Archiv fü Kategorie Mamas Erziehung

Kinderspiele fordern und fördern – Fakten über das Spielen

15. Mai 2012
Spielmüde? Spielen fordert und fördert auch die Mamas :)

Spielmüde? Spielen fordert und fördert auch die Mamas :)

Am Wochenende war ich mit meiner nun zweijährigen Tochter auf dem Spielplatz. Mit roter Schleife im Haar standen wir nahezu allein auf dem Spielplatz. Muttertag ist eben Muttertag. Zu meiner Freude hat eine Vierjährige ausgiebig mit meinem Kleinkind gespielt. Beide liefen um eine Holzhütte herum und versuchten sich zu fangen, was bei meiner Tochter übrigens eher noch nach einer Zombieverfolgungsjagd aussieht. Etwas ungelenk sind die Zweijährigen ja noch. Lesen Sie den gesamten Eintrag »

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Brauchen wir starke Typen in der Erziehung? Zur Initiative “Mehr Männer in den Kitas”

9. Mai 2012
Brauchen wir starke Typen?

Brauchen wir starke Typen?

Männer haben irgendwie schon für Kinder eine andere Rolle. Deswegen sind schon für Kindergartenkinder Männer immer irgendwie ein Mysterium. Auch Mama-Schlaflos verweist darauf, dass sie ihre Kinder ja eigentlich nur den Briefträger und den Bauarbeiter wirklich kennen. Jungs umschwärmen Bauarbeiter, da  Bauarbeiter etwas bauen und Jungs bauen gerne. Weiter geht es in der Grundschule, wo dann Lehrerinnen immer mal gleich den Morgenkreis einberaumen, weil Leon und Kèvin sich wieder gerauft haben. Unser Erziehungssystem ist tatsächlich mit Frauen überschwemmt. Nun könnten wir vermuten, wo sollen eigentlich unsere Jungs lernen, was es bedeutet ein richtiger Mann zu sein? Lesen Sie den gesamten Eintrag »

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Wie Kinder ohne Regeln Regeln lernen – Gastbeitrag von Nadja

20. April 2012
Führen Grenzen zu mehr Regelverständnis ?

Führen Grenzen zu mehr Regelverständnis ?

Wer bin ich?

Mein Name ist Nadja und ich bin 26 Jahre. Ich bin Fachangestellte für Medien und
Informationsdienst… wer sich jetzt fragt was ist das und was macht man da? Ich arbeite in einer Bibliothek.  Das hilft ja vielleicht schon mal weiter :-). Außerdem versuche ich gerade auch noch meinen Bachelor in Bibliothekswesen zu machen.
Das ist allerdings momentan nicht die leichteste Übung, da ich im Dezember 2010 Mutter eines ganz wunderbaren kleinen Jungens geworden bin. Dieser aufgeweckte, neugierige, aktive kleine Mann namens Cyrill fordert derzeit sehr viel meiner Aufmerksamkeit. Unterstützt werde ich dabei jeden Tag liebevoll von seinem Vater, meinem Mann.

Wie Kinder ohne Regeln Regeln lernen

Mein Sohn ist jetzt 16 Monate und sehr aktiv. Er möchte am liebsten schon alles selber und alleine machen. Das ist ja auch gut, er soll ja lernen Selbstständig zu sein. Aber hier kommt das Problem auf, dass noch nicht alles selber kann und auch die Grenzen seines Könnens kaum einschätzen kann. Da ist es schwer ihm plausibel zu erklären warum er sich jetzt an „Regeln“ halten soll, die ich selber nicht einhalte.

Warum z.B. darf ich den CD-Spieler bedienen , er aber nicht, wo er doch ganz genau weiß wie das
funktioniert. Hier habe ich es mit einer Diplomatischen Lösung versucht. Er darf zwar den Spieler nicht direkt bedienen, aber wenn ich eine CD eingelegt habe darf er den Start-Knopf drücken. Dochnicht immer sind solche Diplomatischen Lösungen möglich.
Und nicht immer möchte er sich auf eine solche einlassen.
Ich bemühe mich sehr ihm die „Regeln“ für ihn verständlich zu erklären und betone auch, dass ich
nicht möchte, dass er dieses oder jenes macht. Aber nicht immer versteht er es und oft hält er sich somit nicht sofort an diese „Regeln“. Man braucht viel Geduld und muss die Dinge etliche male erklären. In solchen Situationen, wenn ich es ihm dann zum ein-hundertsten mal erkläre, habe ich mich auch schon dabei erwischt, daran zu denken etwas wie eine „stille Treppe“ (z.B. einfach in
sein Gitterbettchen) einzuführen.

Doch wenn ich darüber nachdenke wie ich mich dabei fühlen würde verwerfe ich diesen ganz
schnell wieder. Ich denke auch, dass dies der „Mutter-Kind-Beziehung“ schaden kann. Wie würden wir Erwachsenen uns fühlen, wenn der Mensch den wir lieben und dem wir bedingungslos Vertrauen uns plötzlich wegstellt. Sicher bei einem mal wird er mir wahrscheinlich verzeihen… aber wenn ich das immer und immer wiederhole…

Doch auch alle guten Vorsätze helfen nicht immer. Denn jeder Mensch hat schlechte Tage und
so kommt es auch bei mir vor das ich wirklich mit ihm schimpfe und vergesse ihm zu erklären warum oder einfach in dem Moment nicht die Zeit dazu habe. Es kommt auch vor, dass wenn wir Beispielsweise weg wollen und er Schuhe und Jacke anziehen soll (was im Normalfall eigentlich ziemlich gut funktioniert wenn ich ihm gesagt habe das wir jetzt raus gehen) er es einfach partout nicht will und ich ihn dann auch gegen seinen Willen anziehe, was er wie wahrscheinlich alle Kinder mit treten, schreien und winden zu verhindern versucht. … In solchen Situationen hilft einem alles Regeln lernen auch nicht mehr weiter. Denn Kinder sind nicht rational und es gibt auch Tage an denen halten sie sich einfach nicht an die Regeln, auch wenn sie sie genau kennen und
verstanden haben. Was dann…

… Also der Weg ist nicht leicht. Welche Regeln braucht er, schützen ihn, was kann ich ihm
durchgehen lassen, wie lasse ich ihm aber im gleichen Atemzug genug Freiraum, dass er auch
Sachen ausprobieren kann um Selbstständiger zu werden.

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Wie Kinder ohne Regeln Regeln lernen (gegen die stille Treppe)

18. April 2012
Regellos durch den Alltag

Regellos durch den Alltag

Wenn ich unter Erwachsenen bin, würde ich so gerne mal ein paar Leute wie die Supernanny auf die “Stille Treppe” verweisen. Gerade dann aber wird mir schnell bewusst, was für ein abstruses Konzept wir hier eigentlich vertreten. Stellt euch mal vor, ihr ereifert euch etwas über den Rahmen des Normalen und auf einmal nimmt euch jemand von hinten bei der Hand und schleppt euch auf die stille Treppe. Ihr steht dann irgendwo im Hausflur und sagt allen Nachbarn freundlich “Guten Tag”.

