Die Pusteblumenprinzessin im Zworgenland

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Mein blondes Pusteblumenbaby

Mein blondes Pusteblumenbaby


Unerschrocken landete eines tages die Pusteblumenprinzessin im Zworgenland.

Unerschrocken landete eines Tages die Pusteblumenprinzessin im Zworgenland.

Das Pusteblumenprinzesschen im Zworgenland

Nagut, es war einmal in einem Land voll von rosa Sonnenschein und grünen, blühenden Wiesen, wo ein Pusteblumenprinzesschen an einem Pusteblumenschirmchen vom Himmel schwebte. Dieses Pusteblumenbaby hatte nicht mehr an als ihre langen, blonden Haare, war nicht größer als ein Knopf und landete zwischen Gänse-, Sonnen- und Butterblümchen direkt vor den Füßen von eurem Aba Zworg.

Wir, die gutmütigen Zworgs waren ein Gärtnervölkchen und hatten natürlich keine Ahnung von solchen Geschöpfen; die meisten von uns waren kleine, rötliche Gesellen gar noch kleiner als das Prinzesschen, die dafür aber große Füße, noch größere Nasen und vor allem ein riesiges Herz besaßen. Das Herz eures Aba Zworgs war gar so groß, dass sein Körper herzförmig aussah. Er hatte das größte Herz von allen und war damit doppelt so groß wie jeder Einzelne der Zworgs. Genau benommen gehörte er zu der Gattung der Zwergenriesen, die dafür auserkoren worden waren, sich um die Wälder und Wiesen zu kümmern.

Das Pusteblumenprinzesschen landete also vom Himmel hinab genau vor seinen Füßen. Doch das kleine Bündel weinte bitterlich und euer Aba Zworg betrachtete es besorgt mit seinen bunten Augen und grübelte hinter seinem Bart aus Butterblumen und nahm es auf. Er nannte es Anell.

“Näht ihr ein Kleid aus Blütenblättern” befahl er sanftmütig wie ein Riese seinem Völkchen der Zworgs. Schon wuselten all die kleinen Zworgs durch das Gehölz, sammelten die Blumen der Wiesen und nähten ihr ein buntes Kleid aus zarten Blütenblättern. Papa Zworg und einem ganzen Völkchen ließ es das Herz, wie einen Adler in die Lüfte steigen, als Anell sie im neuen Kleid mit einem Lächeln verzückte. Doch schon wie ein Blitz fuhr es den Zworgs durch die Glieder, als das Anell wieder zu weinen begann.

Die Pusteblumenprinzessin weinte viele Tränen, bis den Zworgs das Wasser Knöchel hoch stand.

Die Pusteblumenprinzessin weinte viele Tränen bis den Zworgs das Wasser knöchelhoch stand.

“Was hat es nur?” grummelte es hinter Anells Butterblumenbart und das Zworgenvölkchen grübelte mit besorgter Miene zum doch lieblichen Geschrei. Selbst der letzte Grashalm auf der Wiese begann mit dem Weinen zu fühlen und es zitterten die Bäume. Das Pusteblumenprinzesschen hatte wohl die Gabe, das innere Lied in allen Dingen zum Klingen zu bringen, selbst wenn es bittere Tränen vergoß.

Gar die Kamillenfeehexe (ihre Eltern waren ein lesbisches Zauberpärchen) flog plötzlich aus einem Astloch auf ihrem Spitzwegerichbesen hervor. Sie war wunderschön und hässlich zugleich. Ihre Herzseite konnte jedes Zworgen- und jedes letzte Blumenherz erweichen, doch ihre dunkle Seite (selten gesehen) versteinerte schon so manchen Liebhaber. Heute aber war diese Seite hinter Schatten verborgen.”Wir hören es gar in der Welt der Zauberwesen klingen”, rief die Kamillenfeehexe. “Es ist ein Mädchen geboren, dass nicht aufhören will zu weinen und doch alle Dinge zum Klingen bringt. Lass mich dir helfen, Aba!”

