Wir ihr eure Kindern zu starken Persönlichkeiten macht (Interview mit Bianka von Attachment Parenting)

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Macht eure Kinder mit Attachment Parenting zu starken Persönlichkeiten, die sich viel zutrauen

So bei Maja liegt noch einiges in der Schublade. Habt ihr auch schon geglaubt, dass es etwas mit euren Kindern nicht in Ordnung ist, weil sie so häufig schreien und Wutanfälle bekommen? Maja hat es häufig die Schamesröte ins Gesicht getrieben, wenn dann alle um sie herum standen. Vor allem die Omas, die dann auf Zucht und Ordnung plädieren, machen es uns schwer. Doch Kinder müssen auch lernen “Nein” zu sagen, dafür plädiere ich auch in meiner Arbeit bei netzwerkB (Netzwerk Betroffener sexualisierter Gewalt). Dieses Nein lernen sie von euch, indem ihr euer Kind bei den Bedürfnissen in erster Linie ernst nimmt. Ihr schützt damit euer Kind und macht es zu einer starken Persönlichkeit, die vor anderen bestehen kann. Genau hierum geht es bei Attachement Parenting. Maja hatte hierzu mal ein Interview mit Bianka von Attachment Parenting geführt. Das ist eine tolle Seite von einer Lehrerin, die ihre Kinder mit viel Liebe nach dem Prinzip des Attachment Parenting erzieht. Aber schaut selbst rein und vielleicht werdet ihr ja auch Fan von ihrer Facebookpage (bei nur 200 Fans sollte die Seite definitiv mehr Fans haben).

 

Attachement Parenting

Interview mit Bianka von Attachement Parenting

Interview mit Bianka von der Seite Attachment Parenting

Maja: Viele glauben Attachment Parenting ist so etwas wie antiautoritäre Erziehung nach dem Motto “Mama springt, wenn Baby schreit”. Viele glauben, dass gerade mit der Regellosigkeit der ständigen Bedürfniserfüllung, die Mutter ihr Kind verzieht. Wie hast du dies beim Attachment Parenting konkret erlebt?

Bianka von Attachement Parenting: Erstmal: ich glaube, diese Verknüpfung AP = antiautoritär kommt aus unserem Schwarz-weiss-Denken. Sagt man, dass AP nicht autoritär ist, baut sich sofort das Bild des verlotterten Hippie-Haufens auf, bei dem die Kinder alles dürfen und keine Regeln kennen. Dass nicht-autoritär eben nicht gleich anti-autoritär ist, wird dabei gerne mal übersehen.

Attachment Parenting hat eigentlich nichts mit Regellosigkeit zu tun und ebenso wenig mit Verziehen. Es geht darum, mit seinem Kind zu kommunizieren, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und eben auch zu erfüllen.

Warum der Begriff Verwöhnen im Bereich der Kindererziehung so negativ besetzt, verstehe ich nicht. Wenn ich einen Lebenspartner oder eine Lebenspartnerin habe, den/die ich über alles liebe und diesem jeden Wunsch von den Augen ablese, ihn oder sie also verwöhne, dann findet das sicher keiner in meinem Umfeld schlimm. Wenn ich jede freie Minute mit diesem Menschen verbringen möchte, man aneinanderklettet, dann ist das süss.
Warum ist es so negativ, wenn ich mein Baby, das ich über alles liebe, ebenso verwöhne, ihm jeden Wunsch von den Augen ablese und an diesem warmen, weichen, niedlichen, duftenden, kleinen Wesen klette?

Ich selber habe natürlich auch die ganze Bandbreite an negativen Kommentaren aus meinem Umfeld bekommen. Ich solle das Kind doch mal schreien lassen. Ist gut für die Lungen. Nicht ständig rumtragen, das Kind wird doch verwöhnt. So lernt die doch nie laufen. Nicht gleich hinrennen, wenn sie weint, so wird die nie selbstständig.

Es war schwer, aber ich habe versucht, möglichst viel davon an mir abprallen zu lassen und einfach meinen Weg zu gehen. Und ich glaube, ich habe allen bewiesen, dass dieser Weg nicht zu verzogenen, unselbstständigen Kindern führt. Meine ständig herumgetragene, älteste Tochter machte ihre ersten Schritte mit 9 Monaten, so viel also zu dem Argument, sie würde nie laufen lernen. Sie ist jetzt 11 und eines der selbstständigsten, selbstbewusstesten Kinder, die ich in ihrem Freundeskreis kenne. Sie findet sehr schnell Anschluss, setzt sich für Schwächere ein, ist hilfsbereit, engagiert – und wir haben ein unglaublich gutes Verhältnis. Und die beiden Kleineren sind zwar anders, aber genauso selbstständig, hilfsbereit und engagiert wie ihre große Schwester.

