Babysachen, die einfach nutzlos sind – Die Anglecare- Atemüberwachung

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Für Eltern, die ihr Kind gerne kontrollieren

Für Eltern, die ihr Kind gerne kontrollieren

Pflegeutensilien, Hygieneartikeln ganz Natur, Bio-Waschmittel und Antiallergie-Weichspüler, Strampler in allen Variationen und mit allen erdenklichen Öffnungen und Verschlussmöglichkeiten, Spieluhren, monströse Spielzeugsammlungen, funkelnd, grell und tönend, das erste Baby-Lern-Packet, der Babyporsche mit allen Extras (automatische Fensterheber), die wohlige Wärmelampe über dem Wickeltisch, der Ultra-Thermo-Baby-Schlafsack für den Nordpol, der Fläschchenwärmer, die Destilliermaschine, Pulvermilchnahrung mit Extra-Vitaminen (?), der zahngerechte Nuckel, das sturzsicher Kinderbett(-Alcatraz) mit schlafgerechter Matraze und natürlich so hilfreiche Sachen wie der Feuchttücheranwärmer und Atemüberwachungsmatten – all diese Dinge überfallen wie von selbst werdende Eltern, die noch gar nicht wissen können, was sie erwartet. Vor dem inneren Auge ziehen sie ihr Baby ganz harmonisch mit all den süßen kleinen Stramplern an und machen die Küche seelenruhig für die Babykost-Zubereitung betriebsfertig. Sie staffieren das neue Kinderzimmer mit all diesen Extras aus, nur eines können sie dabei nicht kennen: die kleinen Terroristen, die manchmal unablässig schreien und sich von all dem technischen Krims Krams und dem lange vorbereiteten Umfeld einfach nicht so schnell beeindrucken lassen. Deswegen von mir an die werdenden Eltern vorweg: Viele von diesen Dingen benötigt ihr einfach nicht und kauft diese Dinge, wenn es soweit ist und ihr der Meinung seid, dass es nicht anders geht. Das spart nämlich vor allem Geld.


Das Anliegen dieser neuen Post-Serie
Ich selbst lebe recht spartanisch und denke, dass das im Umgan mit mein Baby nicht ganz verkehrt ist. Sie weiß, die Reichtümer der Werbewelt ohnehin noch nicht zu schätzen. Ganz im Gegenteil, ich glaube, dass viele der technischen “Errungenschaften” vielleicht auch gerade von der eigentlichen Sache, nämlich dem Baby, ablenken. Ich gehe ja auch davon aus, dass früher schon die so genannten Horden, ihre Kinder irgendwie groß bekommen haben, sonst wären wir ja jetzt nicht da. Also ist vieles erstmal nicht notwendig. Natürlich, einige Dinge können uns den Alltag wahnsinnig erleichtern. Das bestreite icch nicht. Viele Dinge lenken uns aber von einer wahren Beziehung zu unseren Kindern ab.

Es wird heute soviel für werdende Eltern angeboten und manchmal ist das nur Geldmache. Was nun wirklich unnütz ist, kann ich natürlich auch nicht 100 prozentig entscheiden, dennoch möchte ich mich in der nächsten Zeit den Baby-Technik-Errungenschaften widmen, die für die “Babyaufzucht” (entschuldigung, aber so muss man das teilweise nennen, nachdem, was dort geboten wird) nur sehr wenig Sinn ergeben.

Natürlich möchte ich dabei auch einige Dinge nennen, die für mich nützlich waren oder die ich mir gerne gewünscht hätte und was ich in der Schwangerschaft vielleicht noch als “Blödsinn” abstempelte. Im Vordergrund aber steht der Unfug der Babyindustrie. Und vielleicht hilft das ja einigen Müttern und Vätern von euch. Bei dem ersten Thema geht es gleich um eine sehr wichtige Frage, nämlich den plötzlichen Kindstod.

Angst vor dem plötzlichen Kindstod und die Anglecare Atemüberwachung
Die Angst der Eltern ist natürlich ein lukratives Geschäft, denn hier kann der Händler schnell verkaufen und zwar auch, was nur bedingt hilfreich ist. Eine Angst junger Eltern ist dabei der plötzliche Kindstod. Neuerdings gibt es hier eine technische Neuerung die Abhilfe verspricht. Viele überzeugte Mütter schreiben, dass sie es dieser Neuerung zu verdanken haben, dass sie nun wieder ruhig schlafen können, aber das sind wohl nur Werbezeilen (dazu gleich mehr).