Aba nickte nachdenklich, denn er vertraute der Kamillenfeehexe schon lange nicht mehr. Im Zworgenvölkchen munkelte es im Dunkeln, er hätte schon ihre dunkle Seite gesehen und seine Erfahrungen gemacht. Doch was sollte Aba tun?

“Es hat bestimmt unendlichen Durst!” sagte die Kamillenfeehexe als sie neben Aba Zworg landete. Dieser hatte Einsehen und rief sofort zur pummligen Bienenkönigin hinüber:

“Holt Blumennektar! und lasst Muramix den Dorfdruiden Tränke brauen.”

Die faule Bienenkönigen war eine Gebärmaschine und ernährte sich in ihrem Staat von Sozialhilfe (sie fraß die Währung “Nektar” und sorgte so stets für Finanzkrisen). Sie hob schwerfällig ihren Arm, und streckte unter Mühsal den Finger aus. Schon zischte ein Bienenschwarm aus den Startlöchern los – sie hatten nur darauf gewartet – sammelten die feinsten und seltensten Blütennecktare und brachten sie der Kamillenfeehexe.  Diese begann sofort ihren Baby-Koma-Schlaf-Trunk (bekannt aus der Pusteblumenlandwerbung) zu brauen und das Zworgenvölkchen stand furchtsam neben ihrem blubbernden und zischenden Töpfen. Papazworg war skeptisch gegenüber dem Naturgebräu, doch die Kamillenfeehexe sagte:

“Das ist ist ganzheitlich homöopathisch, gesegnet durch Sonnenlicht, in Bergkristallen geräuchert  und durch Glaspyramiden gefiltert. Es hilft gegen alles.”

Aba Zworg vertraute diesmal der wunderschönen Kamillenfeehexe, denn er war sich sicher, dass bei diesem Herzenslärm vom Pusteblumenprinzesschen alle Bösartigkeit von ihr abgefallen war. Die Kamillenfeehexe hielt also der kleinen Pusteblumenprinzessin den Becher an die Lippen. Sofort begann das Kleine das köstliche Gebräu in riesigen Schlucken zu trinken. Sie  trank gierig als hätten Weltmeere ihre Durst nicht stillen können, gleichwohl gluckste sie einmal zufrieden und lächelte. Sogleich pulsierte ein herzergreifendes Aufatmen durch Wald und Wiesen und ein raunendes, erleichtertes “Ah” kam aus den Mündern der Zworgs.

In der plötzlichen Ruhe sprachen plötzlich alle Dinge von dem kleinen Prinzesschen, dass in ihr Zworgenland geflogen kam. Die Bäume raschelten, die Blumen sangen und das Gras flüsterte. Doch der himmlische Frieden währte nur kurz. Bald schon flossen wieder dicke Zaubertränen aus den Augen der Kleinen und gleichwohl die Blumen blühten, wo diese Tränen auch hinfielen, Sorge breitete sich im Zworgenland aus.

Die Tränen der Pusteblumenprinzessin überschwemmten das Zworgenland mit kleinen Seen und viel Mitgefühl.

Die Tränen der Pusteblumenprinzessin überschwemmten das Zworgenland mit kleinen Seeen und viel Mitgefühl.

Das Zworgenvölkchen murmelte und erkannte bald: Ein liegendes Wesen, so ein Wurm wie Anell braucht doch ein Bettchen und so ein Zauberwesen ein besonderes Bettchen hinzu. Schon wuselten wieder alle Zworgs durch das Gehölz, sammelten Blütenblätter und bauten ihr nicht nur ein Bett, sondern ein ganzes Schlösschen aus den Blumen der Wiesen. In diesem Schlösschen errichteten sie einen himmlischen Turm, der hoch hinaus in das Himmelszelt ein wahres Himmelbett war. In diesem Turm stand ein Blütenblätterbettchen, das sich mit dem Turm hoch in den Himmel über die letzte Baumkrone erhob. Sie stapelten Tausende von Rosenblättern dafür, um das weichste Bett aller Zeiten mit dem schönsten Ausblick der Welt zu bauen.

