Vom Unsinn des Betreuungsgeldes – Frühkindliche Betreuung erhöht die Intelligenz
1. April 2012Geld ist irgendwie wichtig, aber einer Mutter ist schnell bewusst, dass Geld oftmals wenig bedeutet. Ich komme tatsächlich mit sehr wenig Geld klar und HartzIV plus Kindergeld ist für mich ein purer Luxus. Dennoch würde ich lieber das Kindergeld abgeben und meinem Kind davon einen Kindergartenplatz kaufen. Ich denke es wäre so wichtig, dass sie jeden Morgen freudig in den Kindergarten geht, dass ich ihr morgens Frühstück mache, sie einen Schluck Orangensaft nimmt, ich ein paar Gurken serviere, das Pausenbrot mit Herzchenförmchen aussteche (das mache ich wirklich irgendwann), sie anziehe und sie schließlich im Hoppsalauf zum Kindergarten bringe. Ich würde gar ans Ende der Welt gehen, um sie unter andere Kinder und zwar regelmäßig zu bringen. Daher würde ich das Betreuungsgeld der CDU, was jetzt in der Debatte ist, auch überhaupt nicht haben wollen. Ganz ehrlich: Was ich mir wirklich wünsche, ist ein Kitaplatz für meine Tochter und nicht noch mehr Geld, um ruhig gestellt zu sein. Aber wie das so ist als HartzIV-Empfängerin würde ich auch das Betreuungsgeld nicht bekommen. Um es nochmal zu sagen, falls tatsächlich jemand von den Abgeordneten das hier liest: Ich würde gerne arbeiten.
Kitas machen Kinder reich und schlau
Das Betreuungsgeld zeigt mir nun wieder an, dass viele Eltern ihre Kinder lieber zu Hause halten, als sie unter andere Kinder zu bringen. Warum aber wollen Eltern ihre Kinder eigentlich so gerne zu Hause beschützen? Sollten unsere Kinder nicht so schnell wie möglich das Soziale erlernen? Ich erzählte ja schon wie meine Tochter mit mir nur durch Nein-Sagen interagiert. Dies macht sie, weil sie keine andere Wahl hat als sich durch konsequentes Nörgeln durchzusetzen. Andere Kinder aber kooperieren nicht so herrlich wie Mutti, da müsste das Wutkind schnell eine gleichwertige Form des Umgangs finden.
Nun gut, bis hierhin ist alles Spekulation. Studien aus Norwegen belegen nun aber, dass sich Kinder in Kitas besser in unsere Gesellschaft integrieren und so auch eher Erfolg haben. Die ZEIT legte dies einst sehr deutlich dar. Diese Studien aus Norwegen sind wohl ein Schlag ins Gesicht von Eva Herrmann, für sie war schließlich eins klar, dass Mutti auf Arbeit ihre Kinder dem seelischen Lotterleben übergibt. Hermann richtete sich damals auch gegen die Pläne der Bundesregierung, mehr Kinderkrippen zu bauen. So zitiert sie die Zeit: “Jedes schon früh fremdbetreute Kleinkind ist eines zu viel.” Diesen Menschen wie Hermann ist es wohl zu verdanken, dass ich hier immer noch den ganzen Tag Spielkameradin meiner Tochter bin und sie nicht genügend Abwechslung bekommt.
Ich glaube durchaus, dass wir mit dieser Mama-Kind-Kombination eher Sozialkrüppel züchten. Während mein Baby bei der Tagesmutter noch sehr aufgeschlossen mit anderen Kindern spielte, so sieht ein Jahr später ihr Sozialverhalten gänzlich anders aus. Sie hat es schwer mit anderen Kindern Kontakt aufzunehmen. Dies gilt auch für so viele Kinder auf dem Kinderspielplatz. Gestern erst lief meinem Kleinkind ein gleichaltriger Junge über den Weg, der pauschal mal Angst vor meiner Tochter hatte (vielleicht hatte er aber auch schon von meinem Kind aus Dynamit gehört). Ein anderes mal sprach ich mit einer Mutter, die mir erklärte, dass ihr Kleinkind so schüchtern sei, weil es noch nie mit anderen Kindern Kontakt hatte. Als mein Kleinkind von einem anderen Planeten, so staunte der junge Mann mit großen Augen meine einjährige Tochter an:
“Was ist denn das? Es gibt andere kleine Menschen? Ich bin nicht allein?”
Weniger Schulabbrecher, mehr Akademiker
Nach dem Artikel der ZEIT ist das Fazit nun eindeutig: ”Staatlich subventionierte Kinderbetreuung hat starken positiven Einfluss auf das spätere Erwachsenenleben der Kinder”. Wer demnach in einer staatlich finanzierten Kindertagesstätte gewesen sei, habe im Alter von 30 eine bessere Bildung und ein höheres Einkommen. Da der Staat ab 1975 die Kinderbetreuung stark ausbaute, ließt sich dies hervorragend anhand der Daten verfolgen.
Schulabbrecher waren unter den betreuten Kindern wesentlich seltener. Die Wahrscheinlichkeit eine Universität zu besuchen erhöhte sich um sieben Prozent. Bessere Ausbildung bedeutet schließlich besseres Einkommen. Besonders stark war dieser Effekt übrigens bei Kindern aus Unterschichten-Familien (zu diesen gehöre ich ja mit meiner HartzIV-Pauschale auch).
Die einen behaupten also Fremdbetreuung mache depressiv, fördere Alkoholismus und Gewaltbereitschaft, ziehe unsere Kinder in den Abgrund, die Daten aber sprechen klar dagegen. Dies denke ich auch und deswegen finde ich, dass wen wir unseren Kindern das beste tun wollen, sie möglichst früh regelmäßig mit anderen Kindern spielen lassen sollten. Was denkt ihr?
| Wünscht ihr euch für eure Kinder einen KITA Platz? |
| Nein, bis zum dritten Lebensjahr nicht! |
| Ja! |
| Ich bin mir noch unsicher. |
| Auswertung |
Alles Liebe
Eure Maja




