Das Wunderding jedenfalls nennt sich “Atemüberwachunsmatte”. Diese Matten legen besorgte Mütter unter die Matratze des Babys und sollte es nur für 20 Sekunden aufhören zu atmen, piept das Babyfon im Schlafzimmer der Eltern. Mit vorher erfolgreich bestandenem Erste-Hilfe-Kurs weiß Mutti dann natürlich, was in einer echten Notsituation zu tun ist und kann dann entsprechend handeln. So weit so gut. Häufig kommt es aber wohl vor, dass das Babyfon piept, die Eltern verzweifelt ins Kinderzimmer stürmen und das Kind friedlich (und vor allem atmend!) im Bettchen schlummert. Fehlalarm! Geht es nun mit Puls 380 in den so versprochenen, ruhigen Schlaf? Eine Mutter berichtet:

“Hallo, so ganz langsam bin ich geneigt das Teil aus dem Fenster zu schmeißen. 3 Mal in den letzten 40 Minuten sprang es an, vor einigen Tagen auch schon mal. Komme ich dann in den Raum und schaue Pierre an, atmet er ganz normal und das Teil piept und piept. Daher denke ich mal, ist es ein Fehlalarm, oder?
Ich habe gestern das Bettlaken gewechselt, vielleicht habe ich dabei ja ein Kabel ausversehen gelöst? Habe jetzt alles nochmal geprüft. (Quelle)


Brauchen besorgte Eltern Atemüberwachung ihrer Kinder?

Ich denke, eine solche Babyüberwachung ist nur in den seltensten Fällen nötig. Kinder sind zwar kleine Terroristen, aber wir müssen sie nicht wie beim CIA verwanzen. Ach, aber was ich sage, ist schon ein bisschen unfair. Ich weiß, dass im Nachhinein viele Eltern, die ein solch tragisches Schicksal ereilt hat, wünschten, sie hätten diese Angle-Care-Matraze gekauft. Das Problem sehe ich aber an einer anderen Stelle:

Da Kinder in der westlichen Welt heute oftmals in ihrem eigenen Zimmer schlafen, merken Eltern erst, dass etwas mit ihrem Kind nicht stimmt, wenn das Kind schon lauthals weint und der hochrote Kopf kurz vorm Bersten steht. Wenn das Baby nicht im Schlafzimmer der Eltern mitschlafen darf, dann entstehen natürlich solche Ängste. Die Entscheidung ist natürlich jedem selbst überlassen, aber ich halte es für vollkommen natürlich, dass Babys bei ihrer Mutter schlafen – glauben denn andere Mütter, dass sie Babys so früh schon zur Selbstständigkeit erziehen müssen? Die Raumtrennung unserer Gesellschaft ist doch ohnehin ein Phänomen der Moderne – eine Errungenschaft der Individualisierung, aber auch der Isolierung und Vereinsamung. Natürlich ist es schön, dass wir private Räume besitzen, aber sollten wir damit schon so früh beginnen?

Meine Erfahrungen mit dem Familienbett und dem Schlafen
Ob nun im Familienbett oder im eigenen Bett im eigenen Zimmer, ich fände es nervig, dauernd so ein Babyfon zu überwachen. Zudem ist es ziemlich teuer (Preis). Bei uns war es so, dass mein Baby die ersten Wochen fast immer bei mir geschlafen hat, ob nun tagsüber im Tuch, auf dem Arm oder an der Brust. Nachts lag sie neben mir. Ich war mir so immer sicher, dass es meiner Kleinen gut geht und vor allem, dass sie noch atmet! Ich habe mich daher auf mich und die natürliche Beziehung zu meinem Herzchen verlassen und die Verantwortung nicht an ein Überwachungsgerät abgegeben, das, auch wenn es meistens funktioniert, trotzdem immer noch ein Gerät ist und versagen kann. Deswegen mein Rat: Schlaft mit eurem Kind in der Anfangszeit in einem Bett. Das hat viele Vorteile: Erstens, ihr spart Geld für teure Geräte, zweitens, ihr entwickelt eine innigere Beziehung zu eurem Kind und drittens ihr habt selbst mehr Ruhe in vielfacher Hinsicht. Wenn ihr stillt, müsst ihr nicht ständig wie ein Zombie über den Flur trotten, ihr könnt direkt stillen, ihr könnt generell direkt auf euer Kind reagieren und am wichtigsten ihr könnt ruhiger schlafen. Ja, ruhiger schlafen, ich lese nämlich besonders häufig in Foren, dass Mütter nachts ihre Nervosität pflegen, weil sie permanent das Bedürfniss haben, nach ihren Babys zu sehen, vor allem ob sie noch atmen. Das kann ich gut nachvollziehen, auch ich habe mich oft dabei ertappt, wie ich mein Babys Atem aus Angst kontrolliert habe, aber diese Angstsekunde war im Familienbett immer nur von kurzer Dauer. Natürlich aber bleibt die Frage bestehen, ob ich es im eigenen Bett erkennen würde, ob mein Baby noch atmet. Vielleicht also ein Pulsmesser im eigenen Bett? Was denkt ihr?

Für alle die sich noch mehr über die Atemüberwachung informieren wollen >>

In Zukunft werde ich mich mehr mit solchen technischen Errungenschaften auseinandersetzen, wenn ihr dabei sein wollt, abonniert doch meinen Blog und über Kommentare würde ich mich mal freuen -weiß auch nicht, warum hier niemand kommentiert.

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