Als das Pusteblumenprinzesschen aufhörte zu weinen und die olle Zworgin

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Was bisher geschah…  (Fortsetzung vom Pusteblumenbaby)

Ein kleines Bündel gebunden an ein Pusteblumenschirmchen, das Pusteblumenprinzesschen flog durch die blauen Himmel über die Tage und Nächte in den Morgen.

Skeptizworg, der schlauste und zugleich bitterlichste Zworg empfahl Papa Zworg schließlich, dass Warten die beste Lösung sei. Er erklärte aus seinem Elfenbeinturm heraus, dass das Pusteblumenprinzesschen gerade erst neu in dieser Welt angekommen war und das Baby sich erst an die Bitterkeit der Welt gewöhnen müsse. Er hielt es für die angemessenste Weise Menschen zu begrüßen, indem sie warten bis sie endlich sprechen können. Papa Zworg blieb nichts anderes übrig, denn er wusste auch keine Lösung und so brauten die Zworgs dem Kind weiterhin die nahrhaftesten Säfte und nähten ihr die schönsten Kleider. Doch das Zworgenreich war seit diesen Tagen ein trauriges Reich und jeder sprach jederzeit über das kleine Pusteblumenbaby in ihrem Schloss auf ihrem Turm, das nicht aufhören konnte zu weinen.

Die Olle und der Aufbruch der Zworgen

Papa Zworg ließ sich einen Turm direkt neben dem Pusteblumenbabyturm bauen, setzte sich neben das Pusteblumenbaby in einen Schaukelstuhl und grübelte aus den Tiefen seines Herzens. Während vereinzelte Pusteblumensamen an seinen Gedanken vorbeiflogen, dachte er in die Abendstunden hinein. Die letzten Sonnenstrahlen nahmen seine Gedanken mit und er ballte sein Gehirn zu einer Faust. Ihn verfolgte ohnehin schon immer eine Gedankenwolke und regnete ihn voll, heute aber war es ein Unwetter und er konnte keinen klaren Gedanken fassen, denn das Pusteblumenbaby weinte forthin.

Wegen dieses Unwetters in seinem Kopf bemerkte er auch nicht, dass die Pusteblumensamen um ihn herum immer zahlreicher wirbelten. Die Vögel hörten schon auf zu zwitschern. Es wurde still, denn am Horizont türmte sich eine Pusteblumenschirmchenwand auf. Der Pusteblumensamenwirbel um sie beide wuchs und quoll. Papa Zworg aber verfiel ganz seiner Art tiefer und tiefer in die wirren Gedankengrübeleien. Die Zworgs beobachten das Geschehen von unten, längst war aber der Sturm zu dicht geworden, als dass sie mit den Vögeln zu den beiden Türmen hätten hinauf fliegen können.

Mit der verschwindenden Sonne legte sich der Sturm um das Pusteblumenprinzesschen und Papa Zworg, der seinen Körper schon lange in Richtung Gedanken verlassen hatte. Er merkte nicht, dass die Samen ihn und das Mädchen schon an den Abgrund des Turmes gedrängt hatten. Das Pusteblumenbaby weinte umso bitterlicher, während Papa Zworg in sich gekehrt, diese Welt verlassen hatte. Der Pusteblumensturm blies stärker und stärker, sein Schaukelstuhl neigte sich und auch das Pusteblumenprinzesschen war nur noch ein Hauch vom Abgrund entfernt. Die Zworgs gerieten alle in Aufregung, aber der Sturm war zu stark und so verloren sie sich in Panik und liefen alle durchaneinander und schrien. Da sammelte sich der Pusteblumenwind und stürmte wie ein gewaltiger Arm auf den wehrlosen Papa Zworg und das Pusteblumenbaby zu und fegte sie von ihren Türmen über die Brüstung. Papa Zworg von dem Schlag des Sturmes wieder in sich zurück gerissen, griff sofort nach dem Pusteblumenbaby, aber stürzte schon in die Tiefe. Die Zworgs starrten angewurzelt nach oben, wie der große Zwergenriese in die Tiefe stürzte. Wie aus dem Nichts aber sprang die alte Zworgin Urula  aus den Wolken und griff nach dem langen Zopf von Papa Zworg. Sogleich schleuderte sie ihn mit Lässigkeit auf den Turm zurück. Schon atmete das Volk der Zworgs auf, doch da stürmte der Pusteblumenwirbel auf die drei wieder los, Urula aber nahm ihre überirdischen Butterblumenzigarre aus dem  Mundwinkel und holte tief, tief, tief Luft. Mit einem monströsen Lachen atmete sie den Pusteblumensturm weg und blies alle Pusteblumenschirmchen zurück in die Wolken.

Ein Glück, auch wenn Papa Zworg es normalerweise nicht als Glück bezeichnen mochte, war seine Ex-Frau Urula nach vielen Jahren nach Hause zurückgekehrt. Die Zauberzworgin war nur kurz Zigaretten holen und hatte Papa Zworg mit den 2432 Zworgs alleine gelassen. Mit einem abgehalfterten Hanfbeutel von 1932 in der Hand und einem selbstgestrickten Hippieturban auf dem Kopf blickte sie nun durch ihr große Bille auf den verdatterten Großfuß Papa Zworg und herrschte ihn an:

“Ein ganzes Volk von trottligen Trollen, sieht nicht, dass das Kleine weint, weil es sich schlicht allein fühlt und nur auf den Arm genommen werden muss.”

Papa Zworg schaute auf das stille, schlafende Bündel in seinen Armen, dass in seinem Armen nun ruhig und sanft schlief. Er war wütend über seine dumme Grübelei, blaffte jedoch zurück:

“Wir sind Zworge und keine Trolle.”

Urula zauberte unberührt das Kleine auf ihren Arm, doch das Prinzesschen begann leicht zu schluchzen. Papa Zworg, innerlich noch angefressen aber wieder Herr der Lage, erkannte das Problem und schlug seiner Ex-Frau die rauchende Zigarre aus dem Mund. Diese schaute ihn mit einem feurigen Blick an, der jeden anderen in ein Aschehäufchen verwandelt hätte, doch das kleine Pusteblumenprinzesschen hörte auf zu weinen. Urula Zworg steckte sich eine neue, noch größere Zigarre in den Mund, zündete diese aber einsichtig wie ein Schaf nicht an.

“Sieh an, was der Zworg mir wieder für ein Kuchkucksei ins Nest gelegt hat. Ein Menschenkind und dann noch viel zu klein.”

Auch wenn Papa Zworgs herrische Ex-Frau auf häusliche Gewalt verzichtete, holte sie aus Gewohnheit eine Bratpfanne aus ihrem Hanfbeutel und hielt diese drohend in der linken Hand. Papa Zworg gänzlich unbeeindruckt, nahm das schlafende Pusteblumenprinzesschen von ihr zurück auf den Arm und setzte sich in seinen Schaukelstuhl. Urula Zworg setzte fort:

“Menschen, mein lieber Zworg, sind böse und schließlich finden sie uns. Sie machen alles kaputt und glaubst du im Ernst, du könntest ein Menschenkind groß ziehen, das am Ende nicht auch die ganze Natur um sich herum schändet und verkauft?”

Urula schwärmte von ihrem guten Stück Urwald, was sie sich in fernen Ländern erobert hatte, wo nun aber alle Bäume gerodet wären und die Zworgen die Natur nicht mehr zum Blühen bringen könnten. Bei dem ganzen Gerede starrte Papa Zworg leer als hätte er sich zurück seine innere Traumwelt aus Gedanken begeben. Er wirkte auch schüchtern wie ein Glas Milch, denn seine Ex-Frau erklärte die Welt:

“Woher soll ich denn da noch meine biologischen Zigarren bekommen? Alles andere ist doch ungesund!”

Papa Zworg, der plüschig wie ein Teddy das Pusteblumenprinzesschen auf seinem Arm wiegte, war noch nie ganz grün mit der urigen Alten. Nach endlosem Gebrabbel über die Gefahren für das Zworgenreich, fragte Urula Papa Zworg schließlich:

“Wo ist das kleine Pusteblumenprinzesschen denn überhaupt entsprungen?

Papa Zworg zuckte mit den Schultern, gab aber zu verstehen, dass das Pusteblumenprinzesschen vom Himmel gefallen wäre. Urula lachte Papa Zworg aus. Sie stellte fest, dass er schon immer ein Lügner gewesen wäre. Als Papa Zworg aber keine Miene verzog und hinter seinem großen Bart mit den Butterblumen darin Urula unberührt in die Augen schaute, wusste Urula, dass er nicht log. Sie sagte:

“Ein Kind an einer Pusteblume in ein fremdes Land geschwebt. Das kann nichts Gutes bedeuten.”

Urula kramte in ihrem Hanfbeutel und hielt bald ihre mobile Glaskugel in Händen. Als Papa Zworg dies sah, zog er bereits ahnend die Augenbrauchen nach oben. Urula aber legte die Glaskugel vor sich und Papa Zworg. Keine Sekunde verging schon suchte sie in den flackernden Bildern ihrer Kugel die Zukunft. Dabei murmelte sie unverständliche Phrasen vor sich hin. Papa Zworg konnte nur mit dem Kopf schütteln.

Je länger Urula zu Gange war, desto mehr schüttelte er mit dem Kopf. Die Kugel glühte derweil immer heller und Urulas Augen wurden größer. Mit einem Male sprudelten bunte Feuerwerke aus der Kugel in den Himmel, Blumenmeere funkelten in die Nacht und kleine Glitzersternchen flogen in das ganze Land. Die Zworgs standen unten vor dem Turm und staunten hoch in die Luft. All die schwirrenden Feuer und Lichterketten riefen allerlei Ohs und Ahs aus den Mündern. Ein großer Zauber war über sie gekommen und es war als würden die Blumen aus dem Himmel blühen. Die Bilder wurden mit jeder Minute schöner und schöner. Der Himmel bei Nacht war hell erleuchtet und es schien als würde ein Gott den Himmel bemalen. Aus all den Feuern und schwirrenden Lichtern stieg ein Lichtdrachen hervor.

“Wie schön!”

riefen die Zworgs, doch plötzlich stand der Himmel in Flammen und Feuertropfen vielen in die Wälder und Wiesen. Der Drache wurde begleitet von grell leuchtenden Reitern. Alle Zworgen schauten furchtsam zu dem Turm hinauf, auf dem Urula, Papa Zworg und das Pusteblumenbaby plötzlich von einer ganzen Armee von leuchtenden Geistern umgeben waren. Da flog der Lichtdrache auf Papa Zworg zu und blickte ihm tief in die Augen. Papa Zworg mit dem schlafenden Pusteblumenbaby erstarrte und auch Urula bekam es mit der Angst zu tun, ihr Mund öffnete sich und ihre Zigarre fiel zu Boden. Sofort deckte Urula die Kugel ab. Da donnerten alle Lichtfunken, Lichtwesen, Lichtbilder und Feuer und brachen in sich zusammen. Bei all dem lauten Geräuschgeröll der Lichtexplosionen, stand Urula auf und rief mit zittriger Stimme zu den Zworgs:

“Packt alle Sachen, wir müssen so schnell wie möglich weg.”

 

Wenn ihr das Märchen ganz interessant, hübsch oder spannend findet, dann hinterlasst doch einen Kommentar, schreibt mir wie es weitergehen soll. Wenn ihr es bei Facebook weitersharen würde, dann würde mich das sicher auch motivieren, damit weiterzumachen ;)

Ein Pusteblumenbaby im Aufbruch :)

Ein Pusteblumenbaby im Aufbruch :)

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