Nach vereinbarter, zivilisierter Waffenruhe zwischen Erwachsenen würde dies nicht aussehen. Ihr würdet euch nicht ernst genommen fühlen. In dieser Weise nehmen wir unsere Kinder auch nicht ernst, sondern zeigen ihnen, was wir von ihnen erwarten. Was wir aber nicht zeigen, ist warum wir es erwarten. Natürlich ist das Konzept funktionsfähig und in Foren gibt es dann schnell mal das ein oder andere begeisterte Elternteil:

“Also ich kenn die stille Treppe ursprünglich von der “Supernanny” und praktiziere selber das ganze mit einem Stuhl. [...] Das Kind soll z.B. die Flasche aufheben oder das Spielzeug wegräumen. Weigert es sich, dann “droht” man als Konsequenz die Trepp eoder den Stuhl oder so an. Wiegert sich das Kind weiter, dann wird es eben an jenen Ort gebracht, dort muss es sitzen bleiben, bis es bereit ist, das Gewünschte zu tun, sich entschuldigt oder auch einfach (bei größeren Kindern) eine gewisse Minutenzahl. [...] Wenn sie z.B. gehauen hat, dann kommt sie auf den Stuhl und muss dort solange sitzen, bis sie sich entschuldigt. Manchmal weint sie auch, aber sie bleibt sitzen (phänomenal, ich binde sie ja schließlich nciht fest s-:)), aber nach einer Weile entschuldigt sie sich dann. [...] Das Kind lernt die Konsequenzen ohne Schläge” (http://www.erziehung-online.de/forum/der-1-3-jahrigen/stille-treppe/)

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Das hat mir auch nicht geschadet – Von der strengen Erziehung

14. April 2012
Gut ausgerüstet geht´s zum Spielplatz :)

Gut ausgerüstet geht´s zum Spielplatz :)

Ich bin wohl eine Ökomama. Die meisten meiner Leser fragen sich da, was soll aus meiner Tochter nur werden? Mit 3 sei sie das verhaltensauffällige Mädchen im Kindergarten, das immer nur mit einem Jutesack bekleidet und barfuß (im Winter gibt es Babybirkenstocksandalen) in die Gruppen kommt und verhaltensauffällig anderen Kindern das Schreien beibringt, aber ihnen dafür im Gegenzug das Spielzeug wegnimmt. Alles, weil Ökomama sie krümeln lässt, keine strikte Zu-Bett-Geh-Pflicht besitzt und generell sie eher machen lässt als zu viel zu reglementieren. Weil mein Kleinkind zu lange gestillt wurde, schläft sie natürlich noch bis zur vierten Klasse bei mir im Bett, danach bricht sie die Schule ab und beginnt eine Lehre als Schmuckdesignerin. Mit 12 Jahren kommt sie dann nachts nicht nach Hause und raucht Peace an irgendwelchen Lagerfeuern bis sie dann mit 13 Jahren ihre Ausbildung schmeißt und in einen Bauwagen einer Hippikommune zieht. Bis zum 65. Lebensjahr lebt sie von Sozialhilfe und kleinen selbst gebastelten Müll-Anhängern, die sie mit zittrigen Händen und Kippe im Mund vor dem Netto verkauft. Was wird wohl aus meinem Kind werden, wenn ich nicht streng bin?

Das hat mir auch nicht geschadet

Strenge hat noch keinem Kind geschadet. Schnell hier eine Regel aufstellen und vor allem konsequent sein. Der Spruch “Das hat mir auch nicht geschadet” ist bei dieser Auffassung schneller ausgesprochen als er nachgefühlt wurde. So als hätte das bisherige Erziehungsprogramm fruchtbare Spuren bei demjenigen Erwachsenen hinterlassen. Und natürlich viele von den Misshandelten bauen sich ein erfolgreiches Leben auf, doch wissen gleichzeitig nicht, woher eigentlich die inneren Depressionen und Gefühlsgewitter kommen. Schnell erkennen wir dieses oder jenes Missgeschick als Ursache, zu uns selbst dringen wir dabei aber nicht durch. Emotional sind viele Menschen nicht ausgeglichen.

Nicht nur Laura hat ihren Stern ;)

Nicht nur Laura hat ihren Stern ;)

Daher lese ich gerade verschiedene Bücher zu Psychotherapien und erfahre dort, dass viele in bestimmten Erinnerungsmethoden die kindlichen Schockmomente nochmal hervorgerufen werden. Bei längst vergessenen, verdrängten und abgespaltenen Situationen brechen viele Klienten dann in Tränen aus und sehen, dass es ihnen doch geschadet hat. Die Menschen merken in diesen Momenten, wie sie eben doch noch innerlich fühlen und wie nachhaltig sich als ungerecht empfundene Momente in ihr Gehirn eingebrannt haben.

Ja, wir merken unsere Schäden selten. Wir merken, dass wir in bestimmten Momenten Ängste haben, wir merken, dass wir rot werden, wenn wir vor anderen sprechen sollen, wir merken, dass wir zu wenig Liebe empfinden, doch für all diese Unsicherheiten lassen sich nur schwer die Ursachen aufspüren. Wir durchdringen nur schwerlich uns selbst. Die eigenen Fehler, die ihre Ursachen haben, zu betrachten und mit ihnen umgehen, ist schwer.

Doch die Psychologie weiß, unser Gehirn speichert nicht nur Erinnerungen, sondern die Erinnerungen sind zugleich auch Teil unserer Persönlichkeit. Da kann sich ein lapidarer Satz am Weihnachtsabend, eine nicht verstandene Regel tief in die Seele brennen, ohne dass wir es jedoch merken. Stattdessen versuchen wir intuitiv Schmerzen zu vermeiden, versuchen langfristig ähnlichen Situationen aus dem Weg zu gehen. Die Folge von bestimmten Erziehungsmethoden sind verstärktes Angstempfinden und eine unsichere Persönlichkeit. Doch es gibt auch viele andere Dysfunktionalitäten, die sich derart zurückverfolgen lassen. Der Satz aber “Das hat mir auch nicht geschadet” ist schwer in uns selbst nachprüfbar, Studien zeigen aber die Folgen.

