3 Tipps zur Geburt – Überleben leicht gemacht für dich und dein Baby

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Baby Entwicklung bis zur Geburt

Baby Entwicklung bis zur Geburt

Geburt ist ja ein sensibles Thema. Dort ist mein Haus einfach zu nah am Tränenmeer gebaut. Achja, wenn ich an mein Baby und dessen Geburt zurückdenke… Früher!!! (Oma wird melancholisch) mein Baby ist ja recht zügig zur Welt gekommen. Im Krankenhaus angekommen war der Muttermund schon 5-6 cm offen und ab da dauerte es noch ca. 6 Stunden. Allerdings muss ich hinzufügen, dass ich die Wehen nicht sonderlich ernst genommen habe und noch in den Wehenkrämpfen schnell zur Bibliothek wollte. Wenn ich dann mal andere Geburtsberichte lese, in denen von 20 Stunden und mehr ab Ankunft im Krankenhaus die Rede ist, dann bin ich wirklich dankbar, dass mein Baby nicht so getrödelt hat.

Bei den meisten Geburten ist es ja so, dass davor und danach alle möglichen Ärzte, Schwestern und Hebammen an dir rumdoktern. Wie habt ihr euch danach gefühlt? Ich habe mich recht entblößt gefühlt. Meine Brust war nicht mehr meine Brust. Sondern ein Dings, das dauernd gequetscht und gedrückt wurde um einen Tropfen Milch hervor zu bringen. Mein Unterleib war auch nicht besser dran. Dauernd drückt da jemand auf dem Bauch rum, ob auch ja alles schön wieder zusammen rückt innen drin. Ich sehe natürlich auch den Nutzen dahinter und bin dankbar für unser doch recht gut funktionierendes Gesundheitssystem. Und ich bin auch mit meiner Krankenhauswahl zufrieden gewesen. Es war zwar etwas weiter weg, aber dafür war es kleiner, gemütlicher und anthroposophisch. Ich frage mich ob die Schwestern in einem großen Krankenhaus mit wesentlich mehr Geburten sich auch die Zeit nehmen, jungen Müttern permanent beim Anlegen zu helfen oder ob da eher die Flinte ins Korn geworfen wird? Vielleicht auch nur ein Vorurteil.

Im Folgenden möchte ich für euch ein paar Tipps zur zusammengetragen, die euch vielleicht die Geburt erleichtern:

1. Der Geburtsort für dich und dein Baby

Gebären solltest du dort, wo du dich wohlfühlst! Da gibt es verschiedene Möglichkeiten: das Krankenhaus (klassisch modern), das Geburtshaus (dort müsst ihr nicht selbst aufräumen) oder Zuhause (früher selbstverständlich- heute alternativ). In jedem Fall solltet ihr euch den Geburtsort gut anschauen und wenn ihr im Krankenhaus gebären möchtet, solltet ihr euch auch mehr als eins anschauen, wenn die Kapazität der Stadt mehr als eins hergibt. Ich hätte mich ja liebend gerne für ein Geburtshaus entschieden. Aber ich bin ein Angsthase, deswegen habe ich mich doch für ein Krankenhaus entschieden. Die erste Besichtigung war in einem großen Krankenhaus in der Stadtmitte. Zur Kreißsaalbesichtigung waren einige werdende Eltern erschienen (man fühlt sich als alleinstehende Mutter da ja schon recht einsam). Uns wurden die Geburtsräume gezeigt und sie waren klein und sahen für eine Geburt recht unpraktisch aus. In der Mitte des kleinen Raumes stand ein Bett, nicht breit, aber hoch mit ziemlich viel Verstellgestell untendrunter und keine Ecke zum zurückziehen. Der Raum war zwar warm gestaltet, aber sah durch dieses  Ungetüm von Bett und den ganzen anderen technischen Kram und ohne “Rückzugsort” nicht so aus, als wenn sich eine Frau in den Wehen darin sehr wohl fühlen kann. Naja es war halt ein großes Krankenhaus mit vielen Betten und es fehlte einfach das gemütliche Nest das ich gerne für mich und mein Baby haben wollte.