Maja: Welche Situationen gab es, in denen du an Attachment Parenting
gezweifelt hast?

Wirklich gezweifelt habe ich nie, glaube ich. Was einem wirklich zusetzt, ist die negative Energie, die aus dem Umfeld kommt. Eltern, Großeltern, alle wollen etwas mitzureden haben. Auch die Eltern im Freundeskreis machen es einem nicht gerade leicht, seinen eigenen Weg zu finden und zu gehen. Und manchmal ist das dann alles zu viel und man denkt, man möchte lieber an den Mainstream angepasst leben, weil das so vieles vereinfachen würde. Aber das tut es eben nicht. Es geht nicht um die anderen, es geht um dich und dein Baby. Und nur das, was für dich und dein Baby gut ist und euer Zusammenleben vereinfacht und schöner macht, ist das, was zählt.

Maja: Eines der Hauptthemen meiner Seite (Pusteblumenbaby) ist, wie wir uns vor allem als
Erwachsene beim Kindererziehen selbst erziehen. Was denkst du, wie
Attachment Parenting die Eltern erzieht?

Bianka: Man denkt sehr viel darüber nach, wie man selber erzogen wurde. Ich glaube, da kommt ganz viel Schmerz aus der eigenen Kindheit wieder hoch. Irgendwie ist es dann so, als ob dein Baby die “erlittenen Entbehrungen” (das klingt jetzt so heftig, ist es gar nicht wirklich; ich hoffe, das versteht jetzt keiner falsch!?) in dir heilt und dir hilft, dass du deine eigene Kindheit verarbeitest und deine eigene Erziehung verstehst. Manchmal ertappe ich mich dabei, dass ich die gleichen Worte sage, die ich von meinen Eltern auch gehört habe und nicht gut fand. Aber ich kann das inzwischen reflektieren und habe durch das AP gelernt, wie ich es besser machen kann.

Maja: Welche Regeln “müssen” deine Kinder befolgen und wo hast du ihnen
alle Freiheiten gegeben?

Bianka: Das ist ja eine schwere Frage! Da muss ich erstmal nachdenken…

Also, es gibt schon ein paar Regeln hier im Haus, aber auch sehr vieles, was die Kinder selber entscheiden. Meist ist es so, dass ich beispielsweise darauf bestehe, dass möglichst VOR dem Spielen die Hausaufgaben erledigt werden. Und meist bestehe ich auf zumindest die annähernde Einhaltung von sowas wie Bettgehzeiten – wobei schon die Formulierung jetzt aussagt, dass das alles sehr variabel ist. ;) Aber die Kinder müssen relativ früh wieder raus und sind meist eh recht müde zu der Zeit, zu der ich sie dann Richtung Bett schicke.

Ansonsten entscheiden meine Kinder recht viel selbst. Oder, sagen wir mal so, sie orientieren sich an uns Erwachsenen. Wie man beim Essen sitzt, wie man sich Fremden gegenüber verhält, wie man Kontakte knüpft und so weiter, das lernen sie daraus, wie wir es machen und machen es einfach nach. Wie schon erwähnt, sind sie alle drei sehr selbstständig und nutzen ihre Freiheiten selten aus, sondern wissen, “wie man sich benimmt”.

Soviel zu diesem Interview mit Bianka von Attachment Parenting. Ich fand es richtig interessant und ich halte Attachment Parenting auch für die richtige Methode seine Kinder zu erziehen (auch wenn viele das noch bezweifeln). Maja lässt sich ja auch viel durch das Attachment Parenting inspirieren. Es wäre also toll, wenn ihr bei Bianka auch Fan werden könntet, insofern ihr eure Kinder auch nach diesem Modell erziehen wollt, da vor allem die Persönlichkeit der Kinder stärkt. Ich finde die Seite hat es definitiv verdient, mehr Fans zu haben, also los.

Ansonsten verbleibt nur mein Aufruf, votet für das Pusteblumenbaby bei der Blog-EM. Die Konkurrentin holt gerade auf und ich glaub es wird nochmal eng werden.

Ach und dann gehe ich jetzt Fotos mal mit Maja und der Pusteblumenprinzessin machen (allerdings gewittert es gerade :(

Norman

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