Was ich weiß

Ja, eigentlich schimpfe ich mit meiner Tochter überhaupt nicht und bin immer wieder fasziniert, wieviel sie eigentlich schon versteht. Doch dann versteht sie Dinge leider auch mal nicht. Am Ostermontag musste ich sie leider in einen Autositz bei meinen Eltern verfrachten und sie hat geschrien wie am Spieß. 20 Minuten Fahrt, die die Hölle für unsere Nerven waren und die noch mehr mein Kind irritiert haben. Was sagt ihr dazu? Da muss das gute Kind durch? Nun, ich sehe auch wenig Alternativen, irgendwie müssen wir ja von A nach B kommen und ich bin auch keine Frau aus dem Busch, die ihr Kind Kilometer durch die Steppen Afrikas trägt. Was mir aber wichtig war: Ich habe nicht mit ihr geschimpft oder ihr gesagt, dass sie keinen Grund zum Schreien hat. Ich habe ihr nicht zu spüren gegeben, dass wenn sie sich aufregt, sie vollkommen falsch liegt. Ich habe ihr nicht gesagt, dass ihre Gefühle der Bedrängnis falsch sind. Ich habe sie auch nicht ausgeschimpft, dass sie aufhören soll mit Schreien. Stattdessen habe ich versucht, verständnisvoll zu reagieren, was schwer ist, da ich ja auch unter Stress war. Sie tat mir im Nachhinein sehr leid, denn es war einfach nur Gewalt gegen ihren Willen. Vielleicht unvermeidbar. Hat es ihr geschadet? Den Abend über war sie sehr ruhig und saß traurig in ihrem Kinderwagen. Ich stellte den Kinderwagen auf dem Flur ab und sie saß dort mit offenen Augen und sah zu wie ich die Wohnung aufräumte. Sie hatte mit Sicherheit etwas gelernt und ich hoffe, dass sie diese Situation doch irgendwie einordnen und verarbeiten kann. Ich hoffe auch, dass sie ihre Angst vor Kindersitzen verliert, denn im Sommer wollen wir nach Frankreich. Was denkt ihr?

Alles Liebe

eure Maja

 

 

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Wie lange ich mein Kind im Tragetuch trug

13. April 2012
Tragetuch Mama :)

Tragetuch Mama :)

Lange vor der Geburt als meine Tochter in ihre Bauchwohnung frisch eingezogen war, dachte ich schon über ihre Ankunft in unserer Welt nach. Die Geburt war für mich seit dem ersten Monat ein ersehntes Ereignis, so als würde ich es nicht erwarten können, endlich einen ersehnten Freund bei mir zu Hause zu begrüßen. Ich machte mir natürlich auch wahnsinnig viele Gedanken, denn ich spürte auch die Verantwortung in mir. Ich aß ausgewählt, trank keinen Schluck Alkohol mehr, hatte eine Spinnenangst vor Medikamenten und machte einen ausgedehnten Umweg, wenn ich irgendwo aggressive Raucher auf meinem Weg sah. Mama war Asketin und machte sogar Schwangerenyoga.

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Wie ihr das richtige Kinderbuch findet – Weniger Fernsehen und mehr Gemeinsamkeit

12. April 2012
Eigenständig an jeder Straßenecke lesen, eine neue Leidenschaft von meinem Kind :)

Eigenständig an jeder Straßenecke lesen, eine neue Leidenschaft von meinem Kind :)

Ich habe meine Tochter zu häufig vor den Computer gesetzt und ihr Caillou und Lauras Stern eingeschaltet. Es ist schon faszinierend, dass Kinder, so wenig Konzentration sie sonst haben, in eine äußerliche Starre verfallen und nur noch diese Bilder aus einer flimmernden Kiste tanken. Ich fühle mich schlecht, wenn mein Kleinkind nicht ansprechbar und wie ein hypnotisierter Zombie vor dem Kasten hängt. Allein diese Körperhaltung hätte schon Warnsignal sein sollen. Aus dem kleinen Rowdy wird hier kurzfristig ein ruhiges Püppchen, dass in einer Ecke hockt. Klar das ist verführerisch gerade für Eltern, die Probleme mit ihren Kindern haben.

Dennoch manchmal muss die Mama ein paar Dinge erledigen und es erscheint mir gerade abends als pädagogische Hilfe, wenn das Kleinkind sich ohnehin auf das Quengeln versteift hatte. Mein Kind ist manchmal schon ein Jammerlappen, ohne ihr das zum Vorwurf zu machen, aber dann ist es so einfach die Trickserien einzuschalten. Dabei verurteile ich das Fernsehen nicht als wäre dessen Erfindung der Untergang unserer Zivilisation gewesen. Ich bemerke, dass die ganzen Geschichten auch eine sinnvolle Ergänzung in der Auseinandersetzung mit der Welt sind und frage meine Tochter immer, ob sie heute auch Caillou im Park gesehen hat. Die ganzen, bunten Bilder und interessanten Geschichten können mit Sicherheit auch die Phantasie anregen, allerdings ist es so wie immer: Die Menge macht das Gift.

Aus diesem Grund mache ich meinem Kleinkind zum Beispiel den Computer abends nicht mehr an, denn das führt nur dazu, dass sie bitterlich weint, wenn ich dann meine, es wäre Zeit ins Bett zu gehen. Eigentlich ist dann an Einschlafen überhaupt nicht mehr zu denken, da mein Kleinkind dann zu einem störrischen Esel mutiert. Mein Fernsehjunkie auf Entzug ist ohne seine Droge kein liebenswertes Kuschelkind mehr, sondern ein Wutbündel, das nur Mamaliebe ertragen kann.  Viel schlimmer aber war es, als ich einmal abends eingeschlafen bin und mein Kind bis Ultimo in der Nacht vor dem Fernseher hypnotisiert in die Röhre starrte.

Alternativen zum Fernsehen

Es gibt keine Alternativen. Wenn es das Lernspielzeug an sich gäbe, würden alle Eltern ihr Kind den ganzen Tag davor sitzen lassen und am Ende wären wir eine Albert-Einstein-Gesellschaft. Kinder lernen mit der Entwicklung ihres Gehirns und dabei vor allem mit der Anpassung an das Soziale. Kein Gegenstand der Welt ist schwerer zu verstehen als menschliche Beziehungen und diese sind auch am schönsten. Egal, was ihr also mit euren Kinder macht, es ist immer am besten, wenn sie es mit anderen oder gar mit euch machen.

So gibt es beispielsweise auch nicht DAS Kinderbuch, sondern Kinderbücher, die eure Interaktion unterstützen. Kinder schauen sich Bücher anfangs nicht alleine an, weil sie alleine noch keinen Bezug zu diesen unbewegten und unbewegenden Bildern aufbauen. Mama oder Papa müssen da erstmal mit dabei sein. Im Gegensatz zum Fernsehen vollzieht sich das Ganze dann interaktiver. Mein Kleinkind ist dabei schon ein herrisches Wesen und bestimmt ganz genau, wann Mama die Seiten umblättern darf. In der Regel ist die Plastizität des Buchs da schon ein wichtiges Kriterium. Riesengroß kommt dabei bei ihr immer gut an, vor allem so, dass meine Tochter sich nicht mehr damit richtig bewegen kann. Hinzu kommen dann immer noch die Horden an Kuscheltieren, die dann allesamt auch noch auf mir Platz nehmen müssen und die Welt ist für mein Kleinkind in Ordnung.