Im zweiten Krankenhaus war der erste Eindruck ein anderer. Es war gemütlich auf den Stationen. Der Kreißsaal war groß mit eigener Wanne, tollen großen und gemütlichen Bett und es waren nur wenige Kreißsaäle. Man hatte nicht direkt das Gefühl, dass dort im Akkort  geboren wird und man vielleicht dementsprechend wie ein Schokoriegel abgefertigt wird. Dann war es noch naturheilkundlich orientiert, also ich war begeistert (bei naturheilkundlich klingeln in meinen Ohren die Paradiesglocken). Deswegen schaut euch immer mal noch ein anderes Krankenhaus an, vielleicht erlebt ihr eine Überraschung.

2. Die Vorbereitung

Es ist wichtig sich vorzubereiten und immer mal wieder gedanklich mit dem Thema auseinander zusetzten. Ein Geburtsvorbereitungskurs ist da wohl ganz nützlich. Ich habe keinen besucht ( ich habe mal reingeschaut aber als “einsame” Mutti, habe ich mich nicht so dolle gefühlt unter den Pärchen). Ich habe dann verschiedene DVDs zum Thema Geburt geschaut und wirklich empfehlen kann ich euch (auch wenn ihr einen Kurs besucht) “Unser Baby kommt” mit Alexandra Gendelmann. Die Geburt war in ihren einzelnen Phasen toll beschrieben und nach dem schauen waren meine “weiblichen Urkräfte” motiviert das ganze mit Leichtigkeit zu überstehen. Urfrau hat Baby gemacht, Ugah, Ugah!

Dann gibt es da noch den berühmten Himbeerblättertee der die Beckenbodenmuskulatur und den Muttermund lockern soll, entschlackend wirkt, die Gebärmutter entspannt und leicht die Wehen anstupsen soll. Der Tee ist also ein Allround-Talent und dazu noch an Vitamin C reich (Na wenn das nichts ist!). Ihr solltet ihn mit all seinen Wirkungen jedoch erst ab der 37. Schwangerschaftswoche trinken. Dann  trinkt ihr jeden Tag eine Tasse, in der 38. Schwangerschaftswoche lasst ihr den Tee wieder weg, in der 39. Schwangerschaftswoche täglich 4 Tassen und dann wieder eine Woche Pause. Die Pausen solltet ihr einlegen, da es sonst zu einer Überdosierung kommen kann oder ihr zum Teejunkie werdet.

Das zweite kleine Hausmittel heißt geschrottete Leinsamen. Im Volksmund heißt es, dass sie die Kinder flutschen lassen. Wie ein Stück Seife! 1 EL täglich ab der 34 Schwangerschaftswoche regt die Schleimproduktion im Darm und der Scheide an. Das fungiert dann als natürliches Gleitmittel bei der Geburt. Wer täglich Leinsamen isst ob  nun pur, im Müsli oder im Joghurt der sollte dazu viel trinken da es sonst zu Verstopfungen kommt.

Der dritte Trick ist die Dammmassage. Dabei massiert man mit einem geeigneten Öl (von Weleda gibt es ein gutes) den Damm, am besten jeden tag 10 Minuten, ab der 34. Schwangerschaftswoche. Das soll die Elastizität erhöhen und den Bereich auf die Geburt vorbereiten also einen Dammriss vermeiden.

So der letzte und ultimative Vorbereitungstrick ist Akupunktur ab der 36. Schwangerschaftswoche. In einer Mannheimer Studie ist herausgekommen, dass Frauen, die eine Akupunktur bekommen haben, etwa 3 Stunden schneller beim Gebären waren als die Frauen ohne Akupunktur. Außerdem bildet sich die Gebärmutter schneller zurück und es soll unter der Geburt leichter sein die Schmerzen zu ertragen oder jedenfalls mehr Entspannung zu erlangen als ohne Akupunktur.

