit Dingen abzufinden. Haltet ihr das für gut?

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Mein Baby unterwegs im Sommerherbst
Mein Baby auf einer BankMein Baby und der kleine Frosch

Mein Baby und ich waren gestern im Wald und irgendwie lag da schon recht viel Laub unter bestimmten Bäumen. Goldener Herbst im Sommer? Wir haben dann einen Mini-Frosch auf seinem Weg getroffen. Mutti war sofort Feuer und Flamme und hat versucht mein Baby für das Hüpftier zu begeistern. Der junge Hüpfer war jedoch nicht interessiert – an dem Hüpfer. Dafür hat sie wieder versucht Krabbelkäfer vom Boden zu pflücken. Sie quietscht dann, wenn sie einen entdeckt und sagt mit Nachdruck “DAAAA”!

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