Kinderspiele fordern und fördern – Fakten über das Spielen

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Spielmüde? Spielen fordert und fördert auch die Mamas :)

Spielmüde? Spielen fordert und fördert auch die Mamas :)

Am Wochenende war ich mit meiner nun zweijährigen Tochter auf dem Spielplatz. Mit roter Schleife im Haar standen wir nahezu allein auf dem Spielplatz. Muttertag ist eben Muttertag. Zu meiner Freude hat eine Vierjährige ausgiebig mit meinem Kleinkind gespielt. Beide liefen um eine Holzhütte herum und versuchten sich zu fangen, was bei meiner Tochter übrigens eher noch nach einer Zombieverfolgungsjagd aussieht. Etwas ungelenk sind die Zweijährigen ja noch.

Irgendwann, nachdem mein Kind ein bisschen ausgepowert war, setzte sich die Vierjährige in die Holzhütte und meine Tochter wartete draußen. Mein Kleinkind trat an das Fenster und sagte: “Halluh.” Das Mädchen fragte dann durch das Fenster zurück: “Gibt es jetzt Abendbrot?” Mein Krümmel nickte ganz eifrig und mit schüchternem Lächeln. Nach dem dritten mal nachfragen, verstand sie wohl den Sinn und reichte ihr Sand, Steine und Stöcker durch das Fenster, die das Mädchen zum Abendbrotstisch arrangierte.

Kinderspiel

Für Kinderspiele gibt es in der Regel keine festgeschriebenen Regeln, sondern Kinder beherrschen Regeln oftmals intuitiv. Regeln lagern nicht deutlich in Wort und Schrift in ihrem Gehirn. Sprache erlernen wir erst sehr spät. Deswegen sind sich hier die Erziehungswissenschaftler auch sehr einig. Kinder brauchen Bewegungen und räumliche Erfahrungen. Sie brauchen es, dass wir etwas vormachen und sie es nachmachen. Ermahnungen können sie noch nicht in ihrem vollen Bedeutungsumfang verstehen, auch wenn sie schon sehr vieles verstehen, verstehen sie es auch immer etwas anders.

“]Die Playmobil Feuerwehr haben wir bei der Testmama gewonnen :)

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Wir wollen nun in unserer Gesellschaft sehr häufig, dass sich Kinder etwas hinter die Löffel schreiben. Kinder machen immer wieder Fehler. Lernen dauert nunmal und wir müssen dabei begreifen, dass der Lernprozess sich nicht durch den Schlag auf die Finger oder den Klaps auf den Po beschleunigt. Das Gehirn der Kinder ist in der Fachsprache neuroplastisch, das heißt, dass es sich an gegebene Umstände anpasst. Wir laden dort keine Software rauf und dann funktioniert das Ganze, sondern die Strukturen legen sich langsam im Umgang miteinander an. Gerade beim Spiel entstehen Nervenbahnen. Beim Schlagen und emotionaler Gewalt hingegen entstehen andere Nervenbahnen, die das Kind lehren mit Schlägen umzugehen. Es entstehen Vermeidungsstrategien der Kinder, die oftmals auf Angst basieren. Die Folge ist, dass Kinder Angst vor ihren Eltern bekommen, aber nicht unbedingt die wichtigen Regeln lernen oder überhaupt Lernen lernen.

Ganz umgekehrt müssen wir als Erwachsene lernen, dass Fehler zur Entwicklung der Kinder gehören. Wir müssen geduldig mit ihnen spielen. Genau benommen nämlich bestehen Fehler nur, wenn schon Regeln das Spiel der Kinder einschränken. Beim freien Spiel gibt es natürlich keine Fehler.

Wie mit Fehlern umgehen?

Wie mit Fehlern umgehen? Dies ist eine schwierige Frage: So beschreibt zum Beispiel Peter Kruse, ehemals Forscher in der Neurowissenschaft, jetzt Unternehmensberater, dass Fehler oftmals auch alte Muster im Gehirn destabilisieren, um neue Verhaltensstrategien zu ermöglichen. In diesen Fällen müssten wir, die Lernenden sogar bestärken Fehler zu machen, damit sie Platz für das Neue schaffen. Aber sehen wir auf die von ihm beschriebene Tatsache anders: Da es beim freien Spiel keine Fehler gibt, können wir sagen, dass Kinder hier offen sind, für Regeln, die sie sich selbst erarbeiten. So wie meine Tochter das Abendbrotskind bewirtschaftete. Beim Spiel der Kinder erübrigt sich unsere Unterstützung. Kinder lernen so allein und wir sollten nur dann eingreifen, wenn Kinder sich schlagen oder hänseln, wenn Kinder unangemessen streiten, oder aber die Freiheit des Spiels eben auch wieder zu öde wird und sie neue Impulse von den Erwachsenen benötigen.

