Baby-Krisen meistern ohne Totalschaden – die erste Lebenskrise

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Mamas Erziehung  |   
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mein Baby Hey du, los los mehr Entertainment bitte! Wir hatten kurz vorher gegessen ;)

Hey du, los los mehr Entertainment bitte!

Puhh, das ganze Babyprogramm hat es manchmal in sich. Ich frage mich in welchem Alter stellt sich denn Erholung ein. Mit 50 gehe ich dann zum Arzt wegen nervlichen Totalschaden und sage: “Ein neues Nervensystem bitte!”  Aber es ist nicht so, dass ich stark um meine Nerven trauer. Immerhin will ich einem kleinen Menschen möglichst viel von dem mitgeben was er in seinem gesamten Leben immer wieder brauchen wird. Ein unerschütterliches starkes Vertrauen, Selbstbewusstsein und Selbstständigkeit. Ich könnte auch sagen ich möchte, dass mein Baby im Eriksonschen Stufenmodell für jede Krise in der Entwicklung immer eine für sich zufriedenstellende Lösung findet und sich so gestärkt in die nächste Lebenskrise stürzen kann.

8 Lebenskrisen

Ja es gibt nämlich 8 Lebenskrisen. Wie? Die habt ihr noch nicht gezählt? Laut dem Psychoanalytiker Erikson (Erikson war Schüler von Freud und hat dessen Theorien weiterentwickelt) kommt es im Leben zu 8 Lebenskrisen , die es angemessen zu meistern gilt. In der ersten Krise liegt die Unterstützung noch sehr stark bei Eltern. Sie müssen ihrem Baby das Gefühl geben sich auf jemanden verlassen zu dürfen. Dieses stärkt das Vertrauen des Kindes in seine Umwelt und ist nicht selbstverständlich. Bewältigen die Eltern diese Krise mit ihrem Säugling schlecht, dann ensteht laut Erikson ein dominierendes Gefühl des Verlassen-Seins. Für den Säugling gilt also ” Ich bin, was die Eltern mir geben”. Verläuft die erste Lebenskrise des neuen Menschen schlecht, heißt das nicht, dass er in der zweiten Lebenskrise auf jedenfall versagt. Ihr müsst euer Baby also nicht in die Babyklappe abgeben, aber die erfolgreiche Bewältigung ist ein gutes Fundament und hilfreich im weiteren Leben. Ansonsten ist es ein bisschen so, als baut ihr euer Haus auf ein wackeliges Fundament. Dennoch sind diese Lebenskrisen im Nachhinein aufholbar, was allerdings schon schwierigere Therapiearbeit voraussetzt. So als würdet ihr das Fundament an einem Haus versuchen zu reparieren.

Wie mit Kriesen umgehen?

Nun ist das nur ein Modell, jedoch ist da schon ” ein Körnchen” Wahrheit drin. Deswegen versuchen wir heute unseren Kindern das beste und stärkste Fundament mitzugeben, das wir bieten können. Das ist nicht immer ganz leicht, da wir uns auch als Eltern immer in Entwicklung befinden und manchmal auch egoistisch uns selbstverwirklichen wollen oder müssen. Als mein Baby geboren worden ist, war das Nervenkostum noch voll intakt und gut belastbar. Es wurde dann auch gut belastet, aber der idealistische Gedanke in meinem Kopf, ein Fundament aus Diamant für mein Baby zu bilden, war noch frisch, also musste einfach jede Krise gemeistert werden, weil das Fundament, das Fundament! Nun werden Kinder älter und das Nervenkostüm dünnt aus und manchmal gönnt sich mein Idealmus mal kurz eine Kaffeepause. Im Klartext heißt das: Manchmal verliere ich die Nerven und die Nerven sind dann auch genervt und verbreiten üble Stimmung im Kopf. So kommt es, dass ich manchmal stinkig auf mein Baby mein Baby bin. Dies wenn sie mal wieder nicht versteht, dass das grüne Kaffeegeschirr in den grünen Schrank und nicht in den rosa Schrank kommt, wenn sie mal wieder tobt und trotzt, was die Trotzeule so hergibt oder wenn sie den Brotbelag an die Tapete schmiert. Das sind so ein paar Sekunden, wo der Wuttroll bei mir Samba tanzt und ich finde das mein Kind ganz schön unvernünftig ist. Jedoch und das ist das Gute, erinnere ich mich schnell wieder daran das mein Kind mich nicht mit Absicht ärgern möchte. Ich rufe mir ins Gedächtnis, dass sie nicht unbedingt versteht, dass sie Keramikteller nicht von großer Höhe runter schmeißen sollte, weil das dann einen großen Scherbenhaufen und viel Arbeit für Mama produziert. Sie weiß auch nicht, dass der Frischkäse oder das Duschgel nicht als Wandmalfarbe geeignet sind.