Bücher zur Bildung

Wenn ich meine Tochter frage, was gerade im Fernsehen passiert, ist es als würde ich mit einer Wand sprechen, im Buch allerdings will sie die gesamten Gegenstände bezeichnen und sich zurecht finden. Nun gut, jetzt komme ich wie ein Bildungspolitiker daher und versuche euch zu überzeugen, wie wichtig Bücher sind. Nein, ich halte Bücher nicht für wichtig, sondern viel wichtiger ist die Auseinandersetzung mit den Medien und der Welt. Kein passives Bildertanken, sondern geschicktes Interagieren ist angemessen. Bücher sind hierbei eine Hilfe, aber genauso wie aus Lernspielzeug lernt euer Kind hier auch nicht von allein.

Höchstwahrscheinlich prägen wir in den ersten drei Lebensjahren die Grundhaltung von Kindern zu Büchern oder zum Fernseher. Das kann ich mir durchaus vorstellen, aber warum werden Bücher immer so über den grünen Klee gelobt? Natürlich es gibt emotionale und phantasievolle Geschichten, aber ein Instrument, Mathematik, Schreiben, Malen, Zeichnen und soziale Fähigkeiten erlernen Kinder doch dabei nicht. Nur weil jemand liest, ist er noch lange kein besserer Menschen, zudem versacken ja die meisten in Literatur, die ohnehin kaum herausfordert.  Wenn ich früher einen sanften Frauenroman die Seele runterrauschen ließ und mich wie in einem Wasserfall von Wörtern berieseln lassen habe, habe ich nicht mal die Rechtschreibung oder Grammatik richtig erlernt. Eher war es auch dort eine Weltflucht nach Innen in eine eher heile Welt. Die bunte ideale Mädchenwelt, die einer dann mit Barbies nachspielt und worüber sich die zukünftige Frau von Welt in der Bravo Girl informiert. Nein, viel habe ich dabei nicht gelernt.

Weil euer Kind Bücher liest, bedeutet das nicht, dass es nun alles werden kann und zu den großen Genies aufsteigt. Darum geht es vielleicht auch gar nicht. Bücher aber zeigen, dass Eltern sich Gedanken um das richtige Medium machen und hierbei kann die Auswahl schon einiges an Stütze in der Pädagogik sein. Eins sollten wir nämlich wissen, das Ganze sind Hilfsmittel bei der Interaktion zwischen uns.

Tipps für das richtige Buch

Ich hatte ja schon einige Bücher vorgestellt. Es gibt wunderschöne Bücher, die viele unerwartete Wendungen haben, so dass auch die ernste Mutti sich das Schmunzeln nicht immer verkneifen kann. Es gibt wundervolle Zeichnungen, die gerade in ihren Details in Erinnerung bleiben und die auch künstlerisch einiges an Wert besitzen und nicht achtlos für den Markt dahin produziert werden. Es gibt Geschichten, die uns mitnehmen und die auch schon mal bei Kindern zu moralischen Fragen herausfordern. Ein Beispiel wäre sodas Grüffelo-Kind. Es geht nicht etwa um perfekte Mädchen mit kleinen Zöpfchen und geschniegelte Jungen, die auch aus der Führerpropaganda im zweiten Weltkrieg stammen könnten, sondern es geht um ein kleines liebevolles Monsterkind, das sich auf die Suche nach einer gefährlichen Riesenmaus begibt.

Charaktere, die binden

Statt also euren Kleinkinder, Babys oder Enkel mit leblosen Baubücher zu beschenken, nehmen diese lebenden Wesen uns mit. Als Kind ist mir so zum Beispiel immer die Geschichte von den Tieren, die den Wald verließen in Erinnerung geblieben. Ihr braucht meines Erachtens keine riesigen Fühlbücher, denn in der Welt gibt es so vieles zu erfühlen, geht eher in Richtung Charakter, deren Geschichte auch eine Geschichte zwischen euch und eurem Kind wird.

Natürlich hat meine Tochter auch eine Vorliebe für die Feuerwehr und andere große, möglichst männliche Baugeräte, aber die Aufmerksamkeit verfliegt schnell und diese Bücher könnt ihr auch in der Bibliothek ausleihen, um sie dann bald wieder zu vergessen. Ich kann euch nur empfehlen, gerade nach diesen Figuren wie dem Grüffelo-Kind Ausschau zu halten, an die ihr euch noch Jahre später erinnert.

Was macht solche Charaktere aus? Ich finde große Augen und ein liebevolles Gesicht sind besonders wichtig. Gerade für noch sehr kleine Kinder sind solche riesigen Kulleraugen eine Identifikationsfläche. Meine Tochter konnte hatte diese Bücher mit fünf Monaten bereits sehr gern. “Das sehr unfreundliche Krokodil” ist dabei ein Buch, wo mir gerade die Zeichnung der Figuren wunderbar gefällt und auf die mein Baby immer schon mit einem explosiven Da gezeigt hat. Die Kulleraugen rollen da nur so über die Seiten.

Wenn ihr also das richtige Buch für eure Kinder oder Enkel sucht, solltet ihr darauf Wert legen, dass sich eure Kinder mit dem Buch identifizieren können. Nun habe ich ja von Unique Editions ein personalisiertes Kinderbuch gesponsert bekommen. Ich war allerdings sofort von den Büchern überzeugt und habe mir selbst eine Ausgabe gewünscht. Ich durfte das Buch netter Weise dreimal verlosen und frage mich gerade, ob es bei den Gewinnern schon angekommen ist. Vielleicht gebt ihr mal Rückmeldung, wenn es angekommen ist.

Unser personalisiertes Buch (für den Blog etwas entpersonalisiert ;))

Unser personalisiertes Buch (für den Blog etwas entpersonalisiert ;))

In diesen personalisierten Kinderbüchern jedenfalls bauen die Herrschaften das Gesicht eures Kindes in die Geschichten mit ein. Auch ihr als Eltern könnt mit dabei sein. Ich habe mich für eine tierfreundliche Gartenlandschaft entschieden, die mein Kind dann mit einem Eimer und einer Schaufel bearbeitet. Überall sind dann Tiere mit ihrem Gesicht.

In Frankreich hat das Buch sehr gute Kritiken bekommen und ist nun seit kurzem auch in Deutschland erhältlich. Einerseits finde ich schön, eine Art klitzekleines Fotoalbum mit meiner Tochter zu haben, denn wegwerfen werde ich es im Leben nicht; andererseits gefällt das Buch meiner Tochter wirklich gut, so dass sie es die ersten Tage überall mit hinnahm. Solche Bücher ermöglichen gerade bei ganz kleinen Kindern viel Interaktivität zwischen Eltern und Kind aufzubauen und Faszination für die Geschichten zu entwickeln. Da die Markteinführung noch kurz zurückliegt und Unique Editions noch nicht so viele Fans auf ihrer Seite hat, gibt es nun 20% Rabatt auf diese Bücher. Ihr müsst bei der Bestellung nur folgenden Gutscheincode : “Pusteblume” eingeben. Ich hoffe es nützt euch etwas.

