4 Tipps für das richtige Babybuch – Bilderbücher aus der Sicht von Kinderaugen?

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Baby Tipps  |   
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Glücklicherweise statten uns mein Babys Großeltern mit Kinderbüchern gut aus. Die Meisten dieser Bücher sind auch wirklich sehr schön gemacht. Ein Exemplar in unserer Sammlung ist aber recht merkwürdig, denn es hält nicht unbedingt, was es verspricht. Das Buch nennt sich “Tuut! wir fahren”. Es ist ein Fühlbuch mit “fantastisch fühlbaren Inhalt”.

Ein Fühlbuch, das nicht hält, was es verspricht

Fünf der Fühlseiten sind mit einfacher glatter Glitzerfolie beklebt, die so hauchdünn ist, dass sich da nicht viel fühlen lässt. Zwei weitere Seiten haben einen minimalen Ausschnitt mit leicht erhobener Pappe. So hat zum Beispiel der Laderaum von einem LKW drei leicht erhobene Rillen aus Pappe (wow!!!). Die Highlights des Buchs sind zwei kleinen Flächen mit Stoff: Die eine Fläche verziert ein Segel, die andere einen Heißluftballon. Das absolute Highlight aber ist eine Baggerschaufel mit aufgeklebten Sand(-papier). Diese Baggerschaufel ist so ziemlich das einzige in dem Buch was mein Baby gerne fühlt und sich anschaut. Die anderen Sachen hingegen sind kaum fühlbar und auch die Bilder sind nicht gerade der Renner. Alles in allem: mein Baby interessiert sich nicht groß für dieses Buch. Ich muss aber auch sagen: Unter einem Fühlbuch habe ich etwas anderes im Sinn.

Das Erlebnis “Fühlbuch”, aber nur für ganz Sensible mit Fingerspitzengefühl

Seht ihr die silbernen Radkappen? Mit ganz, ganz viel Konzentration könnt ihr sie vielleicht fühlen.
Das Highlight vom Buch! Nennt mich unsensibel, aber das ist die einzige Fläche, die ich sogar direkt beim ersten “Fühlversuch” ohne Nachdenken und Suchen spürte.

Das Bärenbuch kommt bei mein Baby gut an
Was dagegen super bei mein Baby ankommt sind Bücher, in denen sie Sachen immer wieder entdecken kann. Wir haben zum Beispiel ein Buch über einen kleinen Bären. Das Buch heißt: “Hörst du es rascheln kleiner Bär?” Der Bär ist auf jeder Seite bei einer anderen Alltagstätigkeit abgedruckt. Mal liest er, mal kocht er, mal putzt er sich die Zähne. Ich frage dann immer “Wo ist der Bär, mein Baby?” (vorher habe ich ihr natürlich erklärt, wo der Bär ist und was er da macht) und dann zeigt sie mir auf jeder Seite, wo der Bär ist. Das macht ihr zur Zeit neben Seitenblättern am meisten Freude.

Meine Tipps, wie ihr eure Kleinen für Bilderbücher begeistern könnt:

1. Die Auswahl des Buches: Tatsächlich sollte eine gewisse Vielfalt da sein, aus der das Kind wählen kann, was es sich anhören/ansehen möchte. Häufig sucht mein Baby sich ein Buch aus und kommt dann damit auf mich zu oder ich lege verschiedene Bücher vor ihr hin und sie nimmt sich dann eines. Das klappt tatsächlich schon sehr früh (10 Monate).

2. Euer Kind entscheiden lassen: Euer Kleines hat natürlich nur begrenzte Konzentration zur Verfügung, dementsprechend solltet ihr euer Kind nicht zum Bilderbuchanschauen zwingen. Es ist auch nicht wichtig, dass ihr das Buch von vorne bis hinten durchlest oder unbedingt alle Reime vorlest. Hier ist ein häufiger Fehler im Spielen mit Kindern zu entdecken: Meist macht das Kind etwas und die Eltern sagen “Schön, aber ich zeige dir jetzt mal wie man es besser macht.” Dass Eltern sich an den Kindern aufbauen müssen, ist allerdings verwunderlich. Natürlich seid ihr besser drauf als eure Kinder, ihr seid ja schließlich auch älter. Kinder hingegen suchen sich ihre Beschäftigung gerne selbst, sie haben kein Konzept von besser machen oder schlechter machen. Ihr solltet sie daher in ihrer Kreativität unterstützen und nicht bevormunden.

3. Achtet auf euer Kind und nicht auf das Kind in euch! Ist Tipp zwei schlimm für euch? Manchmal möchte man lieber mit der Geschichte fortfahren und strikt eine Linie einhalten, das Kapitel zu Ende lesen oder einen Reim mit poetischer Intensität vollständig vortragen. Aber da muss ich jetzt fragen: Wer ist denn da bitte das Kind? Eurer Kind ist nicht das Publikum, sondern der Akteur. Beim Spielen könnt ihr daher auch lernen, wie ihr euer Kind wahrnehmt und seinen Wünschen gerecht reagiern könnt.

Ach und für alle, die noch ihre verpasste Schauspielkarriere nachholen wollen, keine Sorge, wenn Kinder älter werden konzentrieren sie sich automatisch auf längere Geschichten. (Aber auch da heißt es nicht unruhig werden wenn man nicht im “normalen” Erwachsenentempo voran kommt).

4. Welche Kinderbücher? Last but not least natürlich die Frage, welche Kinderbücher? Selbstverständlich rede ich hier aus meiner eigenen Erfahrung, aber ganz ehrlich, warum sollte sich ein 10 monatiges Kind für Flugzeuge, Schiffe, Häuser, Autos und Baugeräte interessieren? Ich habe schon Kinderbücher gesehen, die von einer vollkommen leblosen Welt ohne Menschen handeln, wo ich mich frage: Wie soll denn so ein Knirps verstehen, was dort abgebildet ist, wenn er noch nicht mal weiß, wie man einen Löffel von einer Schale bis in den Mund bekommt, ohne dabei das Essen mit der Welt zu teilen? Welcher Computernerd denkt sich Kinderbücher aus, die nur von Maschinen dominiert sind?

Womit ich gute Erfahrungen gemacht habe, sind alle Bilder, wo irgendwo zwei Augen vorkommen. Augen sind für Kinder, eines der ersten Mittel, um soziale Beziehungen aufzubauen. Deswegen verstehen Kinder vielleicht nicht, dass ein Bär ein haariges Ungetüm ist, aber wenn er zwei große Kulleraugen hat, ist das okay. Schaut also bei der Auswahl eurer Bücher, ob “freundliche” Augen darin enthalten sind.

Das ist ein Buch, was ich empfehlen kann. Auch wenn dieses Buch erst für ältere Kinder gemacht ist, so lohnt es sich doch solche zu kaufen, da die “Personen” (Tiere) in alltäglichen Situationen eingebaut sind und auch für die Kleinen sehr ansprechend sind – einfach durch die gezeichneten Kulleraugen.

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