Wie verhalte ich mich in Krisensituationen?

Gut ist auch, dass sie diese Sachen eher lernt, wenn ich mich angemessen verhalte. Wenn ich rumtobe, weil mein Baby irgendetwas umgeworfen, zerbrochen, zerrissen oder zerdeppert hat, wenn ich sie in meiner Wut anschreien würde oder ihr ein Klaps auf die Finger geben möchte, wäre das eine ziemlich unangemessene Art und Weise mit der Situation fertig zu werden. Sie würde anfangen zu weinen und das Fundament bekommt erstmal einen feinen Haarriss. Damit das nicht passiert, sage ich ihr, dass das, was sie gemacht hat nicht okay ist. Ich sage das vielleicht etwas bestimmter, als wenn ich ihr ein Eis andrehen will, aber ich sage es nicht mit der du-machst-alles-falsch- Vorwurfstimme. Beim Aufräumen bekommt mein Baby dann auch einen Besen oder einen Schwamm in die Hand gedrückt und “hilft” mir das, was da schief gegangen ist, wieder zu beseitigen. Sie ahmt mich dabei zwar nach aber ein paar Stunden braucht sie noch bis sie solche Sachen alleine weg machen kann, daher mache ich das.

Mit jeder Elterngeneration kommt die Erziehung ein Stück weiter

Meistens ist die Sache ohnehin nicht so dramatisch. Ich denke das heute auch mehr Eltern darauf achten in Konfliktsituationen die Lage besser einzuschätzen und einen Weg wählen der Kindern lehrt, dass sie etwas so nicht machen können. Dies können die Eltern lehren, ohne dabei das Kind als Person schlecht zu machen. Denn an erfolgreich bewältigten Krisen wachsen Kinder zu selbstständigen und selbstbewussten Menschen heran. Und erfolgreiche Menschen im Leben erziehen auch ihre Kinder fortan besser und so hoffe ich, dass irgendwann Kinder nicht mehr misshandelt werden.

So nun noch ein paar Ausflugsbilder

Und los geht's..

Und los geht's..

Mein blondes Baby

Mein blondes Baby

Auf zu neuen Abenteuern

Auf zu neuen Abenteuern

Im Park lässt es sich auch für Mutti gut aushalten. Keine Straße in der Nähe, kein verführerisches Eiscafé oder andere Stolperfallen für mich und mein Baby. Da mein Baby, die letzten zwei Tage mit Fieber im Bett lag und wir fast an der Stubenluft erstickt sind, ist ein Nachmittag im Freien gleich wie ein zweiter Frühling in einem Jahr. Wir sind Enten füttern gegangen, haben uns ins Gras gesetzt und kleine Kleeblümchen gesammelt. mein Baby ist zum kleinen Forscher mutiert und hat kleine Blätter, Steinchen und solch Naturzeugs gesammelt und untersucht. Da das Gelände gut überschaubar ist, kann ich mich einfach auf eine Wiese setzten mit Buch und mein Kind machen lassen.

Demnächst werden wir uns einen kleinen Bach suchen und Schiffchen fahren lassen. Die Idee klaue ich – dankbar für eine Erweiterung im Ausflugsplan – Margarete Audrey.

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