Alles Liebe

Eure Maja

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Unsere Mamabesserwisserblogs – Mal eine Meinung zum Kinderschlagen und warum wir darüber reden müssen

9. April 2012
"Beschütz mich Stern", ist nun immer mit dabei :)

"Beschütz mich Stern", ist nun immer mit dabei :)

Bin ich eine Mama, die weiß, wie die Dinge laufen? Auf keinen Fall. Es gibt wohl einige Punkte, zu denen ich allerdings eine Meinung habe. Das Stillen ist zum Beispiel nach WHO bis zum zweiten Lebensjahr empfohlen und Studien zeigen, dass es viele positive Folgen für das Kind hat. Eine Studie aus Freiburg konnte zum Beispiel nachweisen, dass Stillen vor Infektionskrankheiten schützt. Diese Erfahrung hat sich bei mir und meiner Tochter voll bestätigt. Zeitweise war unsere WG ein einziges Lazarett und eigentlich wäre es sogar gut gewesen, wenn mein Baby dann auch krank im Bett gelegen hätte. Sie aber eine unerschütterliche Gesundheit und ist den ganzen Tag auf mir nackt (im Winter) rumgeturnt. Ich glaube bis jetzt war meine Tochter einmal krank.

Stillen

Da ich also das beste für mich und mein Kind wollte, bedeutete es, dass das Stillen durchziehe und Widerstände in Kauf nehme. Genaueres zu diesen Widerständen Stillen hatte ich ja schon bei Chris von Sparbaby geschrieben. Nun kenne ich natürlich viele extreme Fallbeispiele, bei denen es beim besten Willen nicht ging. Diese Mamas füttern zu oder geben das Fläschchen und darin sehe ich kein Problem. Es gibt aber auch Mütter, die vor allem sagen, dass sie ihre Kinder nicht stillen, weil es ihnen zu anstrengend ist und sie vor allem noch Frau sein wollen. Bei diesen MüttÜern frage ich mich, warum sie sich dann für Kinder entschieden haben, wenn sie diesen geringen Gegenwind nicht verkraften und das Baby sofort ins Korn werfen.

Kinder schreien lassen und Kinder schlagen 

Zum zweiten halte ich es für wichtig, seine Babys nicht schreien zu lassen oder ihnen auch nicht schon von harter Hand das Erziehungs-Abc beizubringen. Auch hier zeigen Studien, dass dies vor allem der Gehirnentwicklung der Kinder schadet und diese so zum Beispiel viel eher später von Ängsten befallen werden und weniger Selbstbewusstsein haben. Auch hier sind Mütter, die vielleicht nicht aus Unwissen, sondern vor allem aus Faulheit ihre Kinder derart erziehen für mich nicht diskutabel.

"Neeinoo, Mama wir gehen hier lang"!

"Neeinoo, Mama wir gehen hier lang"!

Schließlich sind Eltern, die ihre Kinder schlagen, für mich nicht akzeptabel. Auch hier zeigt zum Beispiel netzwerkB die Konsequenzen. Kinder, die geschlagen werden, neigen zu geringerem Selbstbewusstsein. Eingeschüchtert sagen sie vielleicht seltener “nein” und haben tatsächlich weniger Wutanfälle (gut für die strenge Mutti). Dies bedeutet aber auch für später, dass sie im Falle von sexualisierter Gewalt weniger “nein” sagen und sich in den Beziehungen zum Täter sogar partiell aufgewertet fühlen. Schaut man sich die Beziehungen von Tätern zu ihren Opfern an, so sind es oftmals Opfer ohne viel Selbstbewusstsein. Hier findet durch die elterlicher Erziehung eine Vorprägung statt und in der emotionalen Nähe, die die Täter dann zu ihren Opfern aufbauen, ist es dann nach einer langen vertrauensvollen Beziehung ein Leichtes, dieses Vertrauen schamlos auszunutzen. Betroffene sexualisierter Gewalt befinden sich häufig Jahre in emotionalen Abhängigkeitsverhältnissen zu den Tätern. Wer nun glaubt dies sei selten, kann gewiss sein, dass es in Deutschland allein 10 Millionen Betroffene gibt. Das Ärzteblatt geht sogar von noch mehr Betroffenen aus.

Nun es mögen viele die kausalen Zusammenhänge nicht sehen, aber bei 51 Prozent der Eltern, die ihre Kinder noch schlagen, kann ich nur die Schweden begrüßen, die Eltern sogleich über 10 Monate hinter Gitter bringen und ihnen sofort die Kinder wegnehmen. Vielleicht verstehen wir das in unserer Kultur nicht, aber in Schweden ist es umgekehrt für alle undenkbar ihre Kinder zu schlagen. Nicht umsonst hat Astrid Lindgren auch den Literaturnobelpreis gewonnen.

Warum Mamablogs alles besser wissen sollten

Nun kommen wir mal zum Thema. Mamas sind oftmals überfordert, was aber dann auf den meisten Ratgeberseiten kommt, sind Ratschläge die das Allgemeinste vom Allgemeinen zusammenfassen. Ideen, dass wir unsere Kinder maßregeln müssten, stellen die Autoren ohne Bezug zur Realität dar. Ich selbst bin mir auch oftmals sehr unsicher, was, wie, wann und wo ich alles falsch mache. Erziehung ist definitiv keine leichte Aufgabe und oftmals glauben wir, es gäbe den Kniff. Eine Art Bewegung oder Wortformel, die unsere Kinder in brave Schäfchen verwandelt, die genau nach unserer Pfeife tanzen.  Die Gesamtheit der Erziehung aber steht im Mittelpunkt.

Miss Moon hat nun einen Artikel geschrieben, wobei die Ratschläge sicher diskutabel sind, aber die Tatsache, dass sie ihre Erfahrungen mit uns teilt und daraus die Regeln ableitet und diese auch noch persönlich zur Diskussion stellt, empfinde ich als einen der Fortschritte, die uns das Internet bringt. Wir sollten uns ernsthaft der Erziehungsdiskussion stellen, denn ich bin der Auffassung hier ist vieles falsch gelaufen. Wir dürfen unsere Kinder nicht privat erziehen, weil die Kinder nicht uns gehören, sondern sich selbst. Das heißt, vieles in der Familie ist nicht Privatangelegenheit. Das mag für euch überzogen klingen, aber wusstet ihr, dass es in Deutschland zum Beispiel keine Anzeigenpflicht für sexualisierte Gewalt gibt? Das heißt, wenn ihr wüsstet, dass ein Kind, das ihr kennt, missbraucht wird, müsstet ihr es nicht anzeigen und ihr würdet euch damit nicht strafbar machen. Aber es kommt noch doller: Ihr müsstet es nicht mal melden. In Deutschland gibt es hierfür keine Anzeigen- und Meldepflicht.

