Fünfmal Möglichkeiten, dass eure Kleinkinder oder Babys selbstständig spielen

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Für eine Hand voll Sand (Spielen mit den Kleinkindern)

Für eine Hand voll Sand (Spielen mit den Kleinkindern)

 

Es macht mir immer viel Freude, meinem Baby beim Spielen zuzusehen. mein Baby kann sich sehr in ihre Sandschaufellei vertiefen und ich bekomme das Gefühl, dass sie da zwischen ihren Eimern eine richtige (selbst geschaffene) Aufgabe hat (so baut man später Eifeltürme und schreibt Klavierkonzerte). Wie auch andere engagierte Eltern frage ich mich allerdings, wie kann ich mein Kind beim selber Spielen unterstützen? Und wie schaffe ich, dass es so viel wie möglich selbstständig spielt?

Gerade diese Selbstständigkeit ist doch eines der wichtigsten Dinge, die wie Menschen brauchen und daher hieß einer der Leitgedanken der Aufklärung schon: “Der Mensch spielt nur, wo er in voller Bedeutung des Wortes Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.” (Schiller) Das Modell des lebenden Menschen besagt dort, dass dieser seine Fähigkeiten im Spiel entfalte, genauer seine individuellen Eigenschaften entwickele und bei diesem Erfahren zu dem werde, was er ist. Bei Wikipedia heißt es daher: “Spielen ist dabei der Handlungsfreiheit gleichgesetzt und setzt eigenes Denken voraus.” (http://de.wikipedia.org/wiki/Homo_ludens) Nun muss man ja nicht gleich so auf die Akademikerkacke hauen, aber ich habe mal ein paar Tipps recherchiert, damit das Alleine-Spielen bei mein Baby besser gelingt:

1. Das Kind beim Spielen nicht verbessern

Oftmals meint der schlaue Papa, seinem Sohnemann das Spiel genau erklären zu müssen. Das heißt zum Beispiel Söhnchen baut eine Bauklotzmüllhalde zusammen, die nicht mal den Ansprüchen moderner Gemälde gerecht werden würde, so gleich aber weiß Papa, dass das Kind in jedem Fall gelobt werden muss und sagt: “Ei, das hast du aber schön gemacht…” schließt jedoch sofort an: “aber jetzt zeigt Papa dir mal, wie er einen richtig, großen Turm baut.” Es mag sein, dass Papa sich hier wohl fühlt, für das, was er alles schon kann, das Kind jedoch schränkt es bei seiner eigenen Lernerfahrung ein. Auch das Lob vom Papa ist nicht sonderlich gut gewählt, denn Studien zeigen, dass Kinder, die ohne Begründung gelobt werden, später starke Unsicherheiten entwickeln. Daher solltet ihr eher so loben: “Du hast aber schön die Steine zusammengebaut. Jetzt sehen die Steine richtig schön aus. Richtig schön sehen die Steine aus. Die Steine sehen schön aus.” Häufiges Wiederholen ist für Kinder sehr sehr wichtig und möglichst in verschiedenen Bedeutungen, zudem habt ihr es konkret für die Tätigkeit gelobt und dieses Lob auch begründet.

2.Interessantes Umfeld schaffen
Ein Zimmer in dem es viel zu entdecken gibt, macht viel Freude. Am Anfang ist es vielleicht erstmal nur die Krabbeldecke und das Bett die mit interessanten Dingen überfüllt werden. Später hängt und liegt in jedem Raum etwas, das Kinder zum Spielen benutzen können. Gut ist, wenn die Spielsachen in den Räumen immer etwas rotieren und immer ein anderes Spielzeug im Bad, Schlaf- und Wohnzimmer liegt. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Spielzeug, das lose rumliegt, kleine Kinder mehr zum Spielen anregt, als Spielzeug, das sie erst aus Kisten holen müssen.