Wie gehen Erwachsene mit dem Spiel um?

Oftmals fangen wir als Erwachsene an und halten uns an enge Spielbegrenzungen. Wir spielen sehr regelkonform. Ohnehin gibt der Alltag wenig Anlass zum Spiel und wir halten uns an die Bestimmungen. Wir haben so gelernt, uns an Regeln zu halten, was im Umgang miteinander mit Sicherheit nicht falsch ist. Wie aber lernen auch wir als Erwachsene Regeln? Wenn wir ein Spiel spielen, zum Beispiel Monopoly, gibt es immer wieder die Spezies “Spieler”, die meinen, alle Regeln vor dem Spiel im Wortlaut erklären zu müssen. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich starre dabei regelmäßig Löcher in die Luft und nicke lächelnd blöd. Ich verstehe nicht, was das ganze Erklären soll. Die Regeln des Spiels schnalle ich zumeist, wenn ich spiele und dann dabei die Regeln durch natürliche Reaktionen der Spielpartner erfahre. Hierbei entsteht auch Kreativität und Freude.

Kreativität war in der Vergangenheit natürlich bei vielen Berufen nicht gefragt. Doch die Berufsbilder verschieben sich, da mehr und mehr Tätigkeiten von sturen Robotern übernommen werden und sture Arbeiter zunehmend überflüssig werden. Ich warte übrigens noch auf den Haushaltsrobotersklaven, der für die gesamte Reinigungsfachkräftebranche wahrscheinlich den Untergang bedeutet. Nein, unser Kind soll keine Putzfrau oder Reinigungsfachkraft sein, auch wenn dies ehrbare Berufe sind. Da es diese Berufe seltener geben wird und nur für unqualifizierte Arbeitnehmer ist, umso wichtiger ist es, dass wir nicht sture Befehlsempfänger ausbilden, sondern ihnen das Wissen und den kreativen Umgang mit der Welt ermöglichen. Wie wir das letztlich erreichen? Ich glaube, wir sollten mit den Kindern so viel wie möglich spielen. Das heißt, wenn ihr eure Kinder wirklich erziehen wollt, dann belehrt sie nicht vom Sofa aus. Sondern erkennt, dass sie schlicht Beschäftigung brauchen und dabei die Regeln nach und nach mitnehmen, die auch nur notwendig sind. Ich glaube, dass hier die liebevolle Mutter natürlich die beste Erfahrung hat.

Meine Tochter spielt nun vielfach allein, ohne dass ich eingreife oder sie korrigiere. Wenn sie dann aber etwas falsch macht, beschäftige ich mich mit ihr und schimpfe sie nicht aus. Ich spiele mit ihr Essen und spiele mit ihr nicht an den Backofen herangehen, warte auf ihre natürlichen Reaktionen und nehme diese auf. Dann irgendwann hat sie wieder genügend Impulse gesammelt und spielt allein. Belehrung mit Worten funktionieren bei uns wirklich selten, aber so haben wir schon vieles gelernt.

Ihr könnt euch ja mal bei Waldkizz umschauen und überlegen, was gerade zum kreativen Spiel einlädt. Ich plane nämlich auch gerade eine Blogparade zu dem Thema. Mich würde dabei interessieren, welches Spielzeug lädt Kinder wirklich (!) zum kreativen Spiel ein, denn eigentlich möchte ich ihr gerne richtiges Spielzeug schenken. Im Moment ist ihr Lieblingsspielzeug der Karton von dem Buggy, den wir von Britax bekommen haben. Dort kriecht sie nun immer gerne rein.

Alles Liebe

eure Maja

 

 

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  • mamakommstdu

    Seifenblasen sind bei uns total angesagt;)

    • http://www.facebook.com/people/Maja-Mx/100002163270495 Maja Mx

      Ohja Seifenblasen puste ich seit gestern auch im Akkord :D.