Die Zworgs waren fleißig und schnell, so stand das Bett gar nach wenigen Augenblicken. Aba Zworg untersuchte ernsthaft, ob auch keine Erbse unter den Blättern lag, denn Prinzesschen sind bekanntlich sehr sensibel. Das Bett ragte nun in das Universum über dem Dorf hinaus und Aba Zworg ließ sich und das Pusteblumenprinzesschen von mutigen Spatzen hinauffliegen. Vorsichtig legten die Spatzen das Pusteblumenprinzesschen auf ihr Rosenblütenbettchen und zwei andere Spatzen hielten Papa Zworg an den Schultern. Er schaute in das hübsche Gesicht des Pusteblumenprinzesschens  und das ganze Zworgenvölkchen stand unten mit staunenden Mündern. Ganz Zworgenland wartete, doch das Pusteblumenprinzesschen hörte nicht auf zu weinen.

Aba Zworg war etwas verzweifelt, als er dort oben vor den Pusteblumenprinzesschen an den Spatzen hing. Doch von all dem Gewusel schaute plötzlich Zwergizworg aus seinem veganen Elfenbeinturm (gebaut aus Lexika) hinab. Er war wohl der Kleinste unter ihnen, aber hatte den größten Gehirnschmalz. Sein ganzes Leben hatte er nur gelernt und sich in die Höhen der Zworgenwelt hinauf zu den höchsten Begriffen gedacht. Sein Vorschlag war einzigartig:

“Da wir nicht wissen können…”, sprach Zwergizworg  ”…was das Kleine so in seinem Köpfchen denkt, so bin ich nach reiflicher Überlegung zu der Auffassung gelangt, dass nur die Sprache Lösung sein kann.” Papa Zworg nickte dankbar und schon setzte Zwergizworg seine Brille auf und begann, dem schreienden Bündel die Sprache zu lehren. Ein langfristiges Unternehmen, aber die vorerst letzte Hoffnung der Zworgs. Während also das kleine Bündel tagelang weinte und die Kamillenfeehexe ihr alle wunderschönen Trunke mit dem Nektar der Bienen braute, so kam bald Skeptizworg und war wie gewohnt anderer Meinung. Skeptizworg hielt nicht viel von der Welt und zweifelte gar oftmals an seiner eigenen Existenz. Er schlug vor, einfach mal abzuwarten, bevor sie etwas falsches machten. So ein Wesen (an das er im Übrigen nicht so recht glauben könne) sei vielleicht zerbrechlich und überhaupt nicht gemacht für die Sprache. Er meinte, irgendwann gewöhne sich das Pusteblumenprinzesschen bestimmt an die verzweifelte Welt, so wie er es einst tat. Papazworg legte seine Stirn in Falten und grummelte hinter seinem Butterblumenbart: “Aber müssen wir ihr nicht helfen?”

BabyWas kann es sein, dass die Tränen endgültig zum trockenen bringt?

Was kann es sein, dass die Tränen endgültig zum trockenen bringt?

Habt ihr vielleicht einen Vorschlag, der sich schneller als Zwergizworgs Idee, umsetzen lässt und nicht so zynisch wie Skeptizworgs Einfall daher kommt? Dann postet eure Ideen in den Kommentaren oder shared das ganze bei Facebook, soll uns die Croud doch helfen. Zwitschert es in die Twittergemeinde :)

Dies war also die Sonderaufgabe diese Woche war bei der Testmama und da war der Dichter in uns gefragt. Zugegeben: Ich hatte Nachhilfe von einem Schüler vom Meisterschüler von Berthold Brecht (angeblich), denn einfach waren die Vorgaben nicht (Elternsein, Karotten und Ballons sollte da in das Gedicht rein).  Da aber nun so ein Gedicht nicht genug Text für einen Beitrag enthält und der Beitrag also ein paar Kunstmomente mit sich bringt, so habe ich mich entschlossen, mein Märchen von der Pusteblumenprinzessin mit vorzustellen. An dem tüftle ich jetzt schon etwas längere Zeit. Ich hoffe es hat euch gefallen, denn es wird eine längere Serie werden, bei der ihr gerne mitmachen könnt. Also ich freue mich, wenn ihr dies shared.

Das war es aus dem Pusteblumenland für heute

Alles Liebe

Eure Maja

und einen schönen Karneval

 

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