Natürlich ist das ein Phänomen, dass Mamas nun mit den Blogs ihre Ratschläge verteilen. Ich finde das allerdings gut, wenn es offen für Diskussion ist und da finde ich den Facebookkommentar nicht so schön (Facebookdiskussion). Wir wissen heute noch nicht viel über die Entwicklung unserer Kinder und seitdem die Soziologie mehr und mehr Studien in den Raum wirft, tut sich in den letzten Jahrzehnten ein gesellschaftliche Abgrund auf. Wie Norbert Denef von netzwerkB glaube ich auch, dass die hohen Zahlen an sexualisierter Gewalt Gründe haben. 10.000.000 Betroffene haben eine Ursache, die wohl gerade dort zu suchen ist, wo wir unsere Gewalt weitergeben und so müssen wir die Gründe in der Erziehung suchen.

Erziehung als Privatsache?

Grundsätzlich denke ich, dass Erziehung keine Privatsache ist und niemand einfach mal so machen sollte. Es ist keine Frage der persönlichen Auffassung, sondern es ist die gesamtgesellschaftliche Frage, was für unsere Kinder das Beste ist. Sicher ich stille sehr lange und das kann nicht jede Frau. Dies sind Grenzfragen, aber beim Schreienlasssen oder beim Schlagen gibt es recht eindeutige Befunde. Der größere Teil der Eltern denkt dennoch anders und das sehen wir daran, dass trotz des gesetzlichen Verbots Kindern auch nur einen Klaps zu geben, Eltern immer noch ihre Kinder schlagen. So verwundert mich auch nicht, dass es immer noch zu folgenden Kommentaren kommt:

“Frau kann das Baby auch mal schreien lassen, wenn sie auf dem WC oder unter der Dusche ist! Es wird bald lernen, dass Mama ein paar unaufschiebbare Bedürfnisse hat.”

“So ist es. Es macht den Anschein hier als hätten diese jungen Mütter nicht von ihren Eltern gelernt. Gerade die Artikel mit all den zum Teil doch hysterischen Ratschlägen. Eine richtige Mutter braucht bestimmt keine diese Ratgeber-Kinder-Bücher zu lesen. Sie lernte das Handwerk von der eigenen Mutter.” (http://blog.tagesanzeiger.ch/mamablog/index.php/23293/geniessen-geniessen-geniessen/#comments)

 

Im Letzten Kommentar liegt das Problem verborgen, die meisten Mütter, die alles anders machen wollen, lernen das “Handwerk” von ihren Eltern und dann gibt sich die Gewalt von Generation zu Generation weiter. Ich glaube allerdings, dass wir uns nun in einer Umbruchphase befinden. Schweden macht es vor und auch die anderen Länder müssen folgen, um schließlich eine gesunder Gesellschaft hervorzubringen. Zwar ist es richtig, dass wir auch so bisher groß geworden sind, aber wir wollen nicht nur leben, sondern auch glücklich leben, daher ist es an der Zeit, dass die Gesellschaft sich wandelt. Aus diesem Grund finde ich gut, wenn Mamas sich öffentlich mit Besserwisserblogs zu Wort melden und so das Thema überhaupt erstmal diskutabel machen.

Wenn ihr noch mehr zum Nachdenken anregen wollt, könnt ihr gerne diesen Beitrag weiterteilen :)

Alles Liebe

eure Maja

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Was haltet ihr von autoritärer Erziehung (An Kindern herumziehen)

4. April 2012
Wie streng sollten wir sein?

Wie streng sollten wir sein?

Glücklicherweise hat mein Kleinkind nun seinen 24-stündigen Wutanfall so gut wie hinter sich gelassen. Sie lacht und freut sich wieder auf den Spielplätzen oder bei Ausflügen in den Wald. Das ist ganz schön, weil ich nicht mehr einen schreienden Schlagbolzen durch Köln tragen muss und die Leute mich nicht mehr für ein herzloses Miststück halten. Dennoch kam kürzlich wieder eine alte Dame auf mich zu und erklärte, dass mein Kind überhaupt nicht erzogen sei. Mein Kind staunte sie mit großen Augen an und ich hatte das Gefühl, sie wollte mir eigentlich erklären wie ich mein Kind richtig schlage.

Natürlich ich bin relativ antiautoritär und mittlerweile setzt sich ja wieder die Regelauffassung durch, so dass ich nach Auffassung vieler mein Kind natürlich völlig falsch erziehe. ”Kinder erziehen” aber ist schon eine merkwürdige Wortkombination. Es hört sich an als würde ich an meinem Kind herumziehen, so lange bis es groß ist. Leider allerdings bin ich mir häufig ziemlich unsicher und selbst nicht genug erzogen, um meinem Kind zu viel zu befehlen.

Das Problem ist, es gibt viele Meinungen zur Erziehung, aber sie sind oftmals nur Meinungen. Aus diesem Grund versuche ich meine Meinungen immer mit persönlichen Erfahrungen zu verknüpfen, ohne dass ich dabei meine Erfahrungen überhöhe. Ich verstehe meine Texte als Denkanstösse auch für mich selbst. Ich glaube es ist wichtig, dass wir uns mit Erziehung und unseren Erfahrungen auseinandersetzen und vor allem darüber nachdenken und dabei erziehen auch uns selbst. Ganz ehrlich seitdem mein Kind schnell mal aus Mücken Wutelefanten zaubert, bin ich viel ruhiger geworden, so dass mich selbst ein Banküberfall nicht mehr aus der Ruhe bringen würde. Wahrscheinlich würde ich den Bankräuber streicheln wollen und seine fehlende Mutterliebe ausgleichen wollen.

Andere Internetseiten geben im Gegenzug recht eindeutig wieder, was sie unter artgerechter Kindshaltung verstehen. Dabei geht oftmals einiges an Argumenten schief und am Ende hat man nicht mehr als eine Meinung getankt, die einen vielleicht bei dem, was wir falsch machen bestärkt. Ich denke es liegt daran, dass viele andere Seiten schlicht Content (das ist verkaufsfähiger Inhalt) produzieren. Mit journalistischen Phrasen zur Kindererziehung beginnt es zumeist:

“Wer Kinder erzieht, braucht gute Nerven, einen großen Rucksack voller Liebe und den Mut, auch in den so genannten modernen Zeiten ohne Scheu Vorbild und Leithammel zu sein. Kindern Regeln zu geben, ist keine Bevormundung, sondern ein sinnvoller Akt. Kinder sind weder kleine Erwachsene noch Partnerersatz. Mit liebevoller Konsequenz gibt man ihnen ein gutes Rüstzeug fürs Leben. (http://sigrid-stephenson.suite101.de/konsequente-erziehung-kinder-brauchen-regeln-a47674)”

Hier lullt die Argumentation schon geschmeidig den Leser ein. Natürlich es ist immer einfach, mit seinen Kindern schlicht streng zu sein und Regeln aufzustellen, die Kinder befolgen müssen. Für mich hat es allerdings weniger mit Liebe zu tun, wenn ich jemanden anderen sage, was er tun soll.

Wie sollen wir unsere Kinder erziehen?