Was hat mir all die Vorbereitung gebracht? Um es kurz zu machen in der 38. Schwangerschaftswoche war mein Muttermund “Butterweich” (lt. Frauenarzt) und 1 cm geöffnet. Ich hatte in der 39 (+3) Schwangerschaftswoche am Vormittag regelmäßige Wehen aber gut verträglich, so dass ich mich noch zur Bücherrei traute. Die Wehen wurden dann erst am Nachmittag plötzlich stärker und dann konnte ich auch nichts mehr großartig machen und fuhr ins Krankenhaus. Aber bis dahin war es alles verträglich und nicht weiter schlimm. Der Muttermund war auch schon weit geöffnet als ich im Krankenhaus ankam (5-6 cm) und innerhalb einer Stunde war er komplett geöffnet. Ich bin überzeugt die Vorbereitung hat es jedenfalls einfacher für mich und mein Baby gemacht.

3. Die Geburt

Da ihr ja das Atemprogramm beherrscht, gut vorbereitet und informiert seid, muss ich euch zu den einzeln Phasen der geburt nicht mehr großartig etwas erzählen. Was ich unter der Geburt hilfreich fand, war gehen oder auch invalid durch den Kreißsaal schleichen. Beim liegen und sitzen verspannte ich mich viel mehr. Ich hatte mir auch in den Kopf gesetzt, nicht im Liegen zu gebären, da das ja schwieriger sein soll, da nicht mit der Schwerkraft gearbeitet wird und es zu mehr Dammverletztungen kommt. (Ich habe mein Baby dann trotzdem im liegen auf die Welt gebracht) Eine Phase fand ich besonders schlimm. Alles davor und danach war eigentlich okay. Die Phase wo es hieß der Muttermund ist nun 8 cm offen. Die Übergangsphase war am schmerzhaftesten. Das ist die Phase wo man dann die Kontrolle verliert und die guten Vorsätze werden im Keller wie unliebsame Leichen vergraben. Das ist eigentlich auch die Phase, die am schnellsten vorbei geht. Danach wird nur noch gepresst und schon ist die Sache erledigt.  Ich hätte mir gerne ein Stück Leder zum drauf beißen gewünscht. Anstatt des Leders habe ich versehentlich eine Hebamme gebissen. In dem Moment war mir das so egal, jetzt ist mir das schon etwas peinlich. Jedenfalls, falls ich so ein Ereignis noch jemals wieder haben werde, weiß ich hier heißt es einfach durchhalten, durchhalten, durchhalten.

Zusammengefasst

Ich hätte spontan lust mein Baby jetzt nochmal auf die Welt zu bringen. Es ist so unglaublich, denn da kommt einfach mal ein ganzes Baby aus dir raus. Hinterher erscheint einem das alles so harmlos. Aber auch rational betrachtet ist es (bis auf die Übergangsphase) alles machbar und weniger schlimm als ich mir in Phantasien ausgemalt habe.

 

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  • Sui Cyde

    Das ist wirklich mal ein schöner und ausführlicher Post! :)
    Ich werde mir am Montag die Klinik anschauen, in der ich entbinden möchte. Dort gibts – nur für den Fall der Fälle – sogar eine super gute Kinder-Intensivstation bzw. halt auch für Neugeborene ;)
    Die Klinik ist zwar 32km entfernt, aber mein Raupi muss halt mal so lange drinne bleiben! Die beiden Kliniken, die von mir aus nur knapp 15km entfernt sind, sind ehrlich gesagt ziemlich … bescheiden! :/

    Und zu deinem Kommi bei mir:
    Also eine richtige Einzelanfertigung ist es nicht – aber die Firma Hartan fertigt quasi nur auf Nachfrage/Bestellung. Deswegen ist es auch teurer als so ein 08/15-Quinny-Was-auch-immer-Kinderwagen, der in Massen produziert wird :)

    Mit dem Windeleimer müssne wir halt mal schauen – aber ich sehs halt nicht ein mir sonen sauteuren “Windeltwister” zu kaufen! :D
    Also muss erstmal ein einfacher Mülleimer, den man gut verschließen und reinigen kann, herhalten! :)

  • Anonymous

    Danke :)
    Wow 32 km entfernt..schon ein Stückchen. Aber sie fallen ja nicht einfach so plötzlich raus.. da kommt ihr sicher noch vorher an ;).
    Und wenn dir eine bessere Medizinischeversorgung wichtig ist und du dich entspannter fühlst kann ich es auch vollkommen verstehen das ihr den Weg dann noch auf euch nehmt.

