Ein Leben ohne Haare waschen – Kurzer Zwischenbericht vom 1.-7. Tag

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Kosmetik und Pflege für Mama und Baby  |   
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Der siebte Tag ohne Wasser und Shampoo. Der Test entpuppt sich echt als SurvivalTraining für Frauen. Ohne Mütze geht da nichts, denn ich fühle mich dann wie eine Drogenabhängige von der Ecke, die lieber ihr Geld für Koks als für Shampoo ausgibt. Das heißt ich hocke vorrangig im Zimmer, was ich allerdings im Sommer nicht unbedingt bevorzugen würde. Naja hoffentlich sind dann meine Haare zur Genüge gekurt.

Hier mal ein Video vom ersten Tag, wo meine Haare noch frisch gewaschen waren:

Haarpflege bei ungewaschenem Haar

Bei ungewaschenem Haar fällt die Pflege etwas anders aus. Es wird täglich gebürstet und massiert. Dabei ist es relativ schwierig das wichtige Sebum, um das es ja geht, in die Spitzen zu bekommen. Das ganze Fett soll schließlich dorthin, jedenfalls hatte ich mir das so vorgestellt. Ich kämme mir die Haare erst vorsichtig mit einem grob zinkigen Kamm, dann massiere ich die Kopfhaut mit den Fingern und “erwärme” das Sebum, damit es sich besser in die Spitzen verteilen lässt. Ich fahre dann zuerst mit der Hand vom Ansatz bis zu den Spitzen, um alles etwas zu verteilen und zu lockern. Dann bürste ich nochmal mit einer Babybürste von mein Baby durch meine Haare, so eine ganz kuschelig weiche, die fast Plüschtierpotential hätte.

Mein Problem ist, dass meine Haarspitzen noch nicht besonders bereichert wurden vom Sebum. Es scheint, als wenn die letzten 5 cm sich weigern wollen Haarfett aufzunehmen. Sicher sie sind strapaziert, waren bestimmt schon zwei mal klinisch tot und sind auch etwas altersschwach, aber es sind doch immer noch Haare, warum wollen sie mein Fett nicht haben? Ich habe mir gedacht, dass ich meine Haarspitzen vielleicht mal eine Nacht am Haaransatz festklammer und sie somit zwinge Sebum aufzunehmen.

Der Rest meiner Haare ist allerdings voller als voll mit Sebum und dies macht mich auch zu einem Sozialfalll dessen größte Tagesreise vom Sofa in die Küche führt.

Zu viel Sebum (Haarfett)

Am Anfang wird meistens zu viel Sebum produziert. Wer nicht Tag ein Tag aus mit einer Mütze wie ich durch die Gegend laufen will, dem kann ich empfehlen nachts eine Wollmütze zu tragen. Ich hatte das Gefühl, dass die Wollmütze ein Teil der Überproduktion aufnimmt und wenigstens die oberen Haare nicht ganz so grausam aussehen. Eine andere Alternative ist es, ein Handtuch in der Mikrowelle oder in dem Backofen zu erwärmen und dann warm um die Haare zu schlingen. So wird auch etwas vom Sebum weggefangen. All diese Lösungen helfen euch ein bisschen, trotzdem sieht man immer noch so aus als ob man sich schon für längere Zeit nicht mehr die Haare gewaschen hat, was ja ganz ehrlich gesagt auch stimmt.

Zu wenig Sebum
Zu wenig Sebum hat auf der anderen Seite auch seine Nachteile. Mit Waschen schwemmt ihr das Sebum ständig raus. Wenn dann irgendwann kein Sebum mehr auf eurem Kopf unterwegs ist, sehen eure Haare zwar länger frisch gewaschen aus, trocknen auf Dauer aber aus. Für alle diejenigen also, die zu wenig Sebum haben, gibt es ein Rezept:

3TL (15%) Squalan
3TL (15%) Jojobalöl
2TL (10%) Lanolin
7TL (35%) Kokosöl
3TL (15%) Rizinusöl
2TL (10%) Olivenöl

Damit habt ihr dann euer Sebum selbst gebaut, allerdings ist es natürlich nicht ganz das Original, sondern nur die billige chinesische Fälschung (auch wenn sie teuer ist).

Das momentane Haarfeeling

Es gibt wirklich angenehmere Haarkuren, meine riecht nicht nach Rose oder Mango und sie ist auch nicht nach 10 Minuten vorbei. Allerdings ist sie ökologisch, tierfreundlich und für die Haare am freundlichsten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Haare etwas müffeln, jedoch hat mir dies noch keiner bestättigt und, wenn ich an meinen Haaren rieche, dann riechen sie nur nach Haaren. Also nicht unangenehm oder ungewaschen. Vielleicht rieche ich mich aber auch nicht mehr.

Ich habe das Gefühl, wenn ich meine Haare jetzt auswaschen würde, dann wären sie (bis auf die Spitzen) schon richtig gesund und glänzend. Ich warte jetzt nur noch auf die Haarspitzen. Die Leute in meinem Umfeld reagieren, relativ gelassen, wenn sie erfahren, warum ich nun schon seit einer Woche, fast, Tag und Nacht eine Mütze trage. Sicherlich spötteln manche etwas, aber wirklich angewidert hat nun noch niemand reagiert. An Weihnachten werde ich mir meine haare wieder waschen und ich freue mich schon richtig darauf Heiligabend ohne Mütze zu verbringen. Das eigentlich störende an dieser Sache ist nämlich diese Mütze. Ich habe mir überlegt nach diesen zwei Wochen meine Haare mit Henna wieder etwas Brauner zu machen, irgendwie mag ich das ausgewasche Rot nicht mehr besonders.

Mein 6. Tag ohne Shampoo

Die Längen sind noch Okay, bin gespannt wann ich die unter der Mütze verstecken muss.

Die Längen sind noch Okay, bin gespannt, wann ich die unter der Mütze verstecken muss.
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  • Rinjah

    Ich finde das Experiment auf jeden Fall sehr interessant und verfolge mit Spannung deine Ergebnisse :) Vielleicht teste ich es dann auch mal..

  • Pingback: Kenny