Mit Pippi Langstrumpf sieht die Vision von unseren Kindern und ihrer Erziehung allerdings anders aus. Pippi ist das alternative Erziehungsmodell. Sie wandert durch alle Gesellschaften und gefällt den Kindern, aber selten autoritären Eltern. Astrid Lindgren ging es darum, dass wir uns als Eltern oft in ein enges Regelkorsett einschnüren und glauben, dass bestimmte Regeln die richtigen sind.

Vielleicht aber lernen Kinder, die nötigen Regeln, wenn sie im Spiel mit anderen erfahren, was es heißt, mit der Welt umzugehen. Ich lehne also nicht sogleich ab, was oben im Zitat steht, aber es stellen sich Fragen und es ist nicht die erste Auffassung von Erziehung. Doch mit diesem Zitat eingeleitet, setzt sich die elterliche Verbohrtheit der Autorin fort:

“Wenn Ihr Kind den Computer ausschalten soll, reagiert es nicht auf Bemerkungen wie: “Hab ich dir nicht schon tausend Mal gesagt, dass du nicht so lange vor dem Ding sitzen sollst?” Sagen Sie stattdessen: “Leon, mach bitte den Computer aus. Jetzt. (http://sigrid-stephenson.suite101.de/konsequente-erziehung-kinder-brauchen-regeln-a47674)”

Die Mutter ist offensichtlich etwas angefressen, weil ihr Kind nicht hört. Bemerkt der Autor aber eigentlich, dass die Mutter womöglich den Satz “Leon, mach bitte den Computer aus.” schon ein paar mal gesagt haben muss, bevor sie sich dazu hinreißen lässt, ihn in dieser Weise zu belehren? Der Autor macht es sich theoretisch einfach und empfiehlt mit Richter-Gnadenlos-Mentalität zu befehlen. Was aber wenn die Kinder nicht folgen und Eltern schlicht genervt sind, weil Kinder so schnell Reglen ohne Gewalt nicht erlernen? Wie wäre es denn mit dem Versuch Kinder als schon denkende Wesen anzunehmen oder die zumindest lernen sollen, in die Welt unserer denkenden Wesen anzukommen? Doch auch hierzu hat der Erzieher “Gnadenlos” eine eindeutige Position:

“Diskussionen bringen nichts – Kinder mit Ruhe und ohne Machtspielchen erziehen” Natürlich müssen Sie Ihre Kinder ernst nehmen. Mit größeren Kindern lässt sich auch trefflich diskutieren, über die Wichtigkeit von Tatoos ebenso wie über das Schicksal der Welt an sich. Aber wenn Sie etwas durchsetzen wollen, weil es sinnvoll ist und nicht weil Sie es auf Machtspielchen anlegen, bringen Diskussionen nichts. (http://sigrid-stephenson.suite101.de/konsequente-erziehung-kinder-brauchen-regeln-a47674)”

Erzieher “Gnadenlos” ist also der Auffassung, dass wir mit aller diktatorischen Liebe, die wir haben, unsere Kinder vor allem dazu nötigen, das zu tun, was wir wollen. Das wir vielleicht vernünftige Gründe haben, bestimmte Dinge zu tun, spielt keine Rolle. Vielleicht, so meine ich, kommt es aber überhaupt nicht darauf an, dass wir uns durchsetzen? Im Weiteren verrät der Autor, warum er glaubt, dass wir das Recht auf Durchsetzung haben:

“Sie sind der “Chef”, nicht Ihr Kind. Schreien Sie nicht, denn das tun nur verunsicherte Chefs, die niemand ernst nimmt. Sagen Sie mit ruhiger und fester Stimme, was Sache ist. (http://sigrid-stephenson.suite101.de/konsequente-erziehung-kinder-brauchen-regeln-a47674)”

Viel erklären und wenige aber wichtige Regeln bestimmen zur Zeit unseren Alltag

Viel erklären und wenige aber wichtige Regeln bestimmen zur Zeit unseren Alltag

Ihr seid also keine Eltern, die ihre Kinder offen und beherzt an die Welt führen wollen, sondern ihr führt eine Mutti-Corporation, wo es darum geht eure Kinder zu managen. Ihr seid der Chef, der Chef, der Chef, in Fachkreisen auch der Boss genannt (das heißt eigentlich seid ihr das so gut wie nie, außer zu Hause, denn da kann euch ja niemand so richtig in Frage stellen, denn andernfalls gibt es abends kein Essen oder das Wetter wird nicht gut).

Nun ich bin nicht der Chef meines Babys, meines Kleinkindes. Natürlich tut sie Dinge, die nicht gut sind und darauf muss ich sie hinweisen, ob allerdings diese plakative autoritäre Erziehung des Autors weiterbringt, wage ich zu bezweifeln. Mit all den hohlen Phrasen bestätigt der Autor nur Eltern, die gerne wieder strenger sein möchten. Über die positiven Tätigkeiten der Kinder aber berichtet der Autor kaum. Kinder spielen und geben sich gerne selbst Regeln, sie versuchen mit uns auf eine Ebene zu kommen. Ich bin der Meinung Kinder brauchen keine Regeln von uns, sondern diese kommen von allein im sozialen Miteinander. Das heißt nun nicht, dass ich bei meiner Tochter alles durchgehen lasse, aber ich will, dass sie selbst die Regeln lernt, die in der Gesellschaft nötig sind.

Alles Liebe

Eure Maja

 

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Wie du dein Wutkind verstehst und deine Nerven beruhigst

31. März 2012
Mein Trotzkopf hat sich mittlerweile wieder beruhigt

Mein Trotzkopf hat sich mittlerweile wieder beruhigt

Eigentlich gefiel mir niemals dieses Wort. Dieses Wort, das du benutzt, wenn dein Kind sich auf dem Bürgersteig auszieht, wenn dein Kind schreiend durch die Kaufhäuser läuft oder sich voller Wut auf dem Spielplatzboden windet und die Augen der Elternwelt auf dich gerichtet sind. Mit gefiel noch nie dieses Wort “Trotzkind”, denn in dem Wort kam schon zum Ausdruck, dass mein Kleinkind ein Verhalten hätte, das sich vor allem gegen die vernünftige Person richten würde, die in mir erwachsen geworden sei. Dieses Wort drückte aus als würde mein Kind sich mit allem Verstand gegen mich entscheiden als wäre ich schuld an seinem Verhalten.

Mein nun fast zweijähriges Kleinkind steht heute mit einem Eimer als Hut im Wohnzimmer und hält ihren weißen Plüschdalmatiner im Arm. In der anderen Hand hat sie einen Kochlöffel, der die Welt zu einer riesigen Trommel verwandelt. Sie freut sich über die Welt und selbst dieses penetrante Dauerklopfen ist eine Erleichterung, denn die Tage zuvor hatte sie nicht mehr aufgehört, alles mit Wut und nervenabtötendem Stimmgeröll zu kritisieren. Der Grund war einfach, ich hatte sie vernachlässigt. Der Trotz kam nicht aus einem bösen Urgrund ihrer Seele, sondern war begründet in meiner Verhaltensweise. Nachdem wir also mehrere Tage nacheinander die Spielplätze der Welt unsicher machten, die Sonne in unsere Herzen lachte, ist die Wut wie mit einer Pusteblume davon gepustet und mein Kind spielt wieder alleine. Mama darf also ein bisschen über die Wut der Kinder bloggen. Diese Wut kann Ursachen haben, die in unserem Verhalten liegen und oftmals ist es sehr schwer herauszufinden, was wir falsch machen.

