Unser Alltag in Amerikas Kirchen

Von Pusteblumenbaby. Abgelegt unter Alltagsgeschichten  |   
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Im Garten hinter dem Haus

Ich dachte, ich sollte einmal das Thema Glauben/Kirche anschneiden. Bisher gehörte Kirche für mich mehr zur Allgemeinbildung dazu, anstatt ein fester Bestandteil meines Lebens zu sein. An Weihnachten habe ich meinen obligatorischen Kirchengang hinter mich gebracht, manchmal war noch genug Motivation für Ostern übrig, da hörte es dann aber auch auf. Hier in den USA finde ich Kirche allerdings richtig gut. Nicht, dass ich jetzt zum Fanatiker werden will und mit: Jesus rettet dich, Schild durch die Innenstadt ziehe. Allerdings gefällt mir die große Gemeinschaft, der Zusammenhalt und die Art des Gottesdienst. Ich möchte euch ein bisschen darüber berichten, da ich es interessant finde und es hier zum alltäglichen Leben dazugehört.

Vorletzte Woche nahm Ava an ihrer ersten Bibel Schule teil. Vor zwei Monaten hätte ich darüber wohl noch müde gelächelt und dann den Kram mit einem trockenen: Nein, für erledigt gehalten. Aber ja, mittlerweile muss ich sagen, Bibel Schule rockt!
Am ersten Abend kam Ava wieder und fragte, ob sie da morgen etwa nochmal hin muss, also der Begeisterungsfaktor lag irgendwo ganz unten im Keller. Den nächsten Tag kam sie von der Schule und sagte mir, dass sie da eventuell morgen nochmal hingeht. Die restlichen Tage ist sie sehr gerne hingegangen. Was genau sie überzeugt hat? Ich denke, es war eine Mischung aus Marshmallows, Pancakes, Kleister, Ohrwurm, tanzen und Rose (Rose ist ihre neue Freundin). Es wurden alle Dinge gemacht, die sich auch in einem anständigen Kindergarten finden, zusätzlich gab es natürlich auch etwas christliche Lektüre. Dies ist nun eine Einstellungssache. Ich stehe nicht hinter jedem christlichen Gedanken, allerdings denke ich, dass einige Gebote wie zum Beispiel: Liebe deinen Nächsten, schon häufiger gelebt werden könnten. Ava hat das zum nachdenken angeregt: “Mama warum war Gott nie auf der Erde, Mama warum ist Jesus ein Mensch, ist Gott auch größer als das Universum,…?” Solche Fragen lassen sich immer weiter spinnen und sie erzählt mir dann, was sie alles so denkt über das Leben, woher wir kommen und was gut und schlecht in ihren Augen ist.

Am Samstag waren wir dann mit PRISM unterwegs (Pittsburgh Region International Student Ministries). Ava kam in den Genuss, bei brütender Hitze, mit einem überteuerten Kajak durch die Gegend zu Paddeln Danach hat sie noch ein überzuckertes Eis bekommen, das den liebevollen Namen Bratz trug (mein Gehirn formt automatisch jedesmal, den Namen “Batzen”). Zum Dinner ging es in eine typisch Amerikanische Vorstadt-Villa, während Mutti sich wie im Film fühlte, enterte das Kind den Cookie-Tisch. Mit uns waren noch ca 60 andere internationale Studenten da und auch ein paar Familien aus der Kirche, die das ganze organisiert haben. Während wir auf das Essen gewartet haben, konnten wir uns nicht entscheiden was wir von all den Aktivitäts-Angeboten zuerst machen sollten, es war wie auf einem privaten Spielplatz. Am Buffet konnten wir uns nicht entscheiden, was von all diesen Dingen wir zuerst probieren sollten. Beim Marshmallow rösten war die Auswahl dann sehr einfach und wir saßen vor dem Feuer und brutzelten uns diese sauleckeren Zuckerdinger, ich könnte die wirklich zu meinem Hauptnahrungsmittel machen.

Nach drei Wochen in Amerika muss ich sagen, in diesem Land ist die Kirche und der christliche Glaube schon sehr viel präsenter, als in Deutschland. Aber die Gemeinschaft die dadurch entsteht gefällt mir sehr. Es fühlt sich alles sehr freundlich und respektvoll an. Natürlich hat dieser starke christliche Glaube auch negative Seiten, wenn es zum Beispiel um Abtreibung oder Homosexualität geht. Da kann der Glaube auch in eine sehr fanatische und verurteilende Richtung gehen. Das habe ich persönlich bisher hier noch nicht erlebt, aber es ist sicherlich die andere Seite der Medaille.

Mich würde interessieren , ob und wie/was ihr glaubt?
Spielt der christliche Glaube eine Rolle in eurem Leben?

Alles Liebe

Maja

 

 

 

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  • Nicolai Schmidt

    Hi Maja,
    also bei mir spielt der Glauben schon eine Rolle aber keine feste Relegion wie Christentum, Judentum Islam und so weiter. Ich wurde von meine Eltern “Katholisch getauft und es gibt schon paar Bruchstücke wo ich sage daran glaub ich, aber es gibt auch andere Bruchstücke woran ich glaube die aber nicht zu meiner Religion gehören. Zum Beispiel glaube ich daran das ich schon mal gelebt habe und wenn ich mal an bestimmte Orte war kommt es mir vor als wäre ich schon mal dort gewesen. Ist schon ein komisches Gefühl :D. Aber wichtig ist es dass man glauben kann was man möchte *grins*

  • http://www.message-for-you.net Julia

    Hallo Maja, wenn Du (bzw. Ava und Du :-) die Gemeinschaft in den USA so gut gefunden habt, hast Du da mal überlegt, auch in Deutschland nach was vergleichbarem zu schauen? Wenn es in den Landeskirchen kein gutes Angebot für Kinder gibt, dann könntest Du ja mal in den freien Gemeinden schauen. Es gibt auch hier in Deutschland gute Angebote für Kinder mit christlicher Botschaft – ohne einfach nur Regeln zu vermitteln, sondern wirklich Sachen die Spaß machen.