3.Interessantes Spielzeug
Nichts freut mein Baby im Moment so sehr wie neues Spielzeug. Da ich nicht jeden Tag neues von den Freudenbringern kaufen kann, muss ich mir andere Dinge einfallen lassen. Als mein Baby noch sehr klein war (0-3 Monate) hat sie ein Stück Geschenkpapier zum Staunen gebracht. Das Papier war weiß mit vielen Schwarzen Punkten darauf. Da Babys am Anfang nur schwarz-weiß sehen, fand sie den starken Kontrast vom Papier beeindruckend. Seit dem sie mobiler ist, also krabbeln und laufen kann, ist ein großer Karton der absolute Mega-Hit. Ihr Gesicht erstrahlt vor Freude, wenn sie sich dort reinsetzen darf. Es lassen sich auch andere spannende Dinge im Haushalt mit etwas Fantasie entdecken. Zum Beispiel sind Löffel und Töpfe aus der Küche auch sehr beliebt, vor allem um Krach zu machen.

4. Einfach machen lassen
Wenn euer Kind lernen soll, wie es sich alleine beschäftigt, dann ist es empfehlenswert, wenn ihr am Anfang neben ihm spielt aber nicht direkt mit ihm. Ihr könnt das, was euer Kind macht/spielt nachmachen, und zeigt ihm, wie es richtig ist, ohne es groß zu belehren.Wenn euer Kind dann vertieft ist in sein Spiel, dann macht ihr einfach etwas anderes im Haushalt oder stürmt hin, wo es sonst noch brennt. Manchmal sind Kinder frustriert weil etwas nicht so klappt, wie sie möchten, zum Beispiel steht der Blaukotzturm nicht so wie er soll. Dann wird der kleine Architekt wütend und schmeißt die gesamte Konstruktion, vielleicht mal in die andere Zimmerecke und hängt seine Architektenkarriere vorerst an den Nagel. Erfahrene Eltern wissen, dass es jetzt wichtig ist, kurz abzuwarten und nicht den gesamten Turm nebst Stadt für den Nachwuchs zu bauen. Manchmal erholen sich Kinder von ihrer Frustration (soll es geben) und versuchen es nochmal. Wenn das nicht klappt, dann kann man den Turm ja zusammen bauen, jeder legt einen Stein auf den anderen.

5. In einem anderen Zimmer spielen
Ab einem gewissen Alter (im 8. -12. Monat entwickeln sich die Anfänge der Objektpermanenz) können Kinder auch in einem anderen Zimmer spielen, ohne dass das Kind sich in Tränen auflöst und glaubt die Mutter sei nun aus der gesamten Welt verschwunden. Meiner Erfahrung nach geht das aber erst in einem bestimmten Alter, wenn die Objektpermanenz vorhanden ist. Für das Kind ist es dann jedoch immer noch schön, wenn der Kontakt nicht ganz abreißt, auch wenn die Mutti den Raum verlässt. Also vielleicht mal etwas singen während man die Küche aufräumt, oder dem Kind im Nebenzimmer erklären, wo man hingeht und was man da so macht.

6. Jeder in seinem Tempo
Manche Kinder haben schon früh keine Probleme damit, dass Mutti mal kurz woanders hingeht, während andere sich eine Existenz ohne Mutti nicht vorstellen können. Unter einem Jahr beschäftigen sich Kinder ca. 10 Minuten mal ganz alleine. Bei ein- bis dreijährigen kommt schon mal eine viertel bis halbe Stunde bei rum. Auch alleine spielen muss man erst lernen. Gebt eurem Kind Sicherheit und es wird sich eher darauf verlassen können, dass es euch nicht verliert, wenn es jetzt alleine spielt. Also: Versucht Freiräume für das Spielen euer Kinder miteinzuplanen und lest nebenher ein schönes Buch oder meinen Blog, den ihr im Übrigen  – es beschämt mich, euch wieder darauf hinzuweisen – abonnieren könnt.

Was ist sonst noch passiert?

Juhu sie ist wieder da, die Sonne. Das Blöde ist nur, dass ich ausgerechnet jetzt krank bin. Ein Hoch auf die Sommergrippe! Dabei habe ich die ganze Zeit auf warmes Wetter gewartet und wollte heute mit mein Baby ins Schwimmbad. Naja dafür war immerhin das Wochenende schön. Oma und Opa waren da und haben die alte Holzeisenbahn von früher ausgekramt. Nun kann mein Baby das gute Stück wiedereinspielen. Natürlich nur wenn sie neben ihrer anderen Liebe dem Sand Zeit findet. Buddeln ist nämlich der beste Zeitvertreib überhaupt und die Eimer füllen sich ja nicht von alleine.

Cat

An warmen Sommertagen in der Sonne dösen

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