Spielplatz, das Anti- Trotz-Camp

Spielplatz, das Anti- Trotz-Camp

Warum trotzen Kinder also?

Nun es mag oftmals einen nahe liegenden Grund geben, warum Kinder trotzen. Doch manchmal gibt es diesen auch nicht. Zumindest ist er nicht in den Horizonten begründet, die wir verstehen können. Dennoch gibt es allerlei Erklärungen, die Ratgeber den Eltern ins Hirn matern:

  • Dein Kind hat in den Stürmen seiner Entwicklung sein hell leuchtendes Ich entdeckt und mag nicht mehr so ganz mit dem Ich, das sich hinter der Muttihülle versteckt vereinen. Die Zorneswellen schlagen also auf in der doch so widerlichen Muttibrandung
  • Dein Kind ist ein einziger Machtkomplex, der die Welt zu seinem Untertan machen möchte, sobald aber die Welt nicht im Rahmen der freien Fantasie verwaltbar ist, implodiert der innere Herrscherthron und der kleine Babyhulk zertrümmert die Seelenlandschaft älterer Artgenossen: “Baby, wütend, wooooaaaaaarrrrr”
  • Weil Kinder noch nicht den Weg in unsere verbal stimulierende Kommunikationslandschaft gefunden haben, sie noch nicht mit diversen Fäkal- und Kraftausdrücken ihren Gefühlen ein schallendes Substrat geben können, werfen sie sich zu Boden und strampeln nach der Waldorfmethode ihre Gefühle
  •  Dein Kind hat ein sich entwickelnden Gehirn, das Gefühle zumeist noch nie erlebt hat. Irgendwann entfesselt sich dann eine unhaltbare Kettenreaktion. Der kleine Schmetterlingsgedanke am einen Ende des Gehirns kann am anderen Ende des Gehirns einen Wutorkan entfesseln
Gleichsam diese Gedanken alle plausibel sind, helfen sie uns Eltern nicht wirklich weiter. Zudem passen Sie immer aus der Sicht der Erwachsenen auf die Entwicklung der Kinder, aber das Kind in der konkreten Situation verstehen wir nicht. Einen eher evolutionstheoretischen Ansatz liefert nun Herbert Renz-Polster. Nachdem Wutanfälle in allen Kulturen und sogar bei unseren nahen Verwandten, den Affen, zu entdecken waren, sie also schlichtweg eine natürlich sind, geht Renz-Polster schlichtweg davon aus, dass Wutanfälle im Kleinkindalter einen evolutionären Sinn haben und nicht zu stoppen sind. Dies ist zwar auch ein Ansatz, der keineswegs konkret weiterhilft, aber er hilft uns, Kinder zu verstehen und so sensibel mit ihnen umzugehen.

Nach Renz-Polster haben Kinder vor allem diese Wut in sich, die sie vor dem Tod schützen soll. Zumeist tritt die Wutphase im zweiten und dritten Lebensjahr auf und gipfelt in gnadenlosen Schreiattacken und zerfaserten Nervenenden der Mütter. Er stellt fest, dass das Ganze vor allem in der Abstillphase der Mutter stattfindet und hier die Gefahr besteht, dass Kinder tatsächlich verhungern. Auch weil in dieser Phase die Mutter oftmals das nächstältere Kind gebärt, macht es für Mutter Natur Sinn das Kind mit Zorn und Wut auszustatten.

Was also tun, wenn dein Kind explodiert?

Nun Renz-Polster meint, dass selbst Mütter im Tierreich unterscheiden können, ob es bei der Wutphase darum geht, den eigenen Willen durchzusetzen oder ob es schlichtweg ein Zusammenbruch der inneren Ordnung ist. Er meint also beispielsweise, dass nicht immer gnadenlose Konsequenz angemessen ist und es eine Frage der Abwägung ist. Dem Kind immer den Willen zu gewähren, weil es gerade mal bockt, wäre sicher falsch, aber es immer eiskalt stehen zu lassen und beispielsweise grausam in ein Wutzimmer zu sperren, wäre noch fataler.

Zunächst lassen sich Kinder nicht beruhigen. Sie sind in ihrer Wut gefangen und dieses tosende Meer muss sich von allein beruhigen. Steht daneben und wartet oder beginnt leichte Aufräumtätigkeit. Ignoriert aber euer Kind nicht völlig, versucht nicht überzogen streng zu sein. Dies versteht das Kleinkind nicht. Macht auch mal eine Ausnahme, wenn es gerechtfertigt ist. Vor allem aber akzeptiert, dass das Kind euch nicht erziehen will, sondern dass die Wut einfach zur normalen Entwicklung dazugehört. Den ganzen Artikel zu den Wutkindern aus “Kinder Verstehen” könnt ihr unter folgendem Link nachlesen:

Das Buch “Kinder Verstehen”, das uns Chris von Sparbaby freundlicherweise gesponsert hat, zeigt diese unkontrollierbare Wut als etwas natürliches. Wenn ihr wollt könnt ihr dieses Buch natürlich auch bei meiner Verlosung gewinnen, die noch bis zum 08. April (2012) läuft. Ich würde mich definitiv freuen, wenn ihr mitmacht.

Das Buch hat mir vor allem geholfen, mit viel Geduld die Naturkatastrophe “Wutkind” zu ertragen. Nun können wir beide, ich und mein Kleinkind, auch wieder lachen. Wenn mein Kleinkind nun mit einem Löffel auf ihren Eimerhut schlägt, dann freut sie sich wieder. Für die restliche Zeit gilt:

Mein Kind ist ein wildes Meer, das sich manche Tage sanft an meine Seite kuschelt und mich wie einen Sommersandstrand umfließt, dann ist mein Kind im Sinne der Gezeiten, ein gutes Stück Natur, das wilde Wellen schlägt und sich nicht besänftigen lässt; Mutti muss der Fels in der Brandung sein.

 Wie seid ihr mit eurem Wutkind umgegangen, was hat am meisten geholfen? Hier noch eine kleine Umfrage:

 

Was tust du, wenn dein Kind explodiert?
Ich stehe als Moralische-stütze daneben
Ich bemitleide meinen Troll
Ich klemme mein Kind unter den Arm und flüchte
Ich lege mich daneben und zeige wer hier König im Trotzberg ist
Ich sende Stoßgebete an Budda, Allah, Gott und alle mir noch bekannten Götter
Ich schimpfe mit dem unvernünftigen Kind
Ich rufe meine Mutter an und frage um Rat
Ich meditiere und zähle das Mütter- Mantra auf
Auswertung

 

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