    Bei Kinderwagen kann ich immer nicht so wirklich mitreden. Ich dachte immer so ein Quinny Ding ist schon gut xD. Ich bin jetzt wirklich auf deinen KIWA gespannt!

    Ich bin eigentlich auch eher für das praktische (günstige) und hab mir nur einen Eimer gekauft. Mittlerweile bring ich nach jeder Stinkbombe den Müll raus xD damit das Zimmer weiter betretbar bleibt..

  • Sui Cyde

    Naja so ein Quinny … du kannst sie dir ja mal im Inernet über Google Bilder anschauen, dann wirst du sehen, dass die Teile eher unschön und auch sehr unhandlich und unpraktisch sind. Der einzige Vorteil bei denen ist, dass die zusammengefaltet sogar in einen Smart passen! :D

    Und wir haben uns schon mit dem Gedanken angefreundet, dass jeden Abend der Windeleimer geleert wird! :D
    Von daher reicht das denke ich aus, wenn wir so einen einfachen Eimer kaufen :)

    Ich bin auch schon gespannt auf den KiWa – den zu Hause zu haben ist ja nochmal etwas anderes als ihn nur im Laden zu sehen! ;)

  • Anonymous

    Viele Krankenhäuser lassen sich als stillfreundlich zertifizieren. Da müssen die Schwestern quasi kommen zum anlegen. Eine der Schwestern hat sich sogar beschwert, dass ich mich so selten melden würde und so die Gefahr bestände, dass sie mich vergessen würden.
    Dammmassage bzw. ihre Wirksamkeit ist ziemlich umstritten. Am Ende weiß man ja doch nicht, ob es daran lag oder ob der Körper von sich aus gearbeitet und weich gemacht hat.
    Ich habe mich nach der Geburt nicht schlimm gefühlt. Leider musste ich in der Schwangerschaft sehr, sehr oft zum Arzt. Da hat sich – auch in Bezug auf das Äußere – eine gemütliche mir-doch-egal-Stimmung gebildet. Alles, was früher un-mög-lich war, war plötzlich selbstverständlich und egal. Ist es auch immer noch – ich habe kürzlich tatsächlich einen männlichen Gyn überlebt! ;)

  • Yrra

    Allen, die sich Sorgen machen, dass eine Geburt furchtbar wird kann ich empfehlen deinen Bericht zu lesen. So ungefähr wars bei mir auch. Himbeerblättertee kann ich nur empfehlen. Ich denke bis heute dass der Tee mir einen Kaiserschnitt erspart hat, denn es musste am Ende wegen einer Schwangerschaftsvergiftung sehr schnell gehen. Das ganze hat 2 Stunden gedauert von der ersten Wehe bis zum Ende. Und schlimm war wirklich nur die Übergangsphase, aber das überlebt man, wenn man sich die ganze Zeit denkt: es bringt mich meinem Kind näher. Und dann lässt man gedanklich auch locker und es geht schnell. Ich wollte in der Wanne oder auf dem Hocker gebären , natürlich wollte ich keine PDA. Am Ende musste ich im Liegen (Seitlage, das geht auch sehr gut) und an tausend Infusionen und x Messgeräten entbinden und eine PDA zur Blutdrucksenkung bekam ich auch. Also egal, wie man sich vorbereitet , am Ende wird alles ganz anders. Übrigens hatte ich davor 3 Nächte nicht geschlafen und trotzdem habe ich es geschafft, obwohl ich ne echte Memme war….Währenddessen brüllte ich: ich bin so müde ich will nicht mehr! Naja….etwas unrealistisch eine Geburt plötzlich abzubrechen nur weil die Mutter müde ist. 

  • PankracyCU84

    And we hear it from EU that is going to become totalitarian Khaliphate in 20 years?….your kids will try to escape sharia-law and to flee to Russia when they grow up… http://bit.